Angst um Volksfest und Uferlos: Freisings Festplatz wird zum Busbetriebshof

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Die Zukunft des Uferlos ist ungewiss. Ob die Veranstalter 2026 wieder angepackt hätten, ist zwar aktuell noch unklar. Doch diese Entscheidung wurde ihnen jetzt abgenommen. Die Luitpoldanlage ist im Mai anderweitig belegt. © Copter Company/Uferlos gGmbH

Freisings neuer Busbetriebshof wird nicht rechtzeitig fertig. Deshalb soll die Luitpoldanlage die Rettung sein. Einige Stadträte haben Angst um das Volksfest 2026.

Freising – Die Stadt Freising bekommt im November 32 neue Elektrobusse geliefert. Nur weiß sie leider nicht, wo diese untergebracht werden sollen. Denn der neue Busbahnhof, der eigens dafür südlich der Südtangente Höhe Attaching gebaut wird, wird bis dahin nicht fertig. Und so hat sich die Stadtwerke Parkhaus und Verkehrs GmbH auf die Suche nach einem vorübergehenden Standort gemacht und ist fündig geworden: die Luitpoldanlage. Was für diese Lösung noch fehlt, ist das Ja des Stadtrats. Die Mehrheit des Finanzausschusses hat am Montag zugestimmt. Zähneknirschend.

Nur Volksfestplatz hat nötige Infrastruktur

Eines vorneweg: Es ist kein externes Unternehmen, das ein zeitlich befristetes Ausweichquartier für die Elektrobusse sucht, sondern eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Freising, die dringend Hilfe braucht. Und im Aufsichtsrat der PVG sitzen auch Vertreter aller Stadtratsfraktionen. Deshalb hatte Hans Hölzl (FSM) auch nur wenig Geduld und Verständnis für die vielen Wortmeldungen einiger Mitglieder des Finanzausschusses, die aus allen Wolken zu fallen schienen: „Anscheinend weiß hier keine Fraktion irgendwas, was im Aufsichtsrat beschlossen wird.“

Peter Warlimont (SPD) hielt dagegen, dass die Stadträte, die im Aufsichtsrat sitzen, zum Stillschweigen verpflichtet seien. „Aber doch nicht in einer Situation wie dieser, in der ich weiß, dass die Stadträte zustimmen müssen“, ereiferte sich Hölzl.

Zuvor hatte Kämmerer Johannes Hutter dem Gremium die Ausgangslage kurz erklärt. Die Stadtwerke haben demnach mehrere Standorte geprüft. Einzig der Volksfestplatz weise die für die Elektrobusse nötige Infrastruktur aus. Aktuell sei eine Unterbringung der Busse von November 2025 bis längstens Juli 2026 vorgesehen, weil die Infrastruktur des neuen Busbetriebshofes erst im Mai geliefert werde.

Festreferent Frankl in Sorge

„Ich tu mich damit unfassbar schwer“, sagte Susanne Günther (Grüne). Es werden viele Veranstaltungen nicht stattfinden können. Auch etwa das Uferlos im Mai, für das ihres Wissens zumindest schon Überlegungen im Raum stehen, es 2026 wieder anpacken zu wollen, wie sie auf FT-Nachfrage erklärte. Wie konkret die sei, könne sie im Moment nicht sagen. Fest stehe jedoch, dass das Uferlos wenn dann „das ganze Gelände brauchen würde“, wie sie sagte. „Es ist schwach von der PVG, dass sie nicht vorher überlegt haben, was passiert, wenn sie nicht fertig werden. Wir haben jetzt nur Nachteile davon.“

Johannes Hutter erklärte, dass der neue Busbetriebshof nicht komplett fertig sein müsse, damit die Busse dorthin umziehen können. Es gehe nur um die Ladestationen. Hutter: „Wenn Sie heute hier nicht einverstanden sind, muss sich die PVG außerhalb der Stadt einen vorübergehenden Standort suchen.“

Auch Festreferent Anton Frankl (FSM) sprach von Magengrummeln mit Blick auf das Volksfest 2026: „Wenn die Technik im Mai nicht geliefert wird, können wir uns aufhängen, und es hilft nichts. Dann haben wir kein Volksfest.“ Rudi Schwaiger (CSU) sah das nicht so schwarz: „Wir schließen einen Vertrag mit der PVG ,und da muss drinstehen, dass sie bis spätestens Ende Juli weg sein müssen.“ Fürs Uferlos sei das freilich ein Problem.

„Gefahr für Volksfest ist real“

Peter Warlimont (SPD) bat darum, in der Stadtratssitzung am Donnerstag die anderen Alternativstandorte, die überprüft wurden, mitzuteilen. „In Freising werden wir nicht viele andere Möglichkeiten haben“, sagte Werner Habermeyer (Grüne). Außerdem könnte man es den Busfahrern nicht zumuten „in die Walachei zu den Bussen fahren zu müssen“. Dennoch: „Die Gefahr für das Volksfest ist real“, aber im Moment habe man keine andere Wahl. So lange es möglich sei, solle man dem zustimmen.

Monika Schwind (FSM) sah die PVG in der Pflicht, sich nach einer anderen Alternative ab Juli umzuschauen, sollte es kommendes Jahr weitere Verzögerungen geben. Mit drei Gegenstimmen war das Gremium für die Luitpoldanlage als Ausweichquartier.

Wer durch diese Lösung auch das Nachsehen hat: Der Circus Feraro.

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