Der Putzbrunner Gemeinderat hat einen der sechs Windkraft-Standorte in Grasbrunn abgelehnt und fordert weitere Gutachten.
Putzbrunn - Nachdem die Putzbrunner Gemeinderäte erstaunt zur Kenntnis nehmen mussten, dass die Kollegen in Grasbrunn drei der beantragten sechs Windkraftanlagen (WKA) südlich von Keferloh abgelehnt hatten, sollten sie eine Stellungnahme zu den Bauanträgen abgeben. Mit klarer Mehrheit lehnte Putzbrunn den südwestlichsten WKA-Standort ab.
Gutachten sehen Grenzwerte eingehalten
Vor einigen Wochen setzte die CSU-Fraktion durch, dass sie vor einer Stellungnahme zuerst die Gutachten über Lärm sowie Schattenwurf lesen wollen, daher wurde der Tagesordnungspunkt auf die Oktober-Sitzung des Gemeinderats verschoben. Nun lagen die Studien vor. Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) stellte klar, dass es keine Bedenken gegen die Planungen gebe aufgrund einer Abschaltautomatik, die die Einhaltung der Grenzwerte für den Schattenwurf sicherstellt.
Das schalltechnische Gutachten sichert zu, dass es keine schädlichen Umweltemissionen durch Geräusche an den umliegenden Immissionsorten gebe. Die geplanten Anlagen können im Tagbetrieb im offenen Modus und im Nachtbetrieb in einem schallreduzierten Modus betrieben werden.
In den Forstgebieten Eicherholz und Lohholz
Die untere Immissionsschutzbehörde im Landratsamt hatte die Gemeinde um eine Stellungnahme zu den sechs Windkraft-Anlage-Standorten südlich von Keferloh gebeten. Drei Windenergieanlagen stehen im Bereich der Forstgebiete Eicherholz und Lohholz im Geltungsbereich des Teilflächennutzungsplans „Windkraft“ der Gemeinde Grasbrunn. Die Anlagen haben jeweils eine Nabenhöhe von 175 Meter, der Rotorradius beträgt 86 Meter. Somit ergibt sich eine Gesamthöhe von 261 Meter. Drei weitere Anlagen stehen etwas nach Osten versetzt, sie haben eine Nabenhöhe von 162 Meter, der Rotorradius beträgt 87,5 Meter. Somit ergibt sich hier eine Gesamthöhe von 249,5 Meter.
Walter Hois (GPP) verwies auf die Ablehnung von drei Windrädern durch den Grasbrunner Gemeinderat. „Das ist schon eigenartig. Unsere Fraktion lehnt auf alle Fälle den südwestlichsten Standort ab, der muss deutlich verschoben werden, oder es wird ganz auf ihn verzichtet. Aus unserer Sicht wäre diese Anlage für eine Verschattung von Solalinden zuständig.“
Beeinträchtigungen für Solalinden befürchtet
Eduard Boger (CSU) sah das ebenso und pflichtete bei: „Dieser Standort würde unsere Ortsentwicklung entlang der Andreas-Wagner-Straße in Solalinden behindern.“ Klostermeier entgegnete, dass es derzeit keine Pläne für eine Ortsentwicklung in Solalinden gebe, „wir können in unserer Stellungnahme nur auf die aktuelle Situation Bezug nehmen.“
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Tobias Stoklossa (CSU) bat, die Bauanträge für alle sechs Anlagen gemeinsam zu behandeln: „Es kann ja sein, dass sich Schatten und Lärm der Anlagen gegenseitig verstärken.“
Maria Feiner (CSU) forderte eine Bürgerversammlung zum Thema: „Nicht alle Putzbrunner wissen darüber Bescheid, was da auf sie zukommt.“ Mit 14:3 Stimmen lehnte der Gemeinderat den südwestlichen WKA-Standort ab. Einstimmig fordert man das Landratsamt auf, noch für weitere Straßen in Putzbrunn Gutachten zu Lärm und Schattenwurf zu erstellen.