Fronterfahrung für die Bundeswehr: Deutsche bekommen neue Ausbilder – aus der Ukraine

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Ukrainische Ausbilder sollen ihre Front-Erfahrung in deutsche Truppenschulen einbringen. Möglich wird dies durch ein entsprechendes Abkommen.

Berlin – Der Ukraine-Krieg formt eine neue Generation von Soldaten. Viele Truppen sammeln inzwischen umfassende Kampferfahrung – etwa im Drohneneinsatz, im Umgang mit moderner Technik oder bei schnellen taktischen Entscheidungen auf dem Gefechtsfeld. Auch die Bundeswehr soll davon profitieren: Künftig sollen ukrainische Ausbilder ihr Wissen direkt in deutsche Truppenschulen einbringen.

Vorstellung des Aktionsplans Luftlandetruppe
Ukrainische Ausbilder sollen künftig ihre Kriegserfahrung in die Ausbildung deutscher Truppen einbringen. (Archivbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Dazu sei bereits am Freitag ein Abkommen zwischen den Verteidigungsministerien Deutschlands und der Ukraine gezeichnet worden, sagte ein Sprecher des Heeres der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. „Es ist geplant, vor allem an den Truppenschulen des Heeres die Erfahrungen ukrainischer Soldatinnen und Soldaten in die Ausbildung im Heer einfließen zu lassen“, sagte er weiter. Zu den Einzelheiten wollte er sich nicht äußern.

Bundeswehr zieht Lehren – Ukraine bringt Front-Erfahrung in Nato-Übung

Mit dem Schritt reagiert die Bundeswehr auf die erheblichen Veränderungen auf dem ukrainischen Gefechtsfeld. Die ukrainischen Soldaten verfügen mittlerweile über umfangreiche Erfahrungen im Einsatz und der Bekämpfung von Drohnen und haben moderne Führungstechnologien schnell in ihre Truppen integriert.

Aufsehen erregte in der vergangenen Woche ein Bericht des amerikanischen Wall Street Journal. Demnach schaltete bei einer NATO-Übung im vergangenen Jahr im Baltikum ein Team von etwa zehn eingeladenen Ukrainern innerhalb kürzester Zeit zahlreiche gepanzerte Fahrzeuge und andere Ziele aus.

Ukrainische Soldaten demonstrieren Drohnen- und Gefechtskompetenz bei NATO-Manövern

Ein Übungsteilnehmer berichtete dem Blatt, die von Esten geführte gegnerische Einheit sei zusammen mit den Ukrainern in der Lage gewesen, „zwei Bataillone an einem Tag“ kampfunfähig zu machen. Die NATO-Seite habe es nicht geschafft, die gegnerischen Drohnenteams auszuschalten. Auf dpa-Anfrage äußerte sich die NATO nicht zu Details des Übungsverlaufs, betonte aber, dass Übungsszenarien gezielt so gestaltet werden können, dass die gegnerische Seite zeitweise im Vorteil ist.

Nach vorläufigen Zahlen umfasste die Truppenstärke aller NATO-Mitgliedstaaten im Jahr 2025 rund 3,4 Millionen Soldaten. Den größten Anteil stellen die USA mit etwa 1,3 Millionen, gefolgt von der Türkei (481.000) und Polen (216.000). Deutschland stellt rund 185.000 Soldaten. (Quellen: dpa, Wall Street Journal) (jal)

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