„Mit Liebe und größtem persönlichen Einsatz“

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Die diesjährigen Kultur- und Umweltpreise verlieh (v.l) Landrat Martin Bayerstorfer an die Karnevalsgesellschaft Dorfen mit ihrer Präsidentin Sabine Kuliga-Lenffer und an die Musikerin Regina Maier. Die Festansprache hielt der Trachtenfachberater des Bezirks Oberbayern Alexander Wandinger (r.). © Vroni Vogel  

Der Kulturpreis des Landkreises wurde in feierlichen Rahme an Musikerin Regina Maier und die Karnevalsgesellschaft Dorfen verliehen.

Der engagierten Musikerin Regina Maier und der traditionsreichen Karnevalsgesellschaft Dorfen wurden am Freitagabend in der festlich dekorierten neuen Turnhalle des Anne-Frank-Gymnasiums der Kultur- und Umweltpreis des Landkreises verliehen.

Maier habe sich „im Bereich musikalischer Bildung größte Verdienste erworben“, betonte Landrat Martin Bayerstorfer in seiner Laudatio. Seit 2017 ist Maier Kirchenmusikerin im Pfarrverband Maria Tading, arbeitet mit Laienchören verschiedener Altersgruppen, spielt Blockflöte, Orgel und Steirische Harmonika, fördert junge Menschen als Musikpädagogin und wirkt in verschiedenen Ensembles mit. Ihre Stelle fülle sie „mit Liebe und größtem persönlichen Einsatz“ aus.

Adventssingen am 15. Dezember

Die 43-Jährige wuchs in Tading auf dem elterlichen Hof auf, erhielt im Grundschulalter Blockflötenunterricht bei Konrad Huber und besuchte der Kreismusikschule Erding. Nach der Mädchenrealschule Heilig Blut erlernte sie den Beruf der Verwaltungsfachangestellten, um sich schließlich mit abgeschlossenem Musikstudium voll und ganz letzterem Metier zu widmen.

2007 gründete sie die Reihe „Barockkonzerte im Erdinger Land“. 2013 veröffentlichte sie mit anderen die CD „Sonaten und Arien des Barock“. Bayerstorfer hob auch die kreativen Musikprojekte während der Corona-Zeit hervor. Mit dem Konzert „Komm, wir zieh’n in den Frieden“ im Frühjahr 2022 habe sie „ein deutliches Zeichen“ gesetzt: Der Erlös ging an die Ukraine-Hilfe des Malteser Hilfsdienstes.

Ihr nächstes großes Projekt ist das Tadinger Adventssingen am 15. Dezember. „Hier entfaltet sich das gesamte Spektrum von Regina Maiers schöpferischem Wirken“ mit zwei Kinderchören, einem Jugendchor, dem Tadinger Ensemble als Kammerchor, dem Kirchenchor und verschiedenen Instrumentalensembles. Bei der Kulturpreisverleihung gab’s ein Chorständchen, verbunden mit einem großen Dankeschön der Kulturpreisträgerin.

„In der Stadt der Hemadlenzn soll Humor und Gaudi glänzen. A so a Gaudi gibt’s ja grod in der Hemadlenzn Stodt“, zitierte der Landrat und verlieh der Karnevalsgesellschaft Dorfen den Kultur- und Umweltpreis, den Präsidentin Sabine Kuliga-Lenffer für das „großartige Wirken“ des Vereins entgegennahm.

125, und kein bisschen faschingsmüde

„Trotz seiner 125-jährigen Geschichte ist keine Spur von Faschingsmüdigkeit zu spüren – im Gegenteil, es ist jedes Jahr aufs Neue faszinierend, welch abwechslungsreiches und unglaublich erheiterndes Programm die Mitglieder auf die Beine stellen“, betonte Bayerstorfer und ging detailliert auf die traditionsreiche Geschichte und die vielfältigen Aktivitäten ein.

„Über die Jahrzehnte wurden die Veranstaltungen durch die Mitglieder mit Tanzauftritten, humorvollen Beiträgen und einer gehörigen Portion Enthusiasmus zunehmend professionalisiert und so zählen die beiden Maschkeraversammlungen heute zu den gesellschaftlichen Höhenpunkten der Stadt Dorfen.“ Beim Hemadlenznumzug sei die Karnevalsgesellschaft seit vielen Jahren Mitveranstalter. Im Jahr 2014 schaffte es die Veranstaltung sogar in die Vorrunde zur Aufnahme in das immaterielle Unesco-Kulturerbe.

Zum festen Programm zählen weiter die Proklamationen der Prinzenpaare, ein Gardetreffen, zwei Kinderbälle, das Faschingstreiben und der Kehraus. Auch die Veranstaltung des sehr beliebten sommerlichen Belacanto-Abends habe die Karnevalsgesellschaft übernommen. Bayerstorfer würdigte die Jugendarbeit, das soziale Engagement, die vielen kreativen Ideen und die tatkräftige Umsetzung der zahlreichen Veranstaltungen mit „unzähligen Stunden“ ehrenamtlicher Arbeit.

Ehrenpräsident als einer der Motoren

„Generationsübergreifend gibt es für alle Mitglieder mit ihren individuellen Talenten einen Platz, egal ob vor oder hinter der Bühne, als Tänzer, Sketchschreiber oder im Organisationsteam mit Kulissenbau, dem Nähen der maßangefertigten Kostüme oder der Technik.“ Der Landrat erinnerte an den „im Jahr 2017 viel zu früh verstorbenen Ehrenpräsidenten Reinhold Kuliga als einer der Motoren“. Heuer stehe der Verein mit rund 260 Mitgliedern vor seiner 126. Faschingssession.

Die Festansprache hielt der Trachtenfachberater des Bezirks Oberbayern, Alexander Wandinger, zu „Tracht & Co – Kritische Gedanken zu einem bayerischen Phänomen“. Dazu spielte das KMS-Sinfonieorchester unter Leitung von Veronika Marschall.    

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