Renee Good: Das ist die Frau, die die US-Behörde ICE bei ihrem Einsatz erschoss

Sie war eine ausgezeichnete Dichterin und Mutter von drei Kindern. Eine 15-jährige Tochter und zwei Söhne im Alter von zwölf und sechs Jahren hinterlässt die 37-jährige Renee Nicole Good.

Sie wurde am Mittwoch von einem Beamten der U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) in Minneapolis erschossen. Bundeskräfte der ICE führten gerade eine gezielte Operation durch, als Good offenbar mit ihrem Auto in den Einsatz geriet.

Vater gegenüber Medien: "Sie war eine wundervolle Person"

Der Bürgermeister von Minneapolis bestätigte den Tod der 37-Jährigen kurz darauf. Good hatte kreatives Schreiben an der Old Dominion University studiert. 2020 gewann sie den Academy of American Poets Prize.

Die "Washington Post" hatte die Möglichkeit, einige Fragen an ihre Angehörigen zu richten. "Sie war eine wundervolle Person", erzählte ihr Vater demnach am Mittwochabend. "Sie hatte ein hartes, aber gutes Leben."

Tödliche Schüsse bei ICE-Einsatz in Minneapolis
Frau stirbt nach Schüssen eines ICE-Beamten in Minneapolis Alex Kormann/Star Tribune via AP/dpa

Goods Familie und ihre Freunde beschreiben sie gegenüber der Washington Post als liebenden Menschen und als Filmliebhaberin. Good selbst schrieb in ihre Beschreibung auf einem eigenen Instagram-Account: "poet and writer and wife and mom and shitty guitar strummer from Colorado". Zu Deutsch: "Dichterin und Autorin und Ehefrau und Mutter und schlechte Gitarrenspielerin aus Colorado."

Was die Tragödie noch schmerzlicher macht: Goods Ehemann, der Comedian Tim Macklin, Vater des sechsjährigen Sohnes, starb bereits im Jahr 2023. Das jüngste der drei Kinder wächst nun als Waise auf.

Trump: ICE-Einsatz in Minneapolis sei "Notwehr" gewesen

Der ICE-Einsatz mit tragischem Ende hatte sich am frühen Mittwochvormittag ereignet, als ICE-Beamte im Rahmen einer größeren Razzia in der Stadt unterwegs waren. Präsident US-Donald Trump und Heimatschutz-Ministerin Kristi L. Noem erklärten, Good habe versucht, einen Beamten "mit ihrem Fahrzeug zu überfahren". Nach Angaben des Heimatschutzministeriums blockierten Demonstrierende die ICE-Operation gezielt. Eine Frau – Good – habe ihr Fahrzeug als Waffe eingesetzt. Der Einsatz sei daher "in Notwehr" erfolgt.

Videoaufnahmen vom Vorfall widersprechen dieser Darstellung: Handyclips umstehender Passanten zeigen, wie Good mutmaßlich versucht, ihr Auto aus dem Weg zu manövrieren. Bevor ein Beamter schließlich durch das Beifahrerfenster schießt.

Senatorin fordert: ICE soll Minnesota sofort "verlassen"

Lokale Amtsträger fordern nun eine gründliche Untersuchung. Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, und der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, kritisierten die Eskalation und forderten Rechenschaft. Senatorin Tina Smith forderte die ICE-Behörde in einem Social-Media-Post auf, Minnesota "sofort zu verlassen".

Tausende Menschen versammelten sich am Mittwochabend zu einer Mahnwache, um Good zu gedenken und gegen den Einsatz tödlicher Gewalt zu protestieren.