Von Bauhof bis Staatsstraße: Die Gemeinde Forstern hat etliche Projekte vor. Nicht alles aber wird möglich sein.
Forstern hat sich einige Großprojekte vorgenommen: Neubau von Bau- und Recyclinghof, Sanierung der Staatsstraße, und auch in der Ortsmitte soll es weitergehen. All das plant die Kommune in Zeiten, die in vielerlei Hinsicht alles andere als leicht sind. Es sei seine dritte Bürgerversammlung, „in der man ein gewisses ungutes Gefühl hat, wenn man auf die weltpolitische Lage schaut“, sagte Rainer Streu am Samstagnachmittag im Hirschbachwirt. Konflikt in Nahost, Krieg in der Ukraine, Wiederwahl Trumps, steigende Preise – „das verunsichert die Leute auch bei uns“.
Nachfrage nach Bauland bei null
Doch in Forstern habe man „Lösungen und gute Antworten gefunden auf die Herausforderungen der Zeit“. Der Gemeinderat habe bei Investitionen stets gut abgewägt. Dies sei ein positives Signal – ebenso, dass die Einkommensteuer stabil und die Gewerbesteuer mit 2,5 Millionen Euro sogar „herausragend“ gewesen sei.
Sorgen bereitet Streu der Zuzugsdruck: „Wir sollen Wohnraum schaffen, aber es wird nicht mehr gebaut.“ Der Bauausschuss habe in den vergangenen acht Monaten zwei Bauanträge auf dem Tisch gehabt, „und das waren Umbauten im Privatbereich, aber keine Großprojekte, wo wirklich neuer Wohnraum geschaffen wird“. Die finanzielle Situation sei schwierig, die Baupreise hoch. „Die Nachfrage nach Bauland ist bei null. Sonst hatten wir im Jahr um die 60 Anfragen. Das ist schon beängstigend.“
Das trifft auch auf Investoren zu – etwa für ein Pflegeheim. „Jeder, mit dem wir sprechen, ob stationär oder ein anderes Konzept, sagt uns: Reden wir darüber, wenn sich die Baupreise wieder eingependelt haben. Auch das ist erschreckend“, bedauerte Streu.
Besser läuft es bei der Seniorenvertretung und ihren Aktionen. Ein Tabletkurs etwa kam so gut an, dass es im Januar einen weiteren geben wird. Ein Erfolg war mit mehr als 60 Besuchern das Seniorensingen im Feuerwehrhaus gemeinsam mit Buch. Es soll im Frühjahr wiederholt werden.
Erfolgreich läuft auch die ChillZone, die bald ersten Geburtstag feiert: „Der Jugendtreff lebt, seit er in der Ortsmitte ist“, freute sich Streu ebenso wie darüber, dass sich die Schülerzahlen stabilisiert haben. Nach einem deutlichen Einbruch in der Mittelschule gibt es wieder eine stabile zweite fünfte Klasse.
Renovierungsarbeiten an der Schule stehen im kommenden Jahr ebenso an wie an den Kindergärten und am Rathaus. Insgesamt ist die Wunschliste lang – und mit zehn Millionen Euro teuer. Streu betonte, dass der Haushalt noch nicht stehe und es sich lediglich um einen Ausblick handle: „Das ist nicht realistisch, da wird der Gemeinderat noch den Rotstift ansetzen müssen.“
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Teuerstes Projekt ist mit voraussichtlich fünf Millionen Euro Kosten der Bauhof samt Recyclinghof neben dem neuen Feuerwehrhaus. „Das wird weiterhin verfolgt, um Synergieeffekte zu nutzen.“ Man sei in Gesprächen mit Landkreis und weiteren Grundstücksbesitzern.
Für den Kauf von Grundstücken und als Zuschuss zum Neubau des Sportheims plant man je eine Million Euro. Anpacken möchte man die Sanierung der Ortsdurchfahrt, besonders den Bereich am Eicher-Verwaltungsgebäude. Hier habe man mit dem Bauamt Freising eine Lösung für einen Radweg „in ganz einfacher Ausführung“ für geschätzt 40 000 Euro erarbeitet.
Beim Rest der Staatsstraße 2331 gebe es die klare Ansage: Die Gemeinde dürfe bauen, aber müsste selbst planen und in Vorfinanzierung gehen. „Das ist eine Riesenmaßnahme, da haben wir eher die Sorge, dass es uns verwaltungstechnisch überfordert. Deshalb sind wir zurückhaltend“, erklärte Streu.
Beim Hochwasserschutz will die Gemeinde dran bleiben. Es habe einen Check mit dem Wasserwirtschaftsamt gegeben, das Konzept wurde aktualisiert, Grundstücksverhandlungen laufen. In der Ortsmitte will die Kirche nur noch ein Gebäude für Verwaltung und Veranstaltungen bauen. Es gibt Gespräche über die Verwendung des restlichen Grundstücks, das die Gemeinde gerne kaufen würde.
Tiefgarage in der Ortsmitte?
Wenn die Kiesfläche bebaut ist – wo sollen die Autos dann parken, wollte ein Bürger wissen. „Das wird eine Riesenherausforderung“, gestand Streu. Die Gemeinde müsse sich Gedanken über eine Tiefgarage machen: „Wir können das nicht von Bauträgern fordern und selbst keine bauen. Aber es ist mit hohen Kosten verbunden.“ Weitere Anfragen bezogen sich auf die Wärmeplanung und die Flüchtlingssituation (Bericht folgt).
Abschließend wünschte sich der Bürgermeister, dass die Menschen „nicht nur jammern und alles schlechtreden, sondern mit anpacken, mitgestalten und Gemeinschaft leben“. Das gelinge in Forstern mit den rührigen Vereinen sehr gut. „Aber es würde uns allen guttun, wenn wir wegkämen von der vorherrschenden Negativität.“