Betrügerische WhatsApp-Nachrichten: Wie Kriminelle bei Hotelbuchungen zuschlagen

Der Urlaub ist gebucht, die Vorfreude ist groß – doch dann kommt die böse Überraschung. Eine Kollegin erhielt einige Zeit nach der Bezahlung ihrer Hotelbuchung plötzlich eine WhatsApp-Nachricht, in der sie aufgefordert wurde, ihre Buchungsdaten zu bestätigen. Auf den ersten Blick wirkte alles seriös. Erst beim genaueren Hinsehen entpuppte sich die Nachricht als geschickter Betrugsversuch. Ihr Fall zeigt, wie perfide Kriminelle vorgehen um an persönliche Daten und Zahlungsinformationen zu gelangen.

Persönliche Nachrichten über WhatsApp 

Wochen nach der Buchung und Zahlung über Booking.com erhielt meine Kollegin eine persönliche WhatsApp-Nachricht vom gebuchten Hotel. Darin wurde sie aufgefordert, ihre Buchungsdetails zu bestätigen. Begleitet wurde die Nachricht von der Beruhigung, dass dabei kein Geld abgebucht werde – man müsse nur auf den mitgeschickten Link klicken. Angeblich könne die Buchung sonst innerhalb von 24 Stunden storniert werden.

Das Profil des Absenders zeigte ein Bild, das wie das einer Hotelmitarbeiterin wirkte und auch Anrede, Formulierungen und Absender machten einen plausiblen Eindruck.

„Ich wäre fast drauf reingefallen, weil die Betrüger sowohl meine Buchungsnummer als auch meine Aufenthaltsdaten und meinen Namen kannten. Ich hätte gedacht, dass ich einigermaßen sicher Scam erkenne, aber das habe ich nur erkannt, weil ich zufällig mal in einem Hotel mitgehört habe, als an der Rezeption über solche Betrugsversuche gesprochen wurde.“ so meine Kollegin zum ersten Eindruck der Nachricht.

Screenshot Betrugsversuch
Die Betrüger fordern auf, die Buchungsdetails zu bestätigen. Privat
Betrugsversuch per WhatsApp 2
Die Betrüger bauen Druck auf. Privat

Glücklicherweise reagierte sie nicht vorschnell, sondern prüfte die Nachricht genauer:
„Als ich dann näher hingesehen habe, ist mir aufgefallen, dass die Nummer aus den Niederlanden ist und der Booking-Link nicht zu Booking.com führt. Ich hatte schon Mailkontakt mit der Unterkunft und deswegen habe ich denen einfach auf diesen Mailaustausch geantwortet, um zu fragen, ob das echt ist. So konnte ich sicher sein, die richtigen zu erreichen. Da kam sofort die Antwort, nein, das sei ein Scam.“

Kurz darauf erhielt sie eine erneute Nachricht vom „Hotel“, diesmal auf Englisch. Auch hier hieß es, die Daten müssten innerhalb von 24 Stunden bestätigt werden, sonst werde die Buchung storniert oder es könnten andere Probleme auftreten. Ein typisches Muster, mit dem Betrüger Druck aufbauen.

„Dadurch, dass der Urlaub kurz vor der Tür steht, kam es mir zum einen plausibel vor, dass sie sich mit Check-In-Fragen melden und zum anderen wollte ich die Buchung nicht verlieren, deswegen wäre ich da fast in die Falle getappt.“ erklärt meine Kollegin. 

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    Bildquelle: GettyImages/Igor Kutyaev

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So schützen Sie sich:

Die Verbraucherzentrale rät zu folgenden Punkten, um sich vor Betrügern zu schützen:

  • Verwenden Sie möglichst „Zahlung in der Unterkunft“.
  • Nutzen Sie nur die Zahlungsmöglichkeiten innerhalb der Buchungsplattform.
  • Bei Mitteilungen an Sie: Kontaktieren Sie den Kundenservice der Plattform oder direkt die Unterkunft.
  • Klicken Sie keine unbekannten Links an. 

Booking.com betont: „In der Regel wird bei keiner legitimen Transaktion von einem Kunden verlangt, sensible Informationen wie Kreditkartendaten per E-Mail, Chat-Nachricht, SMS, WhatsApp oder Telefon anzugeben.“

Wenn Sie Opfer eines solchen Betrugs geworden sind, sind folgende Dinge wichtig: 

  • Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank.
  • Lassen Sie das Bankkonto sperren (Sperr-Notrufnummer 116 116).
  • Zeigen Sie den Vorfall bei der Polizei an.
  • Geben Sie Booking.com beziehungsweise dem betroffenen Anbieter Bescheid.