Paul S. (23) wollte eigentlich eine schöne Nacht mit Freunden im Essener Stadtteil Rüttenscheid verbringen. Gegen 3 Uhr verließ der Medizinstudent mit seinen Freunden einen Irish Pub und machte sich auf den Heimweg. Doch dann veränderte sich schlagartig sein Leben.
Die Freunde stoppten an einem Kiosk, um sich Getränke zu kaufen. 20 Personen standen bereits vor dem Eingang, wie Paul S. der "Bild" berichtet: "Alles wirkte entspannt, man unterhielt sich". Dann sei die Situation jedoch eskaliert: "Plötzlich beleidigte ein Typ erst meinen Kumpel und dann mich. Ich habe dann gesagt, er soll doch bitte damit aufhören.“ Kurz darauf wird der Student auf brutalste Weise verprügelt.
Notärztin erkennt Schwere der Verletzungen nicht
Bestimmt acht Leute seien auf ihn losgegangen, wie Paul S. erzählt: "Von überall kamen Schläge und Tritte, ich ging dann zu Boden." Seine Freunde kamen ihm zu Hilfe, wurden allerdings auch verprügelt. Kurz darauf haben die Schläger dann von dem 23-Jährigen abgelassen.
Viele Zeugen hätten den brutalen Angriff bemerkt, allerdings weder eingegriffen noch den Notruf gewählt. Paul S. holte selbst Hilfe, bekam diese allerdings zunächst nicht. Die Notärztin sagte ihm, er solle sich nicht so anstellen, und verweigerte ihm sogar die Einnahme von Schmerzmitteln.
"Stärker kann man ein Knie nicht verletzen"
Was sie nicht erkannte: Das Knie des Medizinstudenten ist siebenfach gebrochen, dazu erlitt Paul S. einen Riss beider Kreuzbänder sowie des Meniskus. Im Krankenhaus sagten die Ärzte zu ihm: "Stärker kann man ein Knie nicht verletzen". Die Angreifer sind wohl mit voller Wucht auf Pauls Bein gesprungen. Der 23-Jährige wurde fünf Stunden lang operiert und benötigt nun ein künstliches Knie.
Ob die Täter gefasst werden können, ist zum aktuellen Zeitpunkt unklar. Durch die falsche Einschätzung der Notärztin wurden in der Tatnacht weder Zeugen vernommen noch Videoaufnahmen gesichert.
Mutter setzt Belohnung von 10.000 Euro aus
Pauls Mutter hat für Hinweise auf die Täter eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt: "Ich kann Zeugen und Mitwisser nur eindringlich bitten: Melden Sie sich bitte, notfalls anonym, wir brauchen Ihre Hilfe!" Hauptverdächtigt werden nach Angaben der Polizei zwei Personen im Alter von 16 bis 20 Jahren, 1,75 bis 1,85 Meter groß. Sie sollen schwarze, lockige Haare und ein südländisches Erscheinungsbild haben.
Hinweise zu den Tätern werden vom Kriminalkommissariat 34 unter der Telefonnummer 0201/8290 entgegen genommen.