Putins Elite-Einheit unter Druck: Starlink-Abschaltung bremst russische Angriffe

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Drohnen werden im Ukraine-Krieg von beiden Seiten eingesetzt. Seit der Abschaltung von Starlink geraten Russlands Angriffe ins Stocken.

Kiew/Moskau – Nach einer Reihe von aufsehenerregenden Schlägen des russischen Militärs gegen den Nachschub der Ukrainer schaltete das Internetsystem Starlink Moskaus Streitkräfte ab. Nun beeinträchtigt die zeitweise Abschaltung der Starlink-Terminals offenbar selbst spezialisierte Drohneneinheiten der russischen Streitkräfte. Nach Angaben der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) wirkt sich der Ausfall der Satellitenkommunikation inzwischen auch auf die Arbeit der Eliteeinheit „Rubikon“ aus. Darauf verwies das Institut in seinem aktuellen Lagebericht zum Ukraine-Krieg.

Ukraine-Krieg
Trotz internationaler Friedensbemühungen setzt Russland seine Angriffe auf das Nachbarland fort. (Archivbild) © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Starlink ist für beide Kriegsparteien ein wichtiges Instrument für die Kommunikation und Steuerung von Einheiten und Waffensystemen. Die Nutzung von gewöhnlichem mobilem Internet an der Front ist ineffektiv und gefährlich zugleich. Einerseits besteht oft überhaupt keine Verbindung, andererseits können solche Verbindungen schnell geortet werden.

Starlink verschafft der Ukraine Vorteil – Russlands Drohneneinheit gerät unter Druck

Die Ukraine setzt das Starlink-System bereits seit 2022 erfolgreich im Krieg für die Verteidigung gegen die russischen Angriffe ein. Grundlage waren etwa 1.000 von SpaceX zur Verfügung gestellte Starlink-Antennen. Inzwischen soll das ukrainische Militär mehr als 40.000 Terminals besitzen.

Die russische Drohneneinheit „Rubikon“ operiert nach Einschätzungen von Experten nicht ausschließlich an der unmittelbaren Front. Vielmehr greift sie gezielt auch bis zu zehn Kilometer hinter den ukrainischen Linien an. Dort zerstört sie Fahrzeuge, unbemannte Systeme sowie schwere Quadrocopter, die für die Versorgung der Truppen eingesetzt werden.

Seit dem 4. Februar verzichtet die russische Drohneneinheit „Rubikon“ auf ihrem Telegram-Kanal auffällig auf konkrete Ortsangaben zu Angriffen mit Drohnen auf ukrainisches Gebiet. Die US-Denkfabrik Institute for the Study of War wertet dieses veränderte Kommunikationsverhalten als weiteren Hinweis darauf, dass die Abschaltung von Starlink-Terminals spürbare Auswirkungen auf russische Luftoperationsfähigkeiten hat.

Starlink-Ausfall schwächt Russlands Drohneneinheit – Ukraine gewinnt Gelände zurück

Nach Angaben von Rob Lee vom Foreign Policy Research Institute umfasst die Einheit rund 5.000 Angehörige und verfügt über „enorme finanzielle Ressourcen“, wie Lee gegenüber der Financial Times erklärte. Demnach setzt Rubikon nicht nur auf modernste technische Mittel und eigens entwickelte Jagddrohnen, sondern geht auch gezielt gegen Drohnenpiloten vor, um diese bereits vor dem Start ihrer Systeme auszuschalten.

Die ukrainische Armee hat laut einer Datenauswertung zwischen Mittwoch und Sonntag 201 Quadratkilometer eigenes Staatsgebiet von der russischen Armee zurückerobert. Wie am Montag aus der Analyse der vom US-Institute for the Study of War (ISW) bereitgestellten Daten hervorging, hatten Kiews Streitkräfte seit einer Gegenoffensive im Juni 2023 nicht mehr so viel Gebiet in so kurzer Zeit zurückgewonnen. Die jüngst eroberte Fläche entspricht demnach fast den russischen Eroberungen des gesamten Monats Dezember (244 Quadratkilometer).

„Diese ukrainischen Gegenangriffe nutzen wahrscheinlich die Blockierung des Zugangs der russischen Streitkräfte zum Satellitensystem Starlink aus, die russischen Militärbloggern zufolge die Kommunikation und die Führung beeinträchtigt“, erklärte das ISW. Russische Militärbeobachter hatten die Unterbrechung am 5. Februar festgestellt, nachdem der US-Tech-Unternehmer Elon Musk „Maßnahmen“ angekündigt hatte, um der Nutzung dieser Technologie durch den Kreml ein Ende zu setzen. Laut Kiew umgingen russische Drohnen mit Hilfe von Starlink elektronische Störsysteme und konnten so ihre Ziele präzise treffen. (Quellen: Institute for the Study of War, dpa, Financial Times) (jal)

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