Der steinige Weg zum neuen Vereinsheim des TuS Oberding: So sehen die Pläne jetzt aus

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So sieht‘s künftig aus: In der blauen Fläche ist das alte Vereinsheim eingezeichnet, dort entstehen weitere Parkplätze. © Architekt.ur

Eine Viertelstunde vor Beginn einer Oberdinger Gemeinderatssitzung ist die Parkplatzsuche normalerweise kein Problem. Am Dienstagabend aber schon. Kein Wunder: Der TuS war angerückt mit über 60 Mitgliedern, weshalb es entsprechend zuging an der Hofmarkstraße. Auf der Tagesordnung stand der Zuschussantrag für das neue Vereinsheim, an dem seit Jahren gefeilt wird und nun endlich konkret wird. Und gleich vorweg: Der Gemeinderat gab grünes Licht für eine Vier-Millionen-Euro-Finanzspritze.

Oberding – Bürgermeister Bernhard Mücke (CSU) begrüßte eingangs „unsere Rekordzuschauerzahl. Das würde ich uns öfter wünschen“, meinte er schmunzelnd. Die Zahl der Anwesenden schraubten auch Ulrich Reiser und Tobias Eder nach oben, die beiden Architekten vom Erdinger Büro Architekt.ur stellten den aktuellen Planungsstand kurz vor.

„Wir begleiten das Projekt jetzt seit 2021“, blickte Eder zurück. Es habe verschiedene Varianten gegeben, Planstände und Anordnungen. Und vor allem musste auch der Gürtel in finanziell schwierigen Zeiten enger geschnallt werden. Wie Eder durchblicken lässt, war zuletzt noch ein 15 Meter längeres und drei Meter breiteres Vereinsheim im Gespräch gewesen, doch es musste nochmal abgespeckt werden, von Gesamtkosten von 5,7 auf 5,05 Millionen Euro. Neben den vier Millionen von der Gemeinde rechnet der TuS mit einem BLSV-Zuschuss über 400 000 Euro, für den Verein selbst bleiben 650 000 Euro übrig. Gut vier Millionen der Kosten macht alleine das Vereinsheim aus, der Hauptlatz 400 000 Euro.

TuS Oberding Vereinsheim Gemeinderat
Großer Andrang: Der TuS war zu Besuch im Gemeinderat von Oberding. © Markus Schwarzkugler

„Wir sind uns alle einig, dass wir den TuS unterstützen wollen. Das Problem ist aber die Haushaltslage“, erklärte Mücke dazu. Nach wie vor nehme die Gemeinde zwei Drittel weniger Gewerbesteuer ein als vor Corona. Nun habe man aber „ein großes Paket geschnürt“.

Und dieses Paket beinhaltet vor allem ein neues Vereinsheim und einen neues Hauptspielfeld für die Fußballer. Der alte Hauptplatz wird ein Trainingsplatz, einer der alten Trainingsplätze weicht für das neue Spielfeld. Dort, wo jetzt noch das alte Vereinsheim steht, entstehen Parkplätze. Insgesamt sind es dann drei Fußballerfelder auf dem Areal, hinzu kommen die Anlagen der Beachvolleyballer und Stockschützen. Wie Eder berichtete, ist im Süden ein Fahrradweg angedacht. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Das Vereinsheim wird zweigeschossig – unten der Sportlertrakt, oben der gesellschaftliche Bereich mit einem kleinen Kiosk und einer Teilüberdachung. Von einer Dachterrasse aus können die Zuschauer das Hauptfeld und den Beachvolleyball-Platz einsehen. Das Ganze ist laut Eder so konzipiert, dass man die Spiele bei schlechtem Wetter gemütlich vom Vereinsheim aus verfolgen kann.

Im Erdgeschoss finden sich sechs Kabinen, die zwei größeren sind für den TuS. Jeweils zwei Kabinen teilen sich einen Duschbereich. Unten befinden sich auch Büro-, Technik-, Hausmeister- und Waschräume sowie drei Schiri-Kabinen, Toiletten und Lager. Und oben befindet sich bewusst die überdachte Terrasse, um das Geschehen auf dem Feld von oben betrachten zu können. Daran angeschlossen ist der Kiosk, „um die Zuschauer mit Leberkässemmeln versorgen zu können“, so Eder. Im Obergeschoss befinden sich unter anderem auch Küche und WCs. An Barrierefreiheit wird gedacht, auch einen Aufzug soll es geben.

Es handle sich bewusst um ein Multifunktionsgebäude, sagte Eder. „Es soll ein robuster Baukörper sein, der nicht verkünstelt ist.“ Um noch einmal die Einsparungen zu betonen, meinte er, das Gebäude sei „nix Aufwändiges“.

In die Jahre gekommen ist das alte Vereinsheim des TuS Oberding
In die Jahre gekommen ist das alte Vereinsheim. © Olaf Heid

Johannes Sandtner (CSU), der selbst seit Jahrzehnten Mitglied beim TuS ist und lange für ihn gekickt hat, hatte dennoch eine gewisse Handschrift der Architekten am Vereinsheim erkannt, die das Ganze „mit Sicherheit nicht billiger macht“. Er fragte auch nach einer möglichen Photovoltaik- oder thermischen Solaranlage auf dem Dach nach. Den Architekten zufolge wäre das denkbar.

So weit ist man im Detail noch nicht, es wäre statt eines Flach- auch ein Satteldach möglich, wie Reiser auf Nachfrage von Helmut Holzmann (WG Notzingermoos) versicherte. Der machte sich nämlich unter Verweis auf entsprechende Gebäude in Hallbergmoos Sorgen, dass das Flachdach nach 20 Jahren undicht sein könnte.

Agnes Pointner (WG Oberding), langjähriges Mitglied und Leiterin der Gymnastikabteilung, forderte noch einen speziellen Schwingboden für den Gymnastikraum.

Bei einem Infoabend am 10. November, der explizit für alle Bürger und nicht nur TuS-Mitglieder angedacht ist, will der Verein noch mehr Details und Skizzen präsentieren. Nachdem die Räte einstimmig grünes Licht für den Zuschuss gegeben hatten, gab es lautstarken Applaus von den zahlreichen TuSlern im Raum. Vorsitzender Hubert Merklein bedankte sich, „in der heutigen Zeit ist es nicht mehr selbstverständlich, dass die Gemeinden die Vereine so unterstützen“. Man habe „einen langen, steinigen Weg“ hinter sich, „den wir durchgehalten haben“. Das hat definitiv noch länger gedauert als die Parkplatzsuche am Dienstagabend.

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