Ein Video zeigt eine junge Frau kurz vor dem Brand in der Bar in Crans-Montana. In der Vernehmung äußerten die Betreiber nun deutliche Worte über die Kellnerin.
Crans-Montana – Nach dem verheerenden Brand in der Bar Le Constellation im Schweizer Skiort Crans-Montana, bei dem 40 überwiegend sehr junge Menschen ihr Leben verloren, gibt es neue erschreckende Details. Etwa 116 Gäste erlitten durch das Feuer Verletzungen, rund 80 von ihnen befinden sich weiterhin in medizinischer Behandlung in Krankenhäusern. Den Betroffenen und ihren Familien wird nun eine finanzielle Soforthilfe bereitgestellt. Die Betreiber der Bar wurden bereits von den Behörden befragt. Nun sickerten neue, erschütternde Details aus der Vernehmung ans Licht.
Noch immer werden Dutzende Brandopfer in Kliniken behandelt, auch in Deutschland. Um umgehend Unterstützung zu leisten, bekommen die 150 Opfer der Brandkatastrophe und ihre Angehörigen vom Schweizer Kanton Wallis eine finanzielle Soforthilfe. Der Staatsrat hat die Zahlung von 10.000 Franken (rund 10.700 Euro) beschlossen, diese werde an die Familien der 40 Todesopfer und die 116 Überlebenden gezahlt, die nach dem Brand in der Silvesternacht ins Krankenhaus mussten.
Besucher der Bar in Crans-Montana filmten den verhängnisvollen Moment der Katastrophe
Ereignet hat sich die Tragödie in der Silvesternacht am frühen Neujahrsmorgen. Zahlreiche Bar-Besucher filmten die auflodernden Flammen zu Beginn noch. Eines dieser Videos schürte schnell den Verdacht, dass der Schaumstoff an der Decke im Untergeschoss der Bar in Brand geraten sein könnte. Vermutlich wurde das Feuer durch eine Kellnerin ausgelöst, die auf den Schultern einer anderen Person saß, einen Motorradhelm trug und funkenstiebende Partyfontänen in Champagnerflaschen servierte. Diese Szene war ebenfalls auf einem Video zu sehen.
Mittlerweile wurde bekannt, dass die junge Kellnerin ebenfalls unter den Todesopfern ist. Wie das Schweizer Portal Tagesanzeiger erfahren haben will, sei die junge Kellnerin hinter einer Servicetür leblos gefunden worden. Der Besitzer der Bar, Jacques Moretti, hatte zuvor in einer Vernehmung gestanden, dass die Servicetür von innen verriegelt gewesen sei. Zusätzlich habe es in der Bar einen Notausgang gegeben, doch dieser wirft ebenfalls Fragen auf. Bilder einer Überwachungskamera schüren einen furchtbaren Verdacht.
Betreiber der Bar haben Gebrauch der Partyfontänen mittlerweile gestanden
Das Schweizer Portal berichtet zudem, dass das Betreiber-Paar der Bar, Jacques und Jessica Moretti, die junge Kellnerin auf der Videoaufnahme identifiziert haben wollen. Bei der Vernehmung am Freitag, 9. Januar 2026, habe das Paar auch den Gebrauch der Partyfontänen zugegeben. Jessica Moretti habe laut dem Tagesanzeiger gestanden, dass die Effekte beim Servieren von Champagner verwendet wurden, um „Stimmung zu machen“. „Ich habe das nie verlangt, aber auch nie verboten“, soll die Frau des Bar-Besitzers demnach ausgesagt haben. Offiziell bestätigt wurden diese Details bislang nicht.
Die italienische Zeitung Corriere della Sera berichtet nun weitere Details aus einer Vernehmung des Paares. Ob es sich dabei um die gleiche Vernehmung vom Freitag, 9. Januar handelt, ist nicht bekannt. Die italienische Zeitung will erfahren haben, dass das Betreiber-Paar in seiner Vernehmung der Kellnerin maßgeblich die Schuld an dem Brand gegeben habe. Die verhängnisvolle Aktion habe die junge Frau demnach aus eigenem Antrieb getan. Jacques Moretti habe zudem ausgesagt, dass es seiner Meinung nach zu gefährlich wäre, in einem solchen Moment auf den Schultern einer anderen Person zu sitzen.
Laut Jessica Moretti sei es nicht das erste Mal gewesen, dass sich die junge Frau auf die Schultern einer anderen Person gesetzt habe. Neben den Anschuldigungen habe das Paar zugleich sehr nahbar und freundschaftlich von der jungen Frau gesprochen, habe sie sogar „wie eine Tochter“ beschrieben. Doch diese Details weisen die Eltern der jungen Kellnerin offenbar entschieden zurück. Die italienische Zeitung beruft sich hierbei auf eine Mitteilung der Anwältin der Familie. Demnach habe die Anwältin der Eltern der Frau erklärt, dass zwischen dieser und den beiden Bar-Betreibern lediglich ein berufliches Verhältnis bestanden habe.
Bar-Betreiber mittlerweile in Untersuchungshaft, seine Ehefrau darf Land nicht verlassen
Bereits zuvor hatte die Familie über eine Mitteilung ihrer Anwältin betont, dass ihre Tochter in der verhängnisvollen Nacht die Anweisungen ihrer Arbeitgeber befolgt habe: „Sie hat vor der Geschäftsführerin getan, was von ihr verlangt wurde. Das war nichts Ungewöhnliches.
Unmittelbar nach der Vernehmung wurde der Besitzer der Bar in Untersuchungshaft genommen. Gegen seine Frau, Jessica Moretti, wurden inzwischen bestimmte Auflagen verhängt. Die Französin darf die Schweiz nicht verlassen und muss sowohl ihren Pass als auch ihre Ausweispapiere abgeben. Quellen: dpa, Tagesanzeiger, Corriere della Sera (jl)