Die Geburtenrate in Deutschland beträgt laut „Statista“ 1,35. Die entsprechende Rate in Europa liegt bei 1,41, in den USA bekommt eine Frau durchschnittlich 1,62 Kinder. All diese Werte haben etwas mit der Nationalen Sicherheitsstrategie der USA zu tun.
Donald Trump: Regierung veröffentlicht Nationale Sicherheitsstrategie
Aber der Reihe nach. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat vor einigen Tagen ihre Nationale Sicherheitsstrategie veröffentlicht. Ein Dokument, welches für gewöhnlich einmal während der vierjährigen Amtszeit eines Präsidenten veröffentlicht wird. Das 33 Seiten lange Dokument geht auf eine Vielzahl von Themen ein, die nachvollziehbar mit der Nationalen Sicherheit der USA zu tun haben. So geht es um die Positionierung gegenüber Russland, China und natürlich auch gegenüber Europa.
Doch gerade in dem Teil über Europa gerät das Dokument zu einer wahren Anklage. So beklagen die USA einen Verlust der Demokratie und Meinungsfreiheit in Europa. Europa stehe vor großen Problemen, heißt es in dem Dokument. Unter der Überschrift „Förderung der Größe Europas“ führen die Trump-Regierung an, die USA hätten sich „daran gewöhnt, europäische Probleme unter dem Gesichtspunkt unzureichender Militärausgaben und wirtschaftlicher Stagnation zu betrachten“: Weiter raunen die Trump-Beamten: „Die wirklichen Probleme Europas sind noch tiefgreifender.“
Bizarre Anklage gegen Europa: "Untergang der Zivilisation" und "sinkende Geburtenraten"
Und dann wird es wirklich düster: „Dieser wirtschaftliche Niedergang wird jedoch von der realen und noch gravierenderen Aussicht auf den Untergang der Zivilisation überschattet. Zu den größeren Problemen, mit denen Europa konfrontiert ist, gehören (…) eine Migrationspolitik, die den Kontinent verändert und Konflikte schafft, (…) sinkende Geburtenraten sowie der Verlust der nationalen Identität und des Selbstbewusstseins. (….) Sollten sich die aktuellen Trends fortsetzen, wird der Kontinent in 20 Jahren oder weniger nicht mehr wiederzuerkennen sein.“
Die US-Regierung warnt also vor einem „Untergang der Zivilisation“ - man könnte die Worte auch mit „zivilisatorische Auslöschung“ übersetzen - in Europa und beklagt unter anderem „sinkende Geburtenraten“. Und nun kommen die angesprochenen Geburtenraten ins Spiel. Dieser Wert, das stimmt, sinkt in Europa seit Jahren immer weiter. Laut „Statista“ lag er in den 1950er-Jahren noch bei 2,7, nach einem Tiefpunkt in den 1990-er-Jahren von 1,4 stieg er Anfang des neuen Jahrtausends nochmal auf Werte von rund 1,6 und liegt eben jetzt wieder bei gut 1,4.
Auch in den USA sinkt Geburtenrate unter kritischen Wert von 2
Dieser Wert liegt unter dem Wert von 2, den Experten stets als Mindestwert angeben, damit eine Bevölkerung ohne Zuwanderung nicht schrumpft. Doch das Erstaunliche an diesen Vorwürfen und apokalyptischen Analysen der US-Beamten: In den USA sieht es nicht viel besser aus. Die Geburtenrate war dort im vergangenen Jahrtausend stets höher als in Europa, nach dem Zweiten Weltkrieg stieg sie fast auf den Wert 4.
Doch seitdem sinkt sie, wie in Europa, rapide. Jetzt liegt die Rate nur noch minimal über dem Wert auf dem alten Kontinent. Sprich: Eigentlich müsste die US-Regierung auch für ihr eigenes Land einen „Untergang der Zivilisation“ befürchten.
Klar ist: Die Europäer inklusive Kanzler Friedrich Merz (CDU) kritisierten die Strategie teils heftig.