Der bisher schmale Weg zur Baumgartenalm soll ausgebaut werden. Damit dort auch Traktoren fahren können, soll es eine Breite von drei Metern sein. Das war jetzt im Tegernseer Stadtrat Thema.
Tegernsee – Grünen-Stadtrat Marcus Staudacher nutzte die jüngste Stadtratssitzung dazu, um auf ein Vorhaben des Forstamts Schliersee aufmerksam zu machen. Er habe gehört, dass von der Sagflecklalm in Richtung Baumgartenalmen ein Forstweg geplant sei. Bisher führt nur ein recht schmaler und teils sehr schwieriger Weg hinauf zu den Almen unterhalb der Baumgartenschneid, einem beliebten Ziel für Wanderer, die meist über den Riederstein hinaufsteigen.
Massiver Eingriff befürchtet
Einer der Almenbesitzer wünsche sich einen Weg, wusste Staudacher, um auch künftig seine Kühe auf die Alm bringen und die Alm bestoßen zu können. Während aber nur der Wunsch für einen 1,50 Meter breiten Weg geäußert worden sei, plane das Forstamt einen drei Meter breiten Weg, offenbar auch, um den Wald in dem Gebiet besser bewirtschaften zu können. Es müssten Felsen gesprengt werden, Bäume, die gefällt werden müssen, seien schon markiert, wusste Staudacher. „Das wäre schon ein massiver Eingriff“, gab Staudacher zu bedenken. Er erinnerte daran, dass auch Auerwild hier seinen Lebensraum habe.
„Hat die Stadt da etwas mitzureden?“, fragte er am Ratstisch. Aus touristischen Gründen wäre ein Weg ja sinnvoll, „aber bitte keine Forstautobahn“. Staudacher berichtete, dass es offenbar schon eine Begehung mit dem Landratsamt gegeben habe.
Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) war überzeugt, dass das Thema, wenn es soweit sei, an den Stadtrat herangetragen werde. Bis dahin empfahl er, den Kreistag, der dann ja auch für Landschaftsschutzgebiet zuständig ist, für das Thema zu sensibilisieren.
Forstamt verweist auf Almbauernschaft
Auf Nachfrage unserer Zeitung äußert sich Forstbetriebsleiter Lasse Weicht zu dem Thema. Es sei zutreffend, dass ein Wegebau zur Erschließung der Baumgartenalm geplant ist. Initiator und Träger des Vorhabens seien jedoch nicht die Bayerischen Staatsforsten, sondern die Almbauernschaft. Die Staatsforsten seien insoweit betroffen, dass die geplante Wegetrasse auf überwiegender Wegelänge über Staatsforstflächen führt.
„Das felsdurchsetzte Gelände stellt derzeit keine sichere Auftriebsmöglichkeit für Vieh und Mensch dar“, so Lasse Weicht, „weshalb das Anliegen der Almbauernschaft für uns gut nachvollziehbar ist. Aus diesem Grund hat der Forstbetrieb Schliersee als Vertreter des Grundeigentümers auch seine Zustimmung erteilt.“
Waldbestände dort bisher kaum erschlossen
Grundsätzlich, so der Forstbetriebsleiter, seien die Waldbestände im Bereich des geplanten Almwegs bisher kaum forstlich erschlossen. Zugleich trete auch in diesem Waldbereich immer wieder Borkenkäferbefall auf, der aus Waldschutzgründen bisher stets aufwändig habe handentrindet werden musste. Es sei daher fachlich sinnvoll, dass, wenn bereits ein Almweg im Waldbereich gebaut werde, dieser auf dem Waldabschnitt in einer Breite von drei Metern geplant werde. Mit dieser Ausbaubreite könne der Weg auch von einem Traktor mit Seilwinde befahren werden, sodass Fichten, die vom Borkenkäfer befallen seien oder durch Sturm sowie Schnee gebrochen wurden, im Nahbereich des Weges nicht mehr händisch entrindet werden müssten.
Projekt noch im Genehmigungsverfahren
Auch was Fördergelder betrifft, so gebe es Mindestbreiten für Almwege, so Weicht, der darauf hinweist, dass das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen dafür zuständig sei. Laut Weicht befinde sich das Wegebauprojekt derzeit im öffentlich-rechtlichen Genehmigungsprozess, an dem das Landratsamt Miesbach und das AELF beteiligt seien. „Es werden zwei Varianten geprüft“, weiß Weicht, „beide starten am Sagfleckl und enden an der Grenze zur Baumgartenalm.“