Er will "endloses Scrollen" beenden: Australiens Premier verteidigt Social-Media-Verbot für Kinder

Einen Tag vor Inkrafttreten des Social-Media-Verbots für Kinder in Australien hat Regierungschef Anthony Albanese die umstrittene Maßnahme erneut verteidigt. Mit dem für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren geltenden Verbot würden diese vom "endlosen" Scrollen befreit, sagte er am Dienstag. 

Mit den nahenden langen Schulferien sei es die perfekte Zeit für Teenager, sich vom Handy zu lösen: "Verbringt Zeit mit euren Freunden und eurer Familie. Persönlich, von Angesicht zu Angesicht."

"Fangt neue Sportart an": Albanese appelliert an Teenager

"Vor allem solltet Ihr die kommenden Schulferien sinnvoll nutzen, anstatt sie nur mit dem Handy zu verbringen", appellierte Albanese in einer Videobotschaft an die Kinder und Jugendlichen. "Fangt eine neue Sportart an, lernt ein neues Instrument oder lest endlich das Buch, das schon so lange im Regal steht." In Australien fangen vor Weihnachten die langen Sommerferien an.

Millionenstrafe für Social-Media-Plattformen 

Das Social-Media-Verbot ist das erste dieser Art weltweit. Es tritt am Mittwoch in Kraft, Social-Media-Plattformen wie Tiktok, Instagram und Snapchat müssen die Konten aller Nutzer unter 16 Jahren in Australien löschen. Das betrifft hunderttausende Kinder und Jugendliche: Allein Instagram zählt etwa 350.000 australische Nutzer im Alter von 13 bis 15 Jahren. 

TikTok USA
Schriftzug an der TikTok-US-Zentrale in Culver City. Imago

Die Betreiber der Plattformen tragen laut dem entsprechenden Gesetz die Verantwortung, die richtigen Konten zu löschen. Plattformen drohen Geldstrafen in Höhe von umgerechnet 27 Millionen Euro, wenn sie keine "angemessenen Maßnahmen" zur Einhaltung der Vorschriften ergreifen. Ausgenommen sind ganz wenige Dienste wie etwa WhatsApp. 

Reddit beugt sich Gesetz

Als eine der letzten Online-Plattformen kündigte das Diskussionsforum Reddit an, sich den Vorschriften beugen zu wollen. Zugleich kritisierte das US-Unternehmen die australischen Pläne als "rechtlich falsch". 

In einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme hieß es: "Obwohl wir hinsichtlich des Umfangs, der Wirksamkeit und der Auswirkungen auf den Datenschutz dieses Gesetzes anderer Meinung sind, werden wir ab dem 10. Dezember einige Änderungen vornehmen, um den Vorgaben zu entsprechen."