Uhu und Wachtelkönig brüten wieder: Artenschutz ist oberstes Ziel

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Die neugewählte Vorstandschaft des LBV-Kreisverbands: Wolfgang Zillig (Beisitzer), Gero Weidlich (Beisitzer), Erich Hofmann (1. stellvertretender Vorsitzender), Axel Kelm (Beisitzer), Walter Wintersberger (1. Vorsitzender), Josef Bauer (2. stellvertretender Vorsitzender), Susanne Jennerwein (Schriftführerin), Renate Müller (Beisitzerin) und Martin Held (Kassier). © Magdalena Kratzer

Beim Kreisverband des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) gibt es personelle Veränderungen und neue Projekte. Die Naturschützer vermelden Erfolge.

Bad Heilbrunn – Viel in Bewegung ist beim Kreisverband des Landesbunds für Vogelschutz (LBV). Neben zahlreichen Projekten gab es auch personelle Veränderungen. Darüber berichtete der wiedergewählte Vorsitzende Walter Wintersberger in der Hauptversammlung im Gasthof Reindlschmiede in Bad Heilbrunn.

Monitoring von Vögeln zeigt Erfolg: „Wichtiges Thema, um Arten schützen zu können“

So wechselte Birgit Weis „ein Häusl weiter“ zur Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt, wo sie nun als Gebietsbetreuerin der Alpen aktiv ist. Ihr Nachfolger beim LBV ist Philipp Neumann, der sich dort um die Gebietsbetreuung kümmert. Auf Juliane Meister, die in Mutterschutz ist, folgt Lukas Kniep. Er kümmert sich um das Projekt der Kiesbankpioniere, bei dem seltene Pflanzenarten um die Isar geschützt werden. Neu im Team ist auch Martin Kübelbeck vom Max-Planck-Institut für Ornithologie, als Projektleiter zum Schutz der bedrohten Braunkehlchen. Ein in der Regionalgruppe bekanntes Gesicht ist Kathrin Lichtenauer, die die neu geschaffene Stelle für Kinder- und Jugendbildung betreut.

Ehrung langjähriger Mitglieder: Es waren 15 Personen anwesend, die zwischen 10 und 60 Jahre Mitglied im LBV sind.
Ehrung für langjährige Mitgliedschaft: In der Versammlung waren 15 Mitglieder anwesend, die dem Landesbund für Vogelschutz zwischen 10 und 60 Jahren angehören. © Magdalena Kratzer

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Wintersberger berichtete vom Monitoring, das durchaus erfolgreiche Entwicklungen zeige. „Ein ganz wichtiges Thema, um Arten schützen zu können.“ Man suche etwa Plätze auf, wo Uhus brüten und orientiere sich an den Rufen der Jungvögel. „An zwölf Revieren waren es letztes Jahr zwölf Bruten.“ Auch bei der Suche nach Feldlerchen, die im nördlichen Landkreis und im Süden Sachsenkams vorkommen, sei man erfolgreich gewesen. „Deutlich mehr, als wir erhofft haben.“ Da Feldlerchen gerne in Äckern brüten, brauche es zu ihrem Schutz auch „ein Entgegenkommen des Landwirts“.

Nur acht Brutstätten: Braunkehlchen gehört zu den Sorgenkindern

Zu den „Sorgenkindern“ gehören die Braunkehlchen. 23 Ehrenamtliche versuchten vergangenes Jahr, diese zu finden. Man fand nur acht Brutstätten, zuvor waren es 16 bis 18, so Wintersberger. „Leider wurden nur fünf Jungvögel flügge.“

Positiv sei, dass der Wachtelkönig wieder brüte. Auch Dohlen brüten fleißig, und zwar gerne in Gotteshäusern. 21 Kirchen beobachtet der stellvertretende LBV-Kreisvorsitzende Erich Hofmann. 250 Jungvögel wurden flügge, die Hofmann mit einem „Ringerl“ versah. Ein Brutpaar zog sogar sechs Jungvögel auf. „Das hatten wir seit 36 Jahren nicht mehr.“

Fledermäuse brüten in der Jachenau, in Oberbuchen und Fischbach

Auch bei den Fledermäusen, die ebenfalls gerne in Kirchen brüten, tut sich was. In der Jachenau, in Oberbuchen und Fischbach brüten die kleinen Hufeisennasen. „Hier konnten wir ein Rekordergebnis zählen“, so Wintersberger. 640 Fledermausmütter wurden in allen drei Kirchen gezählt. „Das sind 50 Prozent des Bestands aller bekannten Hufeisen.“

Für 60-jährige Mitgliedschaft wurde Josef Bacher (li.) geehrt. Auf dem Foto mit dem Vorsitzenden Walter Wintersberger.
Für 60 Jahre Mitgliedschaft ehrte Walter Wintersberger (re.) Josef Bacher. © Magdalena Kratzer

Neben weiteren Bereichen, wie dem Moorschutz, der Renaturierung von Weiden oder dem Aufstellen von Amphibienschutzzäunen, ist der LBV auch in der Öffentlichkeitsarbeit sehr aktiv: mit Umweltbildung an Schulen, Ferienpassaktionen oder auch der Amphibienausstellung in Geretsried. Bei naturkundlichen Vorträgen und Führungen versuchte der Verband, darüber zu informieren, wie wichtig es ist, sich für den Vogel- und Naturschutz stark zu machen. (maw)

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