Ein unerwartetes Erbe bringt dem Verein „Juwel“ eine sechsstellige Summe ein. Die Mittel sollen in die Renovierung des Klosters Benediktbeuern fließen.
Benediktbeuern – Das „Juwel“ des Klosters Benediktbeuern kann leuchten: Der Verein zum Erhalt des Klosters und zur Förderung einer werteorientierten Jugendarbeit hat von einem verstorbenen Mitglied einen sechsstelligen Betrag geerbt. Das wurde jetzt in der Hauptversammlung bekannt.
Als Alleinerbe darf der Verein laut dem Vorsitzenden Christoph Fedke mit rund 400 000 Euro rechnen. Es dauere noch, da sich eine Immobilie auf Korsika befinde, einen Käufer gebe es aber bereits. Eine weitere Immobilie in Benediktbeuern sei bereits verkauft worden.
Verein will zwei Projekte am Kloster Benediktbeuern unterstützen
Zwei Projekte sollen mit dem Geld unterstützt werden: Die Erneuerung der elektrischen Anlage der Kirche kostet insgesamt 190 000 Euro. Zusagen möchte der Verein hier 100 000 Euro. Da die Messerschmitt-Stiftung, die größte private Denkmalstiftung in Deutschland für die Renovierung des Kurfürstensaals einspringt (wir berichteten), kann der Verein Juwel Spendengelder umwidmen für die Renovierung eines Deckengemäldes in der Basilika. „Rechtlich ist das geklärt“, erklärte der neue Schatzmeister des Vereins, Hans-Otto Pielmeier.
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Anfang 2024 hatte der Verein knapp 165 000 Euro auf dem Konto. Dazu kamen rund 56 700 Euro an Einnahmen, davon waren die Spenden in Höhe von über 29 000 Euro der größte Posten. Die Ausgaben beliefen sich auf 126 000 Euro. Es wurden 30 000 Euro als Zuschuss für die Seminararbeit der Jugendförderung sowie 90 000 Euro für Bau- und Renovierungsarbeiten im Kloster veranschlagt (Dachgauben im Nordtrakt der Jugendherberge). Somit verfügt der Verein Juwel zu Beginn dieses Jahres über rund 95 000 Euro.
Appell: „Wir brauchen dringend neue Mitglieder“
Bei den Neuwahlen wurde Christoph Fedke als Vorsitzender bestätigt. Doris Brettschneider und Hans-Otto Pielmeier tauschten ihre Vorstandsämter: Brettschneider ist nun stellvertretende Vorsitzende, Pielmeier neuer Schatzmeister. Neue Schriftführerin ist Dorothea Bugl, die in Abwesenheit gewählt wurde. 276 Mitglieder zählt der Verein. „Wir brauchen dringend neue Mitglieder“, appellierte Brettschneider.
Klosterdirektor Pater Heinz Menz berichtete über den Stand der Sanierungsarbeiten. Die Dächer seien gedeckt, die Fenster eingesetzt, die Gebäude voller Leben. „35 000 Besucher kamen 2024“, lieferte Einrichtungsleiter Franz Wasensteiner genaue Zahlen. Bei voller Kapazität könnten es 40 000 sein. Deshalb dankte Pater Heinz dem Verein für die Unterstützung bei der Sanierung von 80 Dachgauben. Priorität bei der Wiederherstellung hätten die Gästehäuser. Diese Arbeiten würden in den nächsten Tagen beginnen. Im Westtrakt seien über 100 Zimmer entkernt worden. Die Versicherungssumme umfasse aber nicht den gesamten Wiederaufbau. Die Arbeit von „Juwel“ wird auch in Zukunft dringend nötig sein. (Birgit Botzenhart)