Trump drohte mit neuen Angriffen – plötzlich zeigt sich Maduros Nachfolgerin versöhnlich

Die Interimspräsidentin Venezuelas, Delcy Rodriguez, hat sich erstmals versöhnlich gegenüber den USA gezeigt. In einer Erklärung auf Social Media bot sie eine Zusammenarbeit an, die auf „gemeinsamer Entwicklung“ basieren solle. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wolle ihre Regierung „respektvolle Beziehungen“ zu den Vereinigten Staaten aufbauen. Zuvor hatte sie die Festnahme des bisherigen Machthabers Nicolas Maduro durch US-Streitkräfte scharf kritisiert und als illegal bezeichnet.

„Wir laden die US-Regierung ein, mit uns an einer Agenda der Kooperation zu arbeiten, die auf internationalem Recht basiert und eine dauerhafte Gemeinschaft fördert“, erklärte Rodriguez. Sie betonte, dass Frieden und Dialog Vorrang vor Krieg haben sollten. 

Trump droht mit weiteren Aktionen

US-Präsident Donald Trump zeigte sich jedoch wenig kompromissbereit. Er erklärte am Sonntag, dass er weitere militärische Aktionen gegen Venezuela anordnen könnte, falls das Land nicht kooperiere. Er wolle die venezolanische Ölindustrie wieder öffnen und den Drogenhandel stoppen.

Trump sprach auch Drohungen gegen Kolumbien und Mexiko aus und äußerte sich zu Kuba: „Das kommunistische Regime sieht aus, als würde es von allein fallen“, sagte er laut „Reuters“. Die Festnahme von Maduro und seiner Frau Cilia Flores bezeichnete Trump als Teil einer Strafverfolgung wegen schwerer Vorwürfe wie Drogenhandel.

Maduro vor Gericht in New York

Noch am Montag soll Maduro vor einem Bundesgericht in New York erscheinen. Laut der Trump-Regierung sei die Festnahme eine Maßnahme, um ihn für kriminelle Aktivitäten zur Verantwortung zu ziehen. Bereits 2020 wurden Anklagen wegen Drogenhandel gegen ihn erhoben, die nun erweitert wurden.

Maduro wird vorgeworfen, Drogenschmuggelrouten organisiert und gewalttätige Kartelle wie das Sinaloa-Kartell unterstützt zu haben. Zudem soll er das Militär eingesetzt haben, um Drogenlieferungen zu schützen. Seine Frau Cilia Flores wird beschuldigt, Entführungen und Morde angeordnet zu haben. Beide bestreiten die Vorwürfe.

Maduro wurde von den USA entführt
Nicolas Maduro wurde von den USA aus Venezuela entführt und inhaftiert. Reuters

Internationale Kritik an der US-Operation

Die Festnahme von Maduro hat international für Kritik gesorgt. Viele Länder stellen die Rechtmäßigkeit infrage und fordern die USA auf, internationales Recht zu respektieren. Der UN-Sicherheitsrat will sich am Montag mit dem Angriff befassen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnte vor einem gefährlichen Präzedenzfall. China verurteilte die Aktion ebenfalls und forderte die Freilassung von Maduro und seiner Frau.

Unsichere Zukunft für Venezuela

Die politische Lage in Venezuela bleibt angespannt. Die Wirtschaft des Landes ist seit Jahren in der Krise, Millionen Menschen sind bereits geflohen. Laut „Reuters“ könnte die Entmachtung von Maduro das Land weiter destabilisieren. Er regierte Venezuela über zwölf Jahre lang nach dem Tod seines Vorgängers Hugo Chavez.