Schleuser kassieren von Migranten bis zu 27.500 Euro für Flucht nach Deutschland

Schleuserbanden agieren immer erfolgreicher, brutaler und sind dabei globaler organisiert. Sie verdienen an der irregulären Migration so Millionen von Euro. Die Drahtzieher sitzen oft weit weg und außerhalb der EU. 

Vor Ort erledigen lokale Kriminelle die Arbeit des Netzwerks: Sie kümmern sich um den Transport der Migranten, die Unterbringung und fälschen Papiere, wie die Behörde Europol in ihrem Jahresbericht schreibt. Die Ermittler müssen immer mehr Aufwand betreiben, um die Banden zu verfolgen und die Drahtzieher festzunehmen  

Ihre Opfer, die aus Kriegsgebieten mit Hoffnungen nach Europa fliehen wollen, locken sie mit bunten Fake-Anzeigen an. KI hilft den Banden dabei. So wird auch das Fälschen von Dokumenten viel einfacher als früher, so Europol. 

Europol: Eine Fluchtroute innerhalb der EU kostet 8000 Euro

Den Kontakt zu Migranten knüpfen die Kriminellen über soziale Medien, kommuniziert wird über verschlüsselte Messenger. Die Bezahlung erfolgt in Kryptowährung. Nicht selten landen die Opfer in Europa in Armut und Prostitution. Den versprochenen Job bekommen sie nicht.

Für ihre Flucht müssen die Migranten viel Geld bezahlen: Ein gefälschter Ausweis kostet laut Europol bis zu 3000 Euro. Für eine arrangierte Scheinehe wollen die Kriminellen 2500 Euro sehen, die sie angeblich an die Frauen weiterleiten. 

Eine Schleuser-Reise, die illegal und gefährlich ist, kostet innerhalb der EU etwa 8000 Euro. Für eine Reise vom Kriegsgebiet bis zu sehr beliebten Ländern wie Deutschland, Schweden oder Dänemark wollen die Schleuser fünfstellige Summen sehen. Der Höchstwert liegt bei 27.500 Euro pro Person und Route.

Europol gelingt es immer wieder, Netzwerke zu zerschlagen

Immer wieder gelingt es Europol, die Schleuser-Netzwerke zu zerschlagen. Am 20. November 2024 führte ein von Deutschland angeführter EU-weiter Aktionstag zur Zerschlagung eines syrischen Schleusernetzwerks zum Erfolg. Das Netzwerk war auch in Waffenschmuggel und Dokumentenfälschung entlang der sogenannten Balkanroute verwickelt. 

Bei dieser Operation wurden 25 Personen festgenommen, darunter drei hochrangige Zielpersonen. Fahrzeuge, elektronische Geräte und Bargeld wurden beschlagnahmt.