Haben auch Sie Angst vorm neuen Jahr? Dann gibt es eine gute Nachricht

Sitzen auch Sie gerade am Schreibtisch oder beim Frühstück und haben ein wenig Angst vor dem neuen Jahr? 

Ich ehrlich gesagt schon: wegen der geopolitischen Lage und all der Kriege auf der Welt. Wegen der kriselnden Wirtschaft und der drohenden Rezession im deutschsprachigen Europa? Wegen des Klimawandels und der zunehmenden Unwetter? Und vor allem wegen meines kranken Vaters.  

Über den Autor

Wolfgang Jenewein ist einer der führenden Coaches und Trainer im deutschsprachigen Raum. Er ist Professor an der Universität St. Gallen und Gründer der JENEWEIN AG. Er arbeitet mit Top-Athleten wie Wladimir Klitschko oder Alexander Aamodt Kilde aber auch mlt Vorständen internationaler Unternehmen zusammen. Er selbst ist leidenschaftlicher Crossfit-Athlet und zählt zu den besten 50 weltweit in seiner Altersklasse.

Oft erhält man in solchen Situationen dann den Rat: "Positiv bleiben und nach vorne schauen" oder "Es wird alles gut". 

Das hilft nur nicht, weil unser Unterbewusstsein sich meldet und uns signalisiert "nix ist gut". In der Forschung nennt man das toxische Positivität, wenn man zwanghaft versucht, positiv zu denken oder zu fühlen. 

Besser als toxische Positivität funktioniert radikale Akzeptanz.

Es bedeutet, die Realität vollständig und ohne inneren Widerstand anzunehmen, so wie sie ist. Nicht gutheißen. Nicht aufgeben, sondern anerkennen. 

Neid entsteht weniger durch das, was passiert, sondern durch das Nicht-Akzeptieren von Realität, so hart sie auch ist. Erst durch das ehrliche Annehmen von Fakten, Gefühlen und Umständen bin ich präsent und vermeide sekundäres Leiden, das durch den inneren Widerstand entsteht (Warum ist das passiert? Warum ich? Ich halte das nicht aus…). 

Es gibt keine Helden ohne Monster

Es bedeutet nicht Resignation oder Passivität. Im Gegenteil: Es ist die Grundlage für wirksames Handeln. Erst wenn wir die Realität akzeptieren, wie sie ist, können wir sie bewusst verändern.

Wenn einer der Athleten, mit denen ich arbeiten darf, in eine schwierige Situation (Verletzung, Trennung, Stammplatzverlust) kommt und er oder sie Probleme hat, es zu akzeptieren, sage ich ihnen jeweils: "Es gibt keine Helden ohne Monster".

Diesen Gedanken finde ich auch für das bevorstehende 2026 sehr passend und ich dachte mir, vielleicht hilft Euch ja ein Neujahrsimpuls, um mental gerüstet und mit der richtigen Haltung zu starten: 

Das neue Jahr beginnt und wir starten es nicht mit Leichtigkeit. Wirtschaftliche Unsicherheit, politische Spannungen, ökologische Herausforderungen, private Probleme. Monster gibt es genug. Jeden Tag.

Aber genau darin liegt die Wahrheit:

Ohne Widerstand keine Entwicklung.

Ohne Druck keine Klarheit.

Ohne Monster keine Helden.

Dieses Jahr wird uns fordern. Es wird uns testen.

Und genau deshalb wird es zeigen, wer wir wirklich sind.

Nicht ausweichen. Nicht warten. Nicht beschweren.

Annehmen. Aufstehen. Handeln.

Denn Helden werden nicht in ruhigen Zeiten geboren, sondern in Momenten, in denen andere zurückweichen.

Willkommen im neuen Jahr. Zeigen Sie, wer Sie sind! 

Ich wünsche von ganzem Herzen ein gutes neues Jahr.

Ihr Wolfgang