Anklagebank statt Präsidentenpalast: Maduro muss heute vor Gericht – während Trump weiter droht

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Der venezolanische Machthaber Nicolas Maduro wurde am Wochenende von US-Truppen in Caracas festgenommen und soll heute vor einem Bundesgericht in New York erscheinen, wie „AP“ berichtet. Die Festnahme erfolgte während eines Militäreinsatzes unter dem Kommando von US-Präsident Donald Trump.

Maduro wird wegen Vorwürfen des Drogenhandels und der Unterstützung krimineller Organisationen angeklagt. Die Anklagepunkte wurden erstmals 2020 erhoben und am Samstag um weitere Vorwürfe gegen seine Frau Cilia Flores ergänzt. Sie soll demnach Entführungen und Morde angeordnet haben. Maduro bestreitet die Anschuldigungen. 

Trump droht mit weiteren Angriffen

Donald Trump schließt weitere militärische Aktionen nicht aus, falls Venezuela nicht mit den USA kooperiert. Er forderte das Land auf, seine Ölindustrie zu öffnen und den Drogenhandel zu stoppen. „Wir holen uns zurück, was sie gestohlen haben“, sagte Trump an Bord der Air Force One. Er deutete auch mögliche Maßnahmen gegen Kolumbien und Mexiko an und erklärte, dass das kommunistische Regime in Kuba „kurz vor dem Zusammenbruch“ stehe.

Widerstand in Venezuela

Trotz der Festnahme bleibt die Regierung Maduro in Caracas weiterhin an der Macht. Vizepräsidentin Delcy Rodriguez, die laut „Reuters“ als pragmatisch gilt und interimistisch die Führung übernommen hat, erklärte, dass Maduro weiterhin Präsident sei. Sie widersprach Trumps Aussage, dass sie zur Zusammenarbeit mit den USA bereit sei. Die US-Regierung hat Maduro seit der umstrittenen Wahl 2018 als illegitimen Diktator eingestuft.

Venezuelas Vizepräsidentin Delzy Rodriguez bei einem venezolanisch-russischen Regierungstreffen 2024
Venezuelas Vizepräsidentin Delzy Rodriguez bei einem venezolanisch-russischen Regierungstreffen 2024 IMAGO / SNA

Kritik an US-Angriff

Die Festnahme von Maduro hat weltweit für Diskussionen gesorgt. Viele Länder stellen die Rechtmäßigkeit der Aktion infrage und fordern die USA auf, internationales Recht zu respektieren. Der UN-Sicherheitsrat will sich heute mit dem Angriff befassen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnte vor einem gefährlichen Präzedenzfall. Auch in Washington gibt es Kritik: Demokratische Oppositionspolitiker werfen der Trump-Regierung vor, sie über ihre Venezuela-Politik getäuscht zu haben.

Venezuela in der Krise

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