Ex-Bayern-Profi Christian Lell (39) hat Ärger als Bauunternehmer: Zahlreiche Geschäftspartner fordern noch Geld von ihm, jetzt jagt ihn der Gerichtsvollzieher. Derweil bereitet Lell seinen 40. Geburtstag vor – auf Ibiza.
München - Früher war Christian Lell (39) als Fußball-Profi des FC Bayern München im Rampenlicht, nach dem Karriereende ist er seit mehr als zehn Jahren nun als Immobilien-Unternehmer tätig und hat etliche Bau-Projekte in München und im Speckgürtel umgesetzt. Immer wieder gab es dabei aber auch Beschwerden von Käufern – mehrere Fälle landeten sogar vor Gericht. Nun kommt heraus: Es gibt noch etliche offene Rechnungen gegen Christian Lell.
Viele offene Rechnungen: Unternehmer Lell schuldet Firmen laut Gericht rund 300 000 Euro
Allein in diesem Jahr haben sieben Zivilprozesse gegen Lells Firmen am Landgericht München I stattgefunden. Der Streitwert liege bei rund 300 000 Euro, bestätigt Gerichts-Sprecher Jens Kröger. So hoch ist die Summe der Forderungen, die frühere Geschäftspartner von Lells Firmen auf dem Gerichtsweg einklagen wollten.
Zu acht Verfahren am Landgericht ist Christian Lell heuer nicht erschienen
Doch weder er als Geschäftsführer noch von ihm beauftragte Anwälte waren zu den Terminen erschienen. In der Folge ergingen Versäumnisurteile gegen Lell, wie das Gericht bestätigt. „Fünf dieser Urteile sind bereits rechtskräftig und damit auch vollstreckbar. Die beiden nicht rechtskräftigen Urteile sind vorläufig vollstreckbar“, sagt Kröger.
Gerichtsvollzieher soll offene Forderungen gegen Christian Lell eintreiben
Die Konsequenz: Ein Gerichtsvollzieher kann beauftragt werden, um die Forderungen gegen Lell einzutreiben. Nach tz-Informationen wurde gegen ihn auch ein sogenannter Erzwingungshaftbefehl am Amtsgericht beantragt. Dieser dient dazu, dass ein Schuldner Auskunft über sein Vermögen gibt. Würde Lell, der derzeit auf Ibiza lebt, nach Deutschland einreisen, könnte der Gerichtsvollzieher ihn festnehmen, um die Vermögensauskunft rechtlich zu erzwingen. In der Praxis kommt das jedoch eher selten vor, sagt Kröger.
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Richterin hat Christian Lell „noch nie persönlich gesehen“
Auch gestern kam es am Landgericht wieder zu einem Prozess gegen Lell, eine Elektrotechnikfirma fordert 11 000 Euro. „Er wurde doppelt geladen. Aber von der Beklagtenseite kommt erfahrungsgemäß niemand“, sagte die Richterin. Christian Lell habe sie „noch nie persönlich gesehen.“ Obwohl ihre Kammer bereits dreimal verhandelt hat. In Abwesenheit wurde er erneut verurteilt.
Erzwingungshaftbefehl ist Lells Anwälten „nicht bekannt“
Was sagt Lell zu dem Thema? Über seine Medienanwälte Jörn Claßen und Isabel Plum lässt er mitteilen: „Ein solcher Erzwingungshaftbefehl ist unserem Mandanten nicht bekannt.“ Zu den Vorwürfen wollen sie sich nicht im Detail äußern, betonen aber: Die Lell Holding habe „in den letzten Jahren zahlreiche Bauprojekte erfolgreich verwirklicht und hierdurch für neuen Wohnraum in München und Umgebung gesorgt.“ Allein in Straßlach-Dingharting habe Christian Lell „40 Wohneinheiten erfolgreich realisiert und schlüsselfertig an die Käufer übergeben“.
Lell hat sich entschieden, seine Holding „an ein großes deutsche Immobilien zu veräußern“
Nach vielen erfolgreichen Bauprojekten haben sich Lell inzwischen „freiwillig dazu entschieden, den nächsten Schritt zu gehen und die Lell Holding an ein großes deutsches Immobilienunternehmen zu veräußern.“ Der Verkauf befinde sich „derzeit in den letzten Zügen der Abwicklung. Nach dessen Abschluss werden berechtigte Forderungen durch den neuen Unternehmensinhaber erfüllt“.