ARD-Jahresrückblick polarisiert: Leser streiten über Ton und Haltung

Der ARD-Jahresrückblick 2025 stößt bei vielen Lesern auf deutliche Kritik. Im Mittelpunkt steht die Moderation, die teilweise als zu wenig empathisch wahrgenommen wird. Andere Kommentatoren nutzen den Anlass für grundsätzliche Vorbehalte gegenüber Auftrag, Qualität und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ein anderes Lager verteidigt hingegen nüchterne Aussagen und klare Einordnungen. 

Debatte über Moderation

Das größte Lager kritisiert die Moderation des ARD-Jahresrückblicks als oberflächlich und zu emotional. Besonders die Aussagen von Anna Planken zum Tod von Laura Dahlmeier stoßen auf Widerspruch. Einige Kommentatoren vermissen Pietät und Zurückhaltung, andere halten den Ton für sachlich und realistisch. Dahinter steht ein grundlegender Konflikt über die Erwartungen an journalistische Rückblicke: Soll ein Jahresrückblick einordnen oder mitfühlen? Die Kommentare zeigen, wie unterschiedlich Zuschauer journalistische Distanz, Empathie und Bewertung gewichten.

"Sicherlich gibt es bei 3 Moderatoren auch 3 Sichtweisen der Betrachtung, aber bezüglich Dahlmeier hat Anna Planken nichts falsch gemacht. Nicht jeder Zeitgenosse ist in der Lage, über Menschen zu trauern, die sich bewusst Risiken aussetzen ..."  Zum Originalkommentar

"Gratulation Frau Planken! Eine tolle, erfrischende Moderation! Endlich einmal eine sehr gut moderierte Sendung."  Zum Originalkommentar

"Gut, Dahlmeier suchte die Gefahren am Berg. Aber etwas mehr Pietät wäre im Nachhinein schon wünschenswert, Frau Planken!"  Zum Originalkommentar

Kritik an öffentlich rechtlichem Rundfunk

Viele Leser nutzen die Debatte für grundsätzliche Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Sie bemängeln Qualität, Ausgewogenheit und den Einsatz der Rundfunkbeiträge. Der Jahresrückblick gilt ihnen als Beispiel für ein Programm, das seinem Informationsauftrag nicht gerecht werde. Andere verteidigen den ÖRR als notwendige Säule unabhängiger Berichterstattung, auch wenn Fehler gemacht würden. Der Streit kreist um das Verhältnis von Gebühren, Leistung und gesellschaftlichem Auftrag – eine Debatte, die den konkreten Anlass deutlich übersteigt.

"Vielleicht wäre es besser, über die Dinge zu berichten, die unsere Bevölkerung konkret betrifft. Irgendwelche Sensationen aus aller Welt brauchen wir nicht - und ersparen uns dann auch Vorwürfe von angeblicher Oberflächlichkeit." Zum Originalkommentar

"Ich ich hatte mich auf einen Jahresrückblick gefreut. Aber der Quark war wirklich unterste Schublade. Ich habe nach 10 Minuten ausgeschaltet." Zum Originalkommentar

"ÖRR bzw. TV schaue ich nicht, ich zahle nur. Bedauerlicherweise."  Zum Originalkommentar

"Dieser Zwangsfunk ist ein Relikt aus früherer Zeit und hat sich in Zeiten von Netflix und Co. selbst überholt. Wer Traumschiff und Musikantenstadl unbedingt braucht, soll sich einen Decoder anschaffen und das Ganze selbst bezahlen. Der Rest soll bitte in Ruhe gelassen werden - GEZ abschaffen."  Zum Originalkommentar

Zustimmung zu sachlicher Risikoeinschätzung

Ein kleineres, aber geschlossenes Lager verteidigt die nüchterne Bewertung selbstgewählter Risiken. Die Aussagen von Anna Planken werden als sachlich und korrekt bewertet. Kommentatoren fordern Ehrlichkeit statt ritualisierter Betroffenheit und sehen eine Grenze gesellschaftlicher Mitverantwortung. Zugleich räumen sie ein, dass diese Haltung emotional verletzend wirken kann. Der Konflikt verläuft zwischen realistischer Einordnung und dem Anspruch auf Pietät.

"Frau Planken hatte völlig recht mit ihrem Kommentar. Darf man denn nicht mehr die Wahrheit sagen? „Wer sich in Gefahr begibt, kann darin umkommen“. Da ist nichts Verwerfliches dran. Es ist zwar tragisch, aber es ist so."  Zum Originalkommentar

"Wer sich in die Gefahren begibt, muss mit den Folgen rechnen. Damit hat sie recht."  Zum Originalkommentar

"Wer im Hochgebirge rumkraxelt, muss mit Gefahren rechnen. Sie ist eine von vielen die dieses Jahr verunglückt ist. Hoffentlich denken wir auch an diese Menschen. Und da gebe ich Frau Planken recht." Zum Originalkommentar

Kritik an Wirtschaftskommentaren ARD

Einige Leser stoßen sich an der wirtschaftlichen Einordnung im Jahresrückblick. Sie werfen den Moderatoren vor, Probleme zu relativieren oder politisch zu färben. Kritisiert werden fehlende Tiefe und eine zu positive Darstellung von Industrie- und Arbeitsmarktlage. Die Kommentare verweisen auf reale Strukturprobleme und erwarten eine klarere Trennung von Einordnung und Bewertung. Der Vorwurf: Zu viel Haltung, zu wenig Analyse.

"Offensichtlich versteht der ÖRR sich als ideologischer Kommentar zum Heben der Stimmung, wenn es um Wirtschaftsthemen geht. Fernab jeder Wettbewerbsorientierung und einer im mittleren Spektrum verordneten Arbeit promotet man die Relativität des Lebens."  Zum Originalkommentar

"Das mit den Patenten ist Käse, denn es werden sehr, sehr viele ausländische Patente hierzulande angemeldet. Ich bin aus der Branche."  Zum Originalkommentar

Debatte um Verantwortung 

Ein kleiner Teil der Kommentare konzentriert sich auf die ethische Verantwortung der Medien. Kritisiert wird der Umgang mit Tod und persönlichen Schicksalen als zu ausgestellt und zu wenig respektvoll. Gefordert werden Zurückhaltung, Sachkenntnis und ein bewussterer Umgang mit sensiblen Themen. Diese Stimmen mahnen journalistische Sorgfalt an und stellen die Frage, wo Information endet und Grenzüberschreitung beginnt.

""Die Würde des Menschen ist unantastbar", Grundgesetz aber auch schon Immanuel Kant. Auch daher sind abwertende Äußerungen zu Verstorbenen mies. Die Journalistin hätte nur kurz googeln müssen, wie Reinhold Messner es beschrieb und mit Quellenangabe vortragen müssen. Wer vom Thema keine Ahnung hat, aber Wertung Experten bringt, wird glaubhaft und tritt nicht ins Fettnäpfchen."  Zum Originalkommentar

Sonstiges

Einige Beiträge lassen sich keinem klaren Schwerpunkt zuordnen. Sie äußern allgemeine Medienkritik, politische Frustration oder persönliche Einschätzungen. Diese Kommentare tragen zur Gesamtstimmung bei, ohne die Debatte inhaltlich zu prägen.

"Ich finde einen vernünftigen Feminismus, der sich für die Gleichberechtigung von Frauen einsetzt, sehr gut. Seit einiger Zeit habe ich aber das Gefühl, dass das Pendel, zumindest in den Medien, auf die andere Seite ausschlägt. Und ich meine, das trägt nicht immer zu einer Verbesserung der Performance bei. Um es einmal vorsichtig zu formulieren."  Zum Originalkommentar

"Ich spreche mit Lagerfeld, in etwa: Wer sich sowas anschaut, hat die Kontrolle über sein Leben verloren."  Zum Originalkommentar

Ihre Meinung zählt: Wie wünschen Sie sich den öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Wie bewerten Sie den Bildungs- und Informationsauftrag im Fernsehen? Diskutieren Sie mit und bringen Sie Ihre Perspektive ein!

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
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