Leser zu Reuls AfD-Veto: "Lässt an seinem Demokratieverständnis zweifeln"

NRW-Innenminister Herbert Reul hat angekündigt, die CDU zu verlassen, sollte die Partei eine Zusammenarbeit mit der AfD eingehen. In der Community löst das eine intensive Debatte aus. Im Mittelpunkt stehen zwei Lager: Viele Kommentatoren üben grundsätzliche Kritik an Kurs, Personal und Erneuerungsfähigkeit der CDU. Andere streiten über Sinn und Grenzen einer strikten Abgrenzung zur AfD. Daneben richten sich Kommentare gegen Reul als Person oder äußern grundsätzliche Zweifel daran, dass die etablierten Parteien noch tragfähige Antworten auf politische Herausforderungen liefern.

Kritik an CDU Parteipolitik

Viele Kommentatoren rechnen mit der aktuellen Linie der CDU ab. Sie werfen der Partei vor, ihr Profil verwässert zu haben und zentrale Wählergruppen nicht mehr zu erreichen. Statt inhaltlicher Erneuerung sehen sie Machterhalt und taktische Abgrenzung als Leitmotiv. Herbert Reuls klare Distanz zur AfD gilt in diesem Lager weniger als Haltung denn als Ausdruck einer Strategie, die an politischen Realitäten vorbeigehe. Seine Austrittsandrohung wird überwiegend nicht ernst genommen, sondern als symbolische Geste gewertet. Tatsächlich ringt die CDU um ihren Kurs zwischen klarer Abgrenzung nach rechts und dem Anspruch, verlorene Wähler zurückzugewinnen. Viele Leser zweifeln, dass die Partei dafür noch die nötige Glaubwürdigkeit besitzt.

"Wenn Reul so denkt, ist er nicht demokratiefähig und zeigt keinen Respekt vor dem Souverän - dem Wähler. Dann ist es in der Tat besser, wenn er geht. Am besten sofort."  Zum Originalkommentar

"Ich nehme es mal als Versprechen. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen. Zeit für die Rente ist es eh, und die Nachrichten aus NRW hauen ja nun auch keinen vom Sockel. Grün macht das schon."  Zum Originalkommentar

Debatte über Abgrenzung oder Annäherung an die AfD

Ein zentraler Streitpunkt ist das Verhältnis zur AfD. Ein Teil der Kommentatoren unterstützt Reuls klare Abgrenzung als notwendige Konsequenz aus der deutschen Parteienordnung und dem Verfassungsschutzurteil. Andere halten diese Linie für politisch kurzsichtig und argumentieren, die CDU müsse Mehrheitsverhältnisse anerkennen, statt sie zu ignorieren. Reuls Position wird entsprechend gegensätzlich gelesen: als Standhaftigkeit oder als Ausdruck fehlenden Pragmatismus. Der Konflikt spiegelt eine reale strategische Debatte innerhalb der Union wider, die sich mit Blick auf Landtagswahlen und Koalitionsoptionen weiter zuspitzt.

"So konsequent, wie Herbert Reul jede Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt, erwarte ich dieselbe Klarheit gegenüber der Linkspartei, der Nachfolgeorganisation der SED. Wer es mit Demokratie und Rechtsstaat ernst meint, kann Extremismus nicht nach politischer Richtung sortieren. Für mich gilt: Jede Form der Zusammenarbeit mit der AfD oder mit der SED-Nachfolgepartei überschreitet eine rote Linie ..." Zum Originalkommentar

"Die AfD-Blase hier ist mal wieder am Kochen. Daran kann man immer gut erkennen, wenn ein Politiker etwas Richtiges sagt oder macht."  Zum Originalkommentar

"Alles heiße Luft, die staatstragenden Parteien waren schon immer bereit, für die Aussicht auf Machtausübung oder deren Verlängerung, ihre vermeintlichen Grundsätze über Bord zu werfen. Mit solch einer Drohung erreichen sie rein gar nichts, denn eine im Wertekanon und das Ansehen der einzelnen Politiker wie die der derzeitigen Bundesregierung, eine so schlechte Regierung gab es noch nie. Nebeneffekt: Das schweißt zusammen, aber die Frage lautet, wie lange noch?"  Zum Originalkommentar

Kritik an Herbert Reul als Person

Viele Kommentare richten sich direkt gegen Herbert Reul. Kommentatoren fordern einen Generationenwechsel und stellen infrage, ob Reul noch für gesellschaftliche Realität stehe. Seine Austrittsandrohung verstärkt diesen Eindruck: Sie gilt vielen als Zeichen von Stillstand statt Führung. Zwar erkennen einzelne seine klare Haltung an, insgesamt dominiert jedoch die Wahrnehmung, Reul verkörpere eher Vergangenheit als Erneuerung. Die Personalisierung der Debatte zeigt, wie stark politische Glaubwürdigkeit an einzelne Akteure geknüpft wird.

"Ich stell mir immer die Frage wen er mit einer derartigen Aussage erschrecken will? Für mich spricht das sehr für eine gewisse Überheblichkeit und Arroganz sich selbst viel zu wichtig zu nehmen. Auch lässt es an seinem Demokratieverständnis zweifeln, denn in einer Demokratie ist es gewollt, durch Wahl erhaltene Verantwortung nur zeitlich befristet wahrzunehmen. Das hat Herr Reul wohl inzwischen vergessen." Zum Originalkommentar

"Der gute Mann sollte dorthin, wo man in seinem Alter ist: in die Rente. Er blickt nicht mehr durch und sollte sich zurückziehen, den Weg für Jüngere freimachen ..."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber politischer Zukunft

Einige Kommentatoren blicken über den Einzelfall hinaus. Reuls Aussagen nähren ihre Zweifel an der Reformfähigkeit der CDU und der etablierten Parteien insgesamt. Sie befürchten weiteren Vertrauensverlust, wenn strategische Konflikte ungelöst bleiben und Führungsschwäche sichtbar wird. Der Ton ist teils polemisch und ernüchtert. Der Fall wird als Symptom einer größeren Krise gelesen, in der Parteien Mühe haben, klare Orientierung zu geben und Mehrheiten zu binden.

"Es wird Zeit, dass die verbliebenen Merkelianer in der Union den Platz freimachen und die dringend nötigen Reformen mithilfe der vorhandenen Mehrheiten in den Parlamenten zulassen. Die Wähler haben diese Mehrheiten geschaffen, die Unions-Politiker müssen sie nur endlich nutzen. Wenn nicht, werden sie es bei den kommenden Wahlen bitter bereuen."  Zum Originalkommentar

"Wenn die CDU so weitermacht, ist sie selbst weg."  Zum Originalkommentar

"Was Reul wirklich sagt: Wir möchten die linke Politik in diesem Land, die uns in den Abgrund gefahren hat, unbedingt fortsetzen, weil wir als CDU zwingend auf SPD und Grüne als Koalitionspartner angewiesen sind, was die SPD und die Grünen auch wissen und so wollen."  Zum Originalkommentar

Sonstiges

Ein Teil der Kommentare bleibt unspezifisch, trägt aber zur Stimmung bei. Hier dominiert Frust über Politik insgesamt, gepaart mit Spott oder Gleichgültigkeit gegenüber Reuls Ankündigung. Inhaltliche Auseinandersetzung tritt in den Hintergrund, stattdessen äußert sich Ablehnung gegenüber politischen Eliten und öffentlichen Debatten. 

"....und wen juckt es, wenn Reul aus der CDU austritt?"  Zum Originalkommentar

"(...) null Demokratieverständnis hat der gute Mann."  Zum Originalkommentar

"Das ist keine Drohung, das ist ein Lichtblick."  Zum Originalkommentar

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