„Ansichtssachen– Gmund in Bildern“: Ortsgeschichte wird lebendig

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300 Exponate regen zum Austausch an: (v.l.) Bürgermeister Alfons Besel, Kulturreferent Josef Stecher, Grafiker Hans Schneider und Initiator Gerhard Seidl bei der Eröffnung. © Ralf Poeplau

Interessante Einblicke und spannenden Austausch verspricht die neue Ausstellung „Ansichtssachen – Gmund in Bildern“ im Jagerhaus. Mit knapp 300 Bildern und Exponaten werden zum 950-Jahr-Jubiläum Ortsgeschichte und Erinnerungen lebendig.

Gmund – Den rund 70 Besuchern fiel es schwer, sich am Samstagabend für den offiziellen Teil der Eröffnung vor dem Jagerhaus von den Exponaten und und den lebhaften Gesprächen zu lösen. Gemeinsam kramte man in Erinnerungen oder wies stolz auf die Provenienzen der Ausstellungsstücke hin – von alten Fotoapparaten, einem BMW-Lenkrad und konischen Ölkandl bis hin zu der Original-Fackel, die anlässlich der Olympischen Spiele 1972 durch die Gemeinde getragen worden war. Der Großteil der Fotografien stammt vom Gmunder Fotografen Alois Friesch, die dem Gemeindearchiv vermacht wurden, vieles von den Heimatfreunden oder aus Sammlungen etwa von Beni Eisenburg, Karl Stecher, der Tegernsee Bahn, Christian Stadler, Hans Halmbacher und weiteren.

„Eine wirklich spannende Ausstellung“, staunte Bürgermeister Alfons Besel. Durch sie bekomme man als Gmunder das Gefühl, ein Teil der Geschichte zu sein. „Die Ausstellung ist aber auch ein Appell, Werte und Traditionen nicht zu vergessen und achtsam und respektvoll damit umzugehen.“ Der Rathauschef dankte dem Team mit Kulturreferent Josef Stecher, dem Impulsgeber und Gemeindearchivar Gerhard Seidl, Grafiker Hans Schneider, der alle Fotografien bearbeitet und die Banner entwickelt hat, den Heimatfreunden mit Maria Prenzel, Priska Büttel und Peter Rummel sowie Gemeinderat Georg Rabl für die „super kuratierte“ Ausstellung.

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Alte Ortsansichten, Verkehr und Gemeinschaft

Die Besucher können durch alle Aspekte der Ortsgeschichte streifen. Historisches Kartenmaterial und Ortsansichten widmen sich in Ausstellungsraum 1 dem Thema Wohnen und Bauen und insbesondere dem Straßen- und Brückenbau. Weiter geht es bei „Verkehr und Mobilität“ mit Bahn, Tankstellen, Brücken, Verkehr, Fahrzeugen und Flugzeugen. Ihnen ist jeweils ein Banner mit vielen historischen Fotografien sowie erläuternden Texten von Seidl gewidmet.

Ein weiteres Kapitel bildet die „Gastronomie“ mit einem eindrucksvollen Rahmen, in dessen Zentrum ein 50. Jubiläum in der Bahnhofswirtschaft im Kreise der Honoratioren, Familienbilder und Spiegel zu finden sind. Zudem Banner zum Thema Sport, Feste, Fasching und Berufe. Unter dem Titel „Gemeinschaft“ finden sich Feuerwehren, Radfahrer, Trachtler und Musikkapellen. In Ausstellungsraum 3 wird unter „Wasser und Energie“ auf Badeanstalten, Fischerei, Holztrift, Elektrizität, Wasserkraft und Bootsverkehr geblickt.

Der Titel „Ansichtssachen“ sei bewusst doppeldeutig, erklärte Kulturreferent Stecher. Die Schau zeige sowohl ein Abbild dessen, was heute bei uns angekommen ist, wie auch Dinge, die heute fragwürdig erscheinen. „Es stellt sich die Frage, welchen Wert Dinge haben, wie die Zeit die Menschen prägt und wie sich Werte und Vorstellungen mit der Zeit wandelten“, so Stecher.

Die Ausstellung ist bis 31. August montags, freitags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Geplant sind auch Formate wie ein Erzählcafé.

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