Während die einen mit viel Euphorie in ihr Schulleben starteten, hätte anderen Tagblatt-Mitarbeitern ein einziger Tag im Klassenzimmer gereicht.
Freising - Zwischen der Einschulung der ältesten und der jüngsten Tagblatt-Mitarbeiterin liegen sage und schreibe 52 Jahre: Anlässlich des heutigen Schuljahresbeginns erinnern sich die ABC-Schützlinge der Heimatzeitung an ihre Premiere im Klassenzimmer – von der beruhigenden Wirkung der Schultüte bis zu missglückten Ausbruchsversuchen.
FT-Reporterin Ulrike Wilms (eingeschult 1963): „Damals begann das Schuljahr in NRW, wo ich aufgewachsen bin, noch nach den Osterferien und wurde erst im Zuge zweier Kurzschuljahre 1966/67 auf einen deutschlandweiten Termin nach den Sommerferien umgestellt. Mein Schulweg, natürlich zu Fuß, dauerte ungefähr eine halbe Stunde, wenn man nicht trödelte. Wir waren in etwa 40 Kinder in der Klasse. Geschrieben und gerechnet haben wir noch auf Schiefertafeln, die ebenso wie Schwamm und Griffel zur Grundausstattung eines jeden ABC-Schützen gehörten.“
FT-Reporter Alexander Fischer (1964): „Wie aus dem Ei gepellt, vom Scheitel bis zur Sohle. So wollte es die Mutti haben, und da hat der Sohnemann halt gute Miene gemacht an seinem ersten Schultag. Den Ranzen mit Lese-Fibel und Schreibheften gefüllt, die Schultüte mit Süßigkeiten proppenvoll bis oben hin, so ist dieses Foto an der Ganzenmüllerstraße gegenüber der Hausnummer 4 entstanden, nach der Einschulung in der Knabenschule. Die Schultüte ward bald leer, aber sie hing noch lang über dem Bett im Kinderzimmer, quasi als Zeichen dafür, dass der Ernst des Lebens begonnen hat. Der Standardspruch zum Schulanfang war: Jetzt weht ein anderer Wind!“
FT-Reporter Andreas Beschorner: „Mein Klassenzimmer war in der früheren St. Georg-Knabenschule im Erdgeschoß rechts. Rundrum an der Wand standen die Eltern der Erstklässler. Ich kann mich an wenig erinnern, außer dass einer der Schulanfänger versucht hat, aus dem Fenster zu fliehen. Aber es blieb beim Versuch.“
FT-Redakteurin Miriam Kohr (1997): „Ich weiß noch genau, wie ich mich auf die Schule gefreut habe, weil ich endlich Lesen und Rechnen lernen wollte. Beim Wühlen in meinem persönlichen Bilderarchiv habe ich den damaligen Zeitungsartikel zum ersten Schultag im Merkur wieder entdeckt, den meine Mutter ausgeschnitten und aufgehoben hatte. Irgendwer hat wohl damals schon geahnt, dass ich in der Zeitung gut aufgehoben bin.“
FT-Volontärin Pauline Zapp (2011): „Hübsch angezogen, eine niedliche Schultüte, aber ein skeptischer Blick: So ein erster Schultag kann einem ganz schön Respekt einflößen. Erst beim Auspacken der pinken Häschen-Schultüte ließ die Anspannung nach.“
FT-Redaktionsassistentin Daniela Seulen (1971): „An die Einschulung erinnere ich mich komischerweise gar nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich einen Test machen musste, um so früh schon dabei sein zu dürfen. Und die Pony-Frisur hat mir meine Mama Brigitte Seulen handgeschnitten. Auf dem Foto bin ich übrigens noch fröhlicher Linkshänder, wurde aber leider in der ersten Klasse auf rechts gedreht“
Stellvertretender Redaktionsleiter Wolfgang Schnetz (1972): „Ich wollte schon am nächsten Tag nicht mehr zur Schule gehen, weil ich der Meinung war, ein Tag sei genug.“
FT-Schülerpraktikantin Hana Jalil (2015): „Meine Schultüte war pink und wurde von der Eiskönigin geziert. Außerdem hatte ich ein traditionelles pakistanisches Kleid an.“
FT-Redakteurin Magdalena Höcherl (1999): „Zur Verwunderung meiner Eltern sollte die Schultasche nicht mit Pferden, meiner damaligen großen Leidenschaft, übersät sein. Dafür musste die selbst gebastelte Schultüte unbedingt die Diddl-Maus zieren – die Kinderzimmer Kultfigur um die Jahrtausendwende.“
FT-Redaktionsassistentin Maria Martin (1965): „In der Grundschule war ich eine Musterschülerin, die eigentlich immer Einser nach Hause gebracht hat. Weil mich alles brennend interessiert hat, habe ich förmlich an den Lippen der Lehrerin gehangen. (lacht) Im Nachhinein verstehe ich das überhaupt nicht.“
FT-Redakteur Jonas Grundmann (2005): „Bei uns wurde am ersten Schultag ausgelost, wer neben wem sitzen muss. Da ich das Ergebnis nicht mehr weiß, kann es aber nicht so schlimm gewesen sein.“
FT-Redaktionsleiter Manuel Eser (1985): „Kindergarten fand ich langweilig. Umso stolzer war ich, als ich mich endlich Schulkind nennen durfte. Die Euphorie, mit der ich als Erstklässler die Pennäler-Karriere gestartet habe, war bis zum Ende der 13. Klasse dann allerdings aufgebraucht.“
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