144 Hochalmen: Sorge über sinkende Weideflächen

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Über 3800 Rinder weiden auf den Almen im Landkreis. © Rainer Bannier

Almwirtschaftlicher Verein legt statistische Auswertung für 2024 vor. Keine Alm ist aufgegeben worden, aber die Weidefläche sinkt.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Infolge der Corona-Pandemie hat der Almwirtschaftliche Verein für die Jahre 2021 bis 2023 keine statistische Auswertung der Almsommer mehr veröffentlicht. Eine Rolle hat dabei dem Vernehmen nach auch die nicht ganz reibungslose Umstellung von Papier auf digitale Erfassung gespielt. Für das Jahr 2024 wurde nun in der Juni-Ausgabe der Verbandszeitung „Der Almbauer“ wieder eine Auswertung vorgelegt.

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Weidefläche ist im Vergleich zu 2020 rückläufig

Mit den neuen Zahlen kann der Almbauernverband Oberbayern (AVO) belegen, dass die Almwirtschaft im Landkreis weiterhin eine stabile Größe darstellt. Keine der 144 bestehenden Hochalmen ist in der Zwischenzeit aufgegeben worden. Etwas rückläufig (um rund sechs Prozent) ist gegenüber 2020 allerdings die Förderfläche Alm mit jetzt nur noch 3059 Hektar Weidefläche.

3803 Rinder stehen auf den Almen im Landkreis

Die Zahl der Rinder, Jungrinder und Kälber auf den Almen des Tölzer Landes ist mit 3803 hingegen nahezu konstant geblieben. Davon waren 708 Weidetiere sogenanntes Fremd- oder Pensionsvieh – also Rinder von anderen Landwirten, die selber keine Almflächen besitzen. Außerdem weideten 35 Pferde sowie 146 Schafe und Ziegen auf den Almen.

An der Sympathie zwischen EDV und Almbauern „hapert es noch“

Der langjährige AVO-Geschäftsführer Hans Stöckl hat sich kürzlich in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolgerin Brigitte Meier trat erst Mitte Juni ihr Amt an. Deshalb geht Almfachberaterin Susanne Krapfl in der Juni-Ausgabe des „Almbauern“ näher auf die Probleme bei der Umstellung der Datenerhebung ein: Die ließen den Rückschluss zu, „dass das System kompliziert ist, aber ebenso, dass die Sympathie zwischen Almbauern und der EDV noch nicht überall ihr Maximum erreicht hat“.

Mit Sorge sieht Krapfl, dass sich die bestoßenen Almflächen trotz ihres stärkeren Bewuchses infolge des Klimawandels rückläufig entwickeln, wenn durch die Aufgabe von Milchviehhaltung im Tal dort vermehrt Weideflächen frei würden. Mit ihren ungefährlichen Lagen, längeren Weidezeiten und einer guten Erreichbarkeit könnten diese meist ertragreichen Flächen gegenüber den Almen punkten und diesen in Zukunft das dringend benötigte Weidevieh entziehen. Krapfl empfindet es als „paradox, Rindfleisch mit importierten Futtermitteln zu erzeugen, wenn das beste Futter ungenutzt vor der Haustüre oder zumindest auf der Alm steht“.

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