Architekturbüro stellt Machbarkeitsstudie vor – Echte Dorfmitte möglich
Welche Nachnutzung der ehemaligen Gaststätte „Zum Klösterl“ in Wörth ist vorstellbar? Dazu wurden in der jüngsten Wörther Gemeinderatssitzung vom Architekturbüro Deppisch die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorgestellt.
Das Interessante dabei: Nach Einschätzung des Büros ließe sich der bestehende, für den Ort charakteristische Winkelbau mit einigen Neuerungen „in eine neue Nutzungsform bringen“. Beachtlich ist allerdings auch die Summe zwischen 6 und 6,5 Millionen, die für eine Sanierung des Gebäudes nach der Grobschätzung wohl ausgegeben werden müsste.
Denkmalschutz ist kein Problem
Falls der Bau einer sogenannten unrentierlichen Nutzung zugeführt würde, seien jedoch über verschiedene Fördertöpfe hohe Fördermittel abzugreifen, zwischen 45 und maximal 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Bestimmte Fördertöpfe könnten je nach Nutzung auch kombiniert werden.
Das Gebäude gebe eine Vielzahl von Nutzungen her, wurde vom Architekturbüro festgestellt und könne barrierefrei erschlossen werden. Ob Bürgerhaus mit Tagungsräumen, Mehrgenerationenwohnen oder Haus der Vereine mit Bildungsbereichen, es wurden verschiedene Nutzungsmöglichkeiten angesprochen. Architekt Michael Deppisch wies grundsätzlich darauf hin, dass das Gebäude „großes Potenzial“ habe, und dass man in einer Gesamtsicht mit den bestehenden Strukturen wie Bücherei, Dorfladen und Arztpraxis dem Ort Wörth eine echte Dorfmitte geben könne.
Von seiner Grundstruktur habe der Winkelbau historische Bedeutung, weil diese Situierung der Baukörper von Anfang an so gewesen sei. Hierzu wurde auch eine alte Fotografie gezeigt. Laut Bauforschung mit Blick auf das Jahr 1887 sei das Haus ursprünglich als Winkelbau errichtet worden. Die bautechnische Untersuchung habe ergeben, dass die bestehende Fundamentstruktur belassen werden könne, weil das Gebäude mit tiefen Fundamenten ausgestattet sei und mit Fundamentpfählen sowie einer neuen Bodenplatte ertüchtigt werden könnte. Größere Arbeiten wären im Bereich des Dachstuhls vorzunehmen.
ÜPWG-Rat und Zimmerermeister Bernhard Zimmermann hakte kritisch nach, wie es denn mit dem Denkmalschutz und dahingehenden Beschränkungen aussehe. Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) informierte, dass das Gebäude momentan nicht auf der Denkmalschutzliste stehe. Der Denkmalschutz sei aber in jedem Fall zu beteiligen, egal ob Abriss oder Ertüchtigung des Gebäudes. Laut Architekturbüro sei diese Thematik lösbar und nicht problematisch.
Gemeindechef Gneißl betonte, dass es sich um eine „erste Präsentation“ handle. Das eigentliche Thema wolle man „in Richtung Klausur mitnehmen“, in der sich der Gemeinderat Ende Oktober weiter damit beschäftigen werde. Angesichts der vielen kommunalen Projekte, die derzeit von der Gemeinde zu bewältigen sind.
Für Gaststätte gibt es keine Förderung
Allem voran die Generalsanierung der Schule mit Teilneubau, neuer Sporthalle und einem geplanten schulischem Betreuungszentrum sowie das Thema Feuerwehrhaus dürfte die Umgestaltung des Klösterls in der Prioritätenliste nicht an erster Stelle stehen.
Meine news
Die Aussage des Architekturbüros, dass der Bestandsbau Kapazitäten habe und erhalten werden könne, korrespondiert mit dem Wunsch von Bürgern, die im Jahr 2016 Jahren eine Unterschriftenliste zum Erhalt des Klösterls unterzeichnet hatten, damals mit 350 Unterschriften. Ob der damit verbundene Wunsch, wieder eine Gaststätte zu etablieren, verwirklicht wird, ist jedoch mehr als fraglich, da es für diese Nutzung keinerlei Förderung geben würde.