- Der vollständige Artikel von Paol Hergert, auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: Verurteilter Rechtsextremist Marla Svenja Liebich möchte keine Frau mehr sein
Marla Svenja Liebich will offenbar keine Frau mehr sein. Der im Artikel geschilderte Fall und das seit November 2024 geltende Selbstbestimmungsgesetz stößt bei den Lesern auf starke Reaktionen. Die Kommentare spiegeln vor allem Skepsis, Ablehnung und Spott wider. Ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes wird weniger über konkrete Erfahrungen gesprochen als über grundsätzliche Haltungen zu Geschlecht, Staat und gesellschaftlichem Wandel.
Kritik an Selbstbestimmungsgesetz
Viele Leser äußern deutliche Vorbehalte gegen das Selbstbestimmungsgesetz, das den Wechsel des Geschlechtseintrags erleichtert. Im Kern richtet sich die Kritik gegen die Abkehr von medizinischen oder psychologischen Begutachtungen und die stärkere Gewichtung der Selbstauskunft. Die User befürchten Missbrauch, etwa zur Umgehung rechtlicher Konsequenzen oder zur gezielten Provokation staatlicher Stellen. Während kleinere Teile der Leserschaft den Schutz von Minderheiten und die Stärkung persönlicher Freiheit hervorheben, überwiegt die Skepsis gegenüber der praktischen Ausgestaltung und den gesellschaftlichen Folgen der Reform deutlich.
"Geschlechterwechsel auf so eine Idee kommen auch nur die linken Genossen. Es war früher schon möglich, aber nur mit körperlicher Veränderung und nicht zum Spaß und Vorteil, wenn man strafrechtlich verurteilt werden sollte. Die meisten wollen die Strapazen dazu nicht auskosten." Zum Originalkommentar
"Wenn man aufgrund eigener Willensbekundung sein Geschlecht wechseln kann, ist es an sich nicht nachvollziehbar, warum letztendlich das persönliche Erscheinen erforderlich sein soll." Zum Originalkommentar
"Bitter für die Handvoll Menschen, die wirklich im „falschen“ Körper geboren wurden und einen langen Leidensweg hinter sich haben. Sie werden ins lächerliche gezogen und jeder den gerade danach ist, kann sich sein Geschlecht aussuchen, wie es ihm gefällt ..." Zum Originalkommentar
Kritik an Rechtsextremismus und Flucht
Viele Leser fokussieren Liebichs rechtsextreme Vergangenheit und den Aufenthalt in Russland. Das Verhalten wird als widersprüchlich oder folgerichtig zugleich beschrieben.
"Weiter auf der Flucht? Das passiert halt in einer woken Gesellschaft, in der man problemlos unbürokratisch sein Geschlecht wechseln kann..." Zum Originalkommentar
"Komisch, dass Kriminelle und Rechtsextremisten immer so gut in Russland Unterschlupf finden. Wo es doch sonst dort nur lupenreine Demokraten gibt." Zum Originalkommentar
Skepsis gegenüber Gesetzesfolgen und Bürokratie
Ein weiterer Schwerpunkt bleibt die Sorge vor praktischen Problemen. Leser befürchten mehr Bürokratie, unklare Zuständigkeiten und rechtliche Graubereiche. Das Misstrauen gegenüber dem Gesetz bleibt prägend.
"Selbstbestimmungsgesetz? Man sollte keine Gesetze machen, die genauso viele Probleme schaffen wie lösen. Das schafft nur immer mehr Bürokratie. War gut gemeint, gehört aber in die Tonne ..." Zum Originalkommentar
"Würde Böhmermann das durchziehen, wäre es Satire." Zum Originalkommentar
"Marla Svenja, solche Leute wie dich brauchen wir viel mehr; solche, die Regierungen und "Super-G'scheiderla" ad absurdum führen." Zum Originalkommentar
Debatte zur medialen Inszenierung
Ein Teil der Leserschaft kritisiert die mediale Behandlung des Themas. Einzelfälle würden überbetont, politische Konflikte zugespitzt. Dadurch entstehe der Eindruck staatlicher Hilflosigkeit oder eines gesellschaftlichen Kontrollverlusts.
"Nach heutigen Standards ist er sie es ein Promi. Wenn er sie es clever ist, würde ich mich stellen und das medienwirksam verkaufen." Zum Originalkommentar
"Ja, da faucht der Staat, hilflos verfangen in seinem eigenen Gestrüpp der Gesetze. Dieser Mensch spiegelt mit seiner Art und Weise wider, dass hier sowas von etwas grandios schiefgelaufen ist, dass man nur noch auf das Öffnen des Theatervorhangs mit einem lauten "Überraschung" hofft. Das kann doch alles nur ein Witz sein." Zum Originalkommentar
Debatte zum Geschlecht
Viele Kommentare lehnen ein Verständnis von Geschlecht ab, das über biologische Kategorien hinausgeht. Geschlechtsidentität wird als subjektiv eingeordnet, rechtliche Anerkennung abgelehnt.
"Keine Ahnung, woher Herr Liebich seine geäußerte Biologieweisheit "er fühle sich nicht als vollwertige Frau" hat. Wenn's nicht so ein Possenspiel wäre, könnte man(n)/frau fast lauthals drüber lachen. Es wird Zeit, dass dieser Genderquatsch mit mehr als 2 Geschlechtern auf die Müllhalde gekarrt wird und dort schleunigst den Weg allen Irdischen für alle Zeiten nimmt." Zum Originalkommentar
"Biologisch gesehen, ist unser Geschlecht von Geburt und Genetik her vorgegeben. Das ist ein wissenschaftlicher Fakt, an dem es nichts zu rütteln gibt ..." Zum Originalkommentar
Sarkasmus und Ironie
Ein großer Teil der Kommentare reagiert mit Ironie und Sarkasmus auf den im Artikel beschriebenen Fall um Marla Svenja Liebich. Im Mittelpunkt stehen Rollenwechsel und deren öffentliche Inszenierung. Viele Leser werten dies als bewusste Provokation, die das Thema Geschlechtsidentität der Lächerlichkeit preisgebe.
"Ich habe heute beim Aufwachen festgestellt, dass ich im Parallelleben ein dreijähriges Eichhörnchen bin. Gestern war ich noch eine nonbinäre Assel, was mich daher durchaus selbst erstaunt hat." Zum Originalkommentar
"Herrlich, wie er uns vorführt. Mehr davon!" Zum Originalkommentar
"Würde direkt ins Dschungelcamp passen. Danke Anke" Zum Originalkommentar
Sonstiges
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"Wen interessiert, was dieser Typ will." Zum Originalkommentar
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