Abgelehnter Geflüchteter lebt mit Familie in selbstgebautem Haus auf einem Grundstück, das der Stadt gehört

Auf einem brachliegenden Gelände in Brüssel steht ein Wohngebäude, das illegal von einer geflüchteten Familie errichtet wurde, die in Belgien kein Asyl erhalten hat. Bewohnt wird es von einem Mann, seiner Partnerin und ihrem Kleinkind, wie die belgische Nachrichtenwebsite "Bruzz" berichtet.

"Wir leiden hier sicher keine Kälte"

Die Unterkunft entstand aus gesammelten Materialien sowie aus gespendeten Bauteilen. Ein Solarpanel liefert Strom und eine einfache Heizung sorgt für Wärme. "Wir leiden hier sicher keine Kälte", sagte der Familienvater gegenüber "Bruzz", der im Artikel Ma genannt wird.

Wie die Familie erzählte, begann ihre Flucht bereits vor sechs Jahren aufgrund einer angespannten Sicherheitslage in ihrer Heimat. Über ihre Herkunft machten sie aus Schutzgründen keine Angaben. Der Weg führte sie über mehrere Länder des Balkans nach Belgien, wo sie seit rund acht Monaten leben. 

Brüssel verzichtet vorerst auf eine Räumung

Das Grundstück ist langfristig für den Bau einer niederländischsprachigen Schule vorgesehen, die Pläne dafür befinden sich noch in einem frühen Stadium. Obwohl das Wohnen auf dem Gelände nicht erlaubt ist, verzichtet die Stadt Brüssel vorerst auf eine Räumung, da noch keine Bauarbeiten begonnen haben.

Über 900.000 Menschen leben trotz abgelehntem Asyl in Deutschland

In Deutschland leben auch Menschen, deren Asylanträge abgelehnt wurden. Laut dem Ausländerzentralregister waren zum Stichtag 31. Oktober 2025 insgesamt 934.553 ausländische Staatsangehörige von einer Ablehnung ihres Asylantrags betroffen.