Bei Convention in Garmisch-Partenkirchen: Junger Mann lässt sich gesamten Oberkörper tätowieren

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Auch in diesem Jahr versammelte sich die Tattoo-Szene für ein Wochenende in Garmisch-Partenkirchen. Der Auftrag eines 29-jährigen Kunden hinterließ Eindruck.

Stefan ist es mittlerweile gewohnt. Stundenlang auf einer Kosmetikliege ausharren und den Körper möglichst ruhig halten. In seinem Fall den Oberkörper. Den lässt sich der 29-jährige Mittenwalder seit Wochen fast vollständig tätowieren. Für seine Leidenschaft hat er drei freie Samstage geopfert. 30 Arbeitsstunden später nimmt er wieder auf einer Liege Platz. Statt im kleinen Studio diesmal aber auf einer größeren Bühne: der Tattoo-Convention in Garmisch-Partenkirchen.

29-Jähriger lässt sich seit Wochen den gesamten Oberkörper tätowieren

Über den Isartaler beugt sich Mica. In seinen Ohren stecken zwei weiße Kopfhörer, seine Hände in schwarzen Plastikhandschuhen. Mit rechtem Daumen und Zeigefinger hält er die schwarze Tattoomaschine. Darin steckt die feine Nadel, mit der er Stefan sein Wunschmotiv unter die Haut sticht. Der Mittenwalder hat sich für einen Sensenmann entschieden. In Schwarz- und Grautönen soll er künftig seinen Rücken zieren.

Eine seiner wenigen Körperstellen, auf denen seine natürliche Hautfarbe noch überwiegt. „Ein paar Stellen gibt es schon noch“, sagt er lachend. Doch es werden immer weniger. Große Teile seines Oberkörpers hat er sich in den vergangenen Wochen tätowieren lassen. Dafür hat er neben Geld auch über 30 Stunden seiner Freizeit und drei Samstage investiert. Im Kongresshaus folgt jetzt der vierte Streich.

Jeder Stich muss sitzen: Mica arbeitet hoch konzentriert an seinem Kunstwerk. Stefan muss stundenlang still halten.
Jeder Stich muss sitzen: Mica arbeitet hoch konzentriert an seinem Kunstwerk. Stefan muss stundenlang still halten. © SEHR

Nach mehreren Stunden ist der Sensenmann fertig – Tätowierer räumt bei Preisverleihung ab

Mit dem hat er zum vierten Mal das Studio „Pure Ink“ aus Garmisch-Partenkirchen beauftragt. Genauer gesagt Mica. Der junge Mann aus der Ukraine ist routiniert. Trotzdem fordert ihn das Großprojekt. Er ist voll im Tunnel. Mit seinen Kopfhörern schirmt er sich von störenden Nebengeräuschen ab. Die Convention hat auch in diesem Jahr wieder viele Kunden und Schaulustige ins Kongresshaus gelockt.

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Zwischendurch nimmt Mica einen Schluck aus seiner Wasserflasche oder geht an die frische Luft. Die Arbeit mit der dünnen Nadel ist anstrengend – mental und körperlich. Jeder Stich muss sitzen. Ein kleiner Wackler und der Sensenmann wirkt nicht mehr so, wie er soll. Und den wird Stefan sein Leben lang auf dem Rücken tragen.

Gemeinsame Leidenschaft: Im Kongresshaus unterhält sich die Tattoo-Szene über die neuesten Trends.
Gemeinsame Leidenschaft: Im Kongresshaus tauscht sich die Tattoo-Szene aus. Einige Besucher lassen sich auch ganz spontan eines stechen. © SEHR

Doch alles geht gut. Nach langen Stunden voller Konzentration ist der Sensenmann endlich fertig. Und Mica einer der großen Gewinner an diesem Tag. Für sein Meisterwerk bekommt er den ersten Preis in der Kategorie „Black and Grey“. (tsch)

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