Seit 2019 gibt es zwei Integrationshelferinnen in Grasbrunn, deren Verträge Ende 2024 ausgelaufen wären und die nun um drei Jahre verlängert wurden. Die Gemeinde bezahlt dafür jährlich rund 14 500 Euro.
Aktuell leben 96 Geflüchtete in Grasbrunn, verteilt auf mehrere Unterkünfte. Vor rund zehn Jahren sind die ersten Flüchtlinge in die Gemeinde gekommen. Zeitgleich nahm der Helferkreis Asyl Grasbrunn-Vaterstetten seine Arbeit auf. Seit 2019 gibt es zwei Integrationshelferinnen, deren Verträge Ende 2024 ausgelaufen wärenund die nun um drei Jahre verlängert wurden. Die Gemeinde bezahlt dafür jährlich rund 14 500 Euro.
Integrationshelfer als Bindeglied
„Das ist eigentlich eine originäre Aufgabe des Landkreises, sich um die Flüchtlinge zu kümmern“, sagte Bürgermeister Klaus Korneder (SPD). „Also übernehmen wir das, zumal es auch keine hohen Kosten bedeutet.“ Seit sechs Jahren kümmert sich Friederike Netter, seit drei Jahren Aida Mozahebi um die Grasbrunner Flüchtlinge. In der Container-Anlage am Bretonischen Ring wohnen aktuell 27 Männer, einige in Arbeit, manche arbeitslos oder arbeitsunfähig, andere in Maßnahmen des Landratsamtes. In einem Haus im Haarer Weg leben drei Familien, fünf Erwachsene und sieben Kinder. In drei Häusern beim Forstwirt sind seit März 2017 drei arabische Großfamilien untergebracht mit sechs Erwachsenen und 16 Kindern. Dazu gibt es einige Familien in Neukeferloh, die von den Integrationshelferinnen und vom Helferkreis unterstützt werden. Ihre genaue Anzahl ist nicht bekannt, es sind vor allem Flüchtlinge aus der Ukraine.
Ziel: Teilhabe an Gesellschaft
Die beiden Integrationshelferinnen Netter und Mozahebi sind Bindeglied zwischen Gemeinde, Landratsamt, AWO, Helferkreis Asyl und Geflüchteten. Sie betreuen Flüchtlinge bei ihrer Unterbringung und Versorgung, helfen bei der gesellschaftlichen Orientierung und Integration im Alltag, ebenso bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Sie kümmern sich um Termine bei Behördengängen und Arztbesuchen, organisieren oder übernehmen Dolmetscher㈠tätigkeiten. Beide Helferinnen arbeiten wöchentlich jeweils vier Stunden.
Die Hauptaufgabe der Frauen liegt darin, Flüchtlingen, die aufgrund schlechter Bildung, anderer kultureller Prägung und mangels deutscher Sprache den Alltag mit allen seinen Möglichkeiten und Pflichten nicht bewältigen können, Hilfe für ein eigenverantwortliches Leben zu geben. Das Ziel ist die Teilhabe an der Gesellschaft und das Verständnis für unsere Gesellschaft. Konkret hilft man im Alltag bei Geldangelegenheiten, Onlinediensten, Kontoverwaltung, Krankheiten, allen Pflichten von Kindergarten und Schule, Versicherungen, Wohnung, Finanzamt, Landratsamt, Jobcenter. Einige Familien sind bereits selbständiger geworden. So falle die Begleitung zum Landratsamt und Ärzten vielfach weg. Einzelne Bewohner mit geregelter Arbeit haben den Absprung aus dem Container in eine Privatwohnung geschafft, können zunehmend Aufgaben und Geschäfte selbst erledigen.
Immer neue Flüchtlinge
Zusätzlich kommen aber immer wieder neue Flüchtlinge, die integriert werden müssen. Ohne hauptamtliche Unterstützung und die Ehrenamtlichen, die jedoch aufgrund des zeitlichen Aufwands weniger werden, könne die Integration der Flüchtlinge nicht gelingen. Zudem gibt es in Grasbrunn immer mehr Flüchtlingskinder, doch in vielen Familien wird eine außerschulische Förderung von Kindern nicht für nötig befunden. Dies führe zu gravierenden Nachteilen gegenüber deutschen Kindern und im schlimmsten Falle zu psychischen Problemen.
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Aus Sicht der Gemeinde, die die Weiterbeschäftigung der Integrationshelfer befürwortet, wird weiterhin Ziel sein, Hilfe zur Selbsthilfe im Alltag zu leisten, Menschen in Arbeit, junge Menschen in Bildung zu bringen und auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten und damit möglichst gute Integration zu erreichen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, die Verträge zu verlängern.