Bei 12 Grad frieren Kinder, Wände schimmeln: Horror in Essener Wohnblock

Bewohner der betroffenen Wohnungen in Essen berichten der „WAZ“ von Schimmelbefall in Schlafzimmern und Kinderzimmern, teilweise liegen Matratzen im Wohnzimmer, da andere Räume unbewohnbar sind.

Horror in Wohnungen: 12 Grad und Umzug ins Hotel

Betroffen ist unter anderem die Familie Akcakaya, die in ihrer Wohnung zeitweise nur noch im Wohnzimmer leben konnte, um die Kinder vor der Kälte zu schützen. Ayten Akcakaya sagte der Zeitung, als es gar nicht mehr ging und die Kinder vor Kälte zitterten, habe sie sogar mal das Nötigste gepackt und sei ins Hotel gezogen.

Die Probleme bestehen laut des Berichts seit Weihnachten 2023, als die Heizungen an der Spinozastraße erstmals ausfielen. Laut der Mieter dauern die Ausfälle inzwischen regelmäßig mehrere Wochen an. Die Temperatur in den Wohnungen geht demnach teilweise auf 12 Grad zurück.

Mieter berichten von Frust und Verzweiflung: „Wir sitzen manchmal in dicken Jacken, als ob wir zum Weihnachtsmarkt gehen“, sagte ein Anwohner der „WAZ“. Die hohen Stromkosten durch elektrische Heizgeräte belasten zusätzlich. Trotz der Mängel seien die Mieten nicht gekürzt worden, viele Bewohner fühlten sich ignoriert.

Schimmel in einer betroffenen Essener Wohnung
Schimmel in einer betroffenen Essener Wohnung imago

Lage bessert sich offenbar - Bewohner skeptisch

Die Stadt Essen betont, dass Wohnungen erst bei konkreter Gefahr für Leib und Leben als unbewohnbar gelten. In den betroffenen Häusern wurden nach Kenntnisnahme Heizlüfter bereitgestellt und Reparaturen angekündigt, heißt es in dem Bericht. Diese seien laut Stadt auch durchgeführt worden. Die Mängel seien der Vermietungsfirma bekannt, heißt es von einem Sprecher des Unternehmens. „Der derzeitige Ausfall besteht seit dem 27. November 2025 und folgt auf zuvor aufgetretene kurzfristige Störungen, welche jeweils behoben werden konnten.“

Am 8. Januar 2026 soll ein weiterer Besichtigungstermin der Stadt stattfinden, um unter anderem den Schimmelbefall zu prüfen. Auch soll eine leistungsfähigere Heizungsanlage eingebaut werden. Offenbar hat sich die Lage zwar in den vergangenen Tagen gebessert, trotzdem bleiben die Bewohner skeptisch, dass es so bleibt.

Ähnlicher Vorfall in Berlin

Die Lage erinnert an einen Wohnblock in Berlin. Dort saßen vor zwei Wochen Tausende in der Kälte, da ihre Heizung ausgefallen war. Die Bewohner bibberten in ihren Wohnungen. In manchen Wohnungen war die Temperatur unter 15 Grad gefallen. Als Grund wurde zunächst ein größerer Schaden an dem Blockheizkraftwerk angenommen, das die Wohnsiedlung mit Wärme versorgen soll. Das Kraftwerk hatte in den vergangenen Jahren großen Ärger verursacht, weil wegen der steigenden Nebenkosten seit 2022 hohe Nachzahlungsbescheide bei den Berliner Mietern eintrudelten, wie FOCUS online berichtete.