Mit dem „Campus Tölz“, der Entwicklung des Moralt-Geländes und dem Postareal gibt es drei Visionen, die Tölz verändern können. Jetzt müssen sie nur noch Wirklichkeit werden.
Bad Tölz – Es war ein weiterer Blick in die Zukunft von Bad Tölz: Investor Hannspeter Schubert führte vor ein paar Tagen geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft über die Baustelle seines Großprojekts „Campus Tölz“ an der B13. Im Vergleich zur langen Planungszeit – Schubert sprach von 45 Monaten – ging der Bau der zwei ersten Gebäude in bisher 18 Monaten zügig über die Bühne. Das ist schon mal ein gutes Zeichen.
Mutige Investition in Bad Tölz
Damit aus der Vision endgültig Wirklichkeit wird, sind jetzt außer Stein und Beton natürlich noch die inneren Werte nötig: sprich, die gewünschten innovativen Firmen, die in die bald fertigen Gebäude auch einziehen wollen. Der Investor hat für mögliche Firmenansiedlungen nicht gerade die einfachsten Zeiten erwischt – jetzt, da Deutschland das dritte Rezessionsjahr in Folge droht, und das unkalkulierbare Zoll-Hin-und-Her von US-Präsident Donald Trump die Unsicherheit noch wachsen lässt. Schubert hat recht, wenn er darauf verweist, dass gerade in diesen Zeiten des Umbruchs regionale, verlässliche Netzwerke, wie sie auf seinem „Campus“ entstehen sollen, an Bedeutung gewinnen. Dass er selbst mit Mut voranschreitet, ist positiv. Ob ihm andere folgen, wird spannend zu beobachten sein.
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Ebenfalls zutreffend war Schuberts Einordnung des „Campus“ in die Reihe weiterer Projekte in Bad Tölz. Wie groß die Hoffnungen sind, die auf der Entwicklung des ehemaligen Moralt-Areals ruhen, zeigte sich zuletzt, als im März 500 Interessierte zu einer Besichtigung des alten Fabrikgeländes kamen. Jetzt ist abzuwarten, wie schnell an dieser Stelle den Worten Taten folgen und der für dieses Frühjahr angekündigte Abriss des Bestands beginnt.
Hoffnung auf Nahversorger und Post in Bad Tölz
Dass die Abrissbagger als äußeres Zeichen des Wandels anrückten, ist an anderer Stelle schon passiert – und liegt nun ziemlich genau ein Jahr zurück. An der Hindenburgstraße stehen die Zeichen gut für die Verwirklichung der Pläne der Investorenfamilie Worbs: ein Wohn- und Geschäftszentrum, mit zwei Anlaufstellen, die ganz nahe an den alltäglichen Bedürfnissen der Tölzer liegen. Ein Nahversorger in der Innenstadt fehlt nämlich eindeutig, wie seit der Edeka-Schließung Anfang 2024 zu spüren ist. Und dass eine Post im Zentrum ebenfalls wieder schön wäre, hat gerade dieser Tage die kurzfristige Schließung der Filiale an der Sachsenkamer Straße in Erinnerung gerufen.
Alle drei genannten Projekte sind auf dem Weg. Alle drei könnten Bad Tölz nachhaltig voranbringen. Aber sie warten eben auch alle noch auf Vollendung. (ast)