Heftige Blamage für NATO: Zehn Ukrainer zerlegen zwei Bataillone – „Schockierend“

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In Europa wächst die Sorge vor einem möglichen Krieg. Im Mai machte eine NATO-Großübung die Grenzen der Allianz im modernen Drohnen-Krieg sichtbar.

Tallinn – In Europa wird zunehmend über die Verteidigungsfähigkeit der NATO diskutiert. Immer wieder stellen Experten und Politiker die Frage, wie gut die Mitgliedsstaaten auf einen möglichen Angriff aus Russland vorbereitet wären. Bei einer NATO-Großübung im Mai in Estland sind offenbar erhebliche taktische Defizite der Allianz offengelegt worden, wie jetzt bekannt wurde.

Bundeswehrsoldaten bei einer NATO-Übung. Die NATO hat zahlreiche Soldaten. (Symbolbild)
Aus allen Mitgliedsstaaten bezieht die NATO Soldaten. (Symbolbild) © Christian Thiel/imago

Wie das Wall Street Journal berichtet, haben zehn ukrainische Soldaten im Rahmen des Manövers die Fähigkeiten von zwei Nato-Bataillonen drastisch auf die Probe gestellt – und in nur einem halben Tag die Truppen inklusive 17 Fahrzeugen ausgeschaltet. Die Übung „Hedgehog 2025“ brachte über 16.000 Soldaten aus zwölf NATO-Staaten zusammen. Im Fokus stand die Zusammenarbeit mit ukrainischen Drohnenexperten, darunter Soldaten von der Front, die ihr direktes Kampferlebnis einbrachten.

Großübung in Estland zeigt Verwundbarkeit der NATO im Drohnenkrieg

Oberstleutnant Arbo Probal, Leiter des Programms für unbemannte Systeme der estnischen Streitkräfte, erklärte: „Ziel war es, möglichst schnell Druck, Stress und kognitive Überlastung für die Einheiten zu erzeugen.“ Für die Übung simulierten die Organisatoren ein dicht besiedeltes und stark umkämpftes Schlachtfeld, auf dem unterschiedliche Drohnentypen eingesetzt wurden.

Ein Teilnehmer beschrieb das Szenario eindringlich und berichtete, dass die Nato-Truppen einfach durch die Gegend gelaufen seien, ohne Tarnung zu nutzen, und ihre Zelte sowie Fahrzeuge einfach abgestellt hätten. Laut mehreren Quellen der Zeitung soll ein NATO-Kommandeur die Übung mit den Worten „Wir sind am Arsch“ zusammengefasst haben.

Aus dem Bericht geht hervor, dass die Übung für die Nato-Streitkräfte ernüchternd verlief. „Insgesamt waren die Ergebnisse katastrophal“, sagt Aivar Hanniotti, Koordinator für unbemannte Luftfahrtsysteme bei der estnischen Verteidigungsliga. Auch Sten Reimann, ehemaliger Kommandeur des estnischen Militärnachrichtendienstes, bezeichnete die Resultate für Militärangehörige und Bodentruppen als „schockierend“.

Skepsis in Europa – Deutschland und die NATO rüsten sich gegen mögliche Bedrohungen

Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte mehrfach, dass Deutschland seine Verteidigungsbereitschaft weiter stärken sollte. Die Sorge: Nach dem Angriff auf die Ukraine könnte Russland auch die NATO, etwa im Baltikum, militärisch herausfordern.

Eine aktuelle Umfrage von Euronews zeigt, dass viele Europäer dem Einsatz von Waffen zur Verteidigung der EU-Grenzen skeptisch gegenüberstehen: Drei Viertel der 9.950 Befragten gaben an, nicht bereit zu sein, zu den Waffen zu greifen, nur 19 Prozent erklärten sich dazu bereit, acht Prozent waren unentschlossen.

Auch Daten von YouGov bestätigen diese Zurückhaltung. In Polen (51 Prozent), Litauen (57 Prozent) und Dänemark (62 Prozent) gilt die russische Aggression als eine der größten Bedrohungen Europas, während bewaffnete Konflikte insgesamt als drittgrößte Sorge genannt werden. Vor diesem Hintergrund setzen besonders die baltischen Staaten auf eine aktive Verteidigungsvorbereitung. (Quellen: Wall Street Journal, Euronews, YouGov) (jal)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/blamage-fuer-nato-bei-uebung-zehn-ukrainer-zerlegen-zwei-bataillone-schockierend-94170584.html