Senioren-Wohnprojekt ist Geschichte

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Reste eines Werbeplakats am Bauzaun an der Münchner Straße zeigen deutlich: Hier ging nichts voran. © THOMAS PLETTENBERG

Die Zukunft des gut 4000 Quadratmeter großen Areals an der Münchner Straße, auf dem bis 2015 das Hotel Edelweiß stand, hat die Gemeinde lange und intensiv beschäftigt. Jetzt wurde ein vorläufiger Schlussstrich gezogen: Bei der Sitzung des Gemeinderats wurde einstimmig beschlossen, die Baugenehmigung für ein Senioren-Wohnprojekt nicht zu verlängern. In Folge wurde auch ein Tekturantrag einstimmig abgelehnt.

Bad Wiessee - Die Pläne für das prominent an der B 318 gelegene Grundstück waren ein Dauerbrenner. Zunächst hatte die Bayreuther Firma SeniVita 2013 das Areal rund um das seit 2009 leerstehende Hotel Edelweiß erworben, mit dem Plan, ein Seniorenwohnprojekt zu verwirklichen. 2018 stieß sie es wieder ab und reichte es an die Unternehmensgruppe OSWA aus Ingersheim (Baden-Württemberg) weiter. Deren Chef Markus Oswald, zugleich Dreh- und Angelpunkt eines weitreichenden Netzwerks an Immobilien-, Finanz- und Projektentwicklungsfirmen, blieb bei der Ausrichtung und trieb die Pläne voran.

Entstehen sollte eine Wohnanlage für Betreutes Wohnen und Wohnen mit drei Gebäuden sowie Tiefgarage. 34 Appartements sowie ein Café sowie Räume für Kosmetik, Maniküre, Massage und Friseur waren in Haus 1, dem größten Gebäude geplant. Haus 2 sah neun Wohnungen, Haus 3 acht Wohnungen vor. Von der Zusammenarbeit mit dem Diakonieverein war die Rede. Nachdem das Projekt etliche Runden gedreht hatte, bekam Oswald am 14. Dezember 2021 grünes Licht und vom Landratsamt Miesbach die Baugenehmigung. Zugleich wurde auch eine Befreiung von den Festsetzungen eines Bebauungsplans erteilt, um die zulässige Grundfläche bei Haus 1, dem größten Gebäude an der Münchner Straße, überschreiten zu dürfen – von 720 auf 773,5 Quadratmeter.

In einem städtebaulichen Vertrag hatte die OSWA mit der Gemeinde bereits im Dezember 2019 vereinbart, dass der Investor spätestens fünf Monate nach Erteilung der Baugenehmigung mit den Baumaßnahmen beginnen und das Vorhaben innerhalb von 30 Monaten fertigstellen müsse.

Keine Verlängerung für Baugenehmigung in Bad Wiessee: Senioren-Wohnprojekt wäre willkommen gewesen

„Mit den Baumaßnahmen wurde jedoch bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht begonnen“, machte Bauamtsleiter Anton Bammer bei der Sitzung am Donnerstagabend (25. September) deutlich. „Wir hätten es uns gewünscht, aber es hat sich zerschlagen“, bedauerte Florian Sareiter (CSU) die Entwicklung. Er sei gespannt, wie es nun weitergehe.

Dies meinte er auch in Hinblick auf ein weiteres Vorhaben der OSWA: ein Personalhaus am Bergerweg mit 36 Einheiten, das die Gemeinderäte ebenfalls intensiv beschäftigt hat. Es war festgelegt worden, dass es rechtlich an das Seniorenprojekt gebunden ist.

Die Sorge Alois Fichtners (CSU), das Landratsamt könne die Entscheidung der Gemeinde ersetzen, wie dies jüngst beim Elgraserhof in Gmund der Fall ist, konnte Bammer nicht teilen. Er verwies auf den gültigen Bebauungsplan für das Areal. Parallelen sah auch Bernd Kuntze-Fechner (SPD) nicht. Auch er fand es schade, dass das Vorhaben nicht verwirklicht wird.

Am Ratstisch war alles klar: Einstimmig wurde der Antrag auf Verlängerung der Baugenehmigung abgelehnt .

Senioren-Wohnprojekt in Bad Wiessee: Auch Tekturantrag abgelehnt

Hinfällig war damit auch der folgende Punkt: Die OSWA hatte einen Tekturantrag für das Senioren-Wohnprojekt eingereicht. Darin vorgesehen waren unter anderem eine Nutzungsänderung in Haus 2 und 3 in „Altenwohnungen“, eine neue Anzahl an Wohnungen in Haus 1, der Verzicht auf ein Café, ein Ausbau des Dachs für eine Bühne und Abstellräume sowie eine Änderung in Sachen Tiefgarage.

„Der definierte Planungswille der Gemeinde ist damit nicht mehr eingehalten“, formulierte Bammer im Beschlussvorschlag, dem das komplette Gremium mit der Ablehnung folgte. Damit ist vorläufig ein Schlusspunkt gesetzt.

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