- Der vollständige Artikel von Sebastian Viehmann, auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: Europa zieht beim Verbrenner-Aus die Notbremse - was jetzt passieren muss
Sebastian Viehmann bewertet das Ausbleiben des Verbots vor allem als Chance für echte Alternativen zum E-Auto, mahnt aber deutlich mehr Wettbewerb an. In den Kommentaren stehen sich vor allem drei Lager gegenüber: Ein Großteil der Leser kritisiert die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen des Verbrenner-Verbots, warnt vor Arbeitsplatzverlust und fordert mehr Marktnähe. Andere kritisieren die technische Umsetzung der Elektromobilität, insbesondere Reichweite und Ladeinfrastruktur, während ein drittes Lager vor allem die Rolle der EU, ihre Bürokratie und den Einfluss von NGOs kritisch sieht.
Kritik an Verbrenner-Verbot und Folgen
Mit 39 Prozent ist die kritische Auseinandersetzung mit dem EU-Verbrenner-Verbot und seinen Konsequenzen das größte Meinungsbild. Viele Kommentierende sehen im ursprünglichen Verbot eine Überregulierung, die der deutschen Autoindustrie schadet und die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Mehrfach werden Arbeitsplatzverluste, wirtschaftliche Nachteile und eine fehlende Orientierung an Marktrealitäten betont. Auch die Frage, ob die Rolle des Verbrenners nicht ohnehin abnimmt und E-Autos den Markt langfristig übernehmen, wird thematisiert. Die Meinungen reichen von genereller Ablehnung des Verbots bis hin zur Forderung nach echten Wahlmöglichkeiten für Verbraucher.
"Die Lobbyisten der Automobilindustrie und das ewig laute Jammern der Verbrennerjunkies zwingt die EU in die Knie. Unglaublich." Zum Originalkommentar
"Späte Einsicht, nachdem die deutsche Autoindustrie dauerhaft geschädigt wurde. Wer zahlt eigentlich den Schaden?" Zum Originalkommentar
"Ob es den Leuten passt oder nicht: Die deutsche Autoindustrie hat sich selber kaputtgemacht. Wie kann es sein, dass der Markt in China jetzt eingebrochen ist, obwohl das Verbrennerverbot für Europa gilt und erst in 10 Jahren? Die Autoindustrie hat es für besser gehalten, schwere SUVs mit viel PS und nicht weniger Verbrauch zu verkaufen. Der hocheffiziente Verbrenner war 30 Jahre unwichtig (nach den ersten 3-Liter-Modellen) und soll jetzt plötzlich aus dem Nichts kommen. Auf dem Weltmarkt der E-Autos sind die Hälfte der Autos inzwischen aus China. Und jetzt soll mit einem Aufschub des Verbrennerverbots plötzlich die Autoindustrie gerettet sein? Das ist einfach Unfug. Das Auto-Management hat es geschafft, seine Fehlentscheidungen der Politik unterzuschieben." Zum Originalkommentar
Kritik an EU Politik und Bürokratie
Mit 17 Prozent richten sich die Stimmen insbesondere gegen die Einflussnahme und Regulierung der EU. Viele Nutzer kritisieren eine als bürokratisch und ideologisch empfundene EU-Politik, die mit übermäßigen Vorschriften und Zusammenarbeit mit (oft als dubios empfundenen) NGOs Industrie und Konsumenten schade. Aspekte wie mangelnde Demokratie, Lobbyismus und fehlende Bürgernähe dominieren die Kommentare. Immer wieder wird eine tiefgreifende Reform der EU gefordert – zum Teil werden auch radikale Maßnahmen wie ein EU-Austritt ins Spiel gebracht.
"Sozialistische Planwirtschaft ist erneut gescheitert." Zum Originalkommentar
"Nennt sich übrigens "Freier Markt". Aber am lautesten klagen natürlich jene, die es auch mit der Demokratie nicht so ernst nehmen." Zum Originalkommentar
""Brüssel darf nicht mehr auf dubiose NGOs hören". Das darf die deutsche Regierung auch nicht mehr und schon gar nicht dafür bezahlen. In Brüssel war das lupenreiner, undemokratischer Lobbyismus der NGOs, den man eigentlich bestrafen sollte." Zum Originalkommentar
Kritik an E-Auto Technik und Infrastruktur
Zehn Prozent der Leser zweifeln an der technischen und praktischen Alltagstauglichkeit der Elektromobilität. Häufig geht es um die unzureichende Ladeinfrastruktur, eingeschränkte Reichweiten, hohe Preise und die mangelnde Eignung für Langstrecken. Skepsis herrscht bei der Geschwindigkeit der technischen Entwicklung und bezahlbaren Modellen. Gleichzeitig wird infrage gestellt, ob die vom Markt gemeldeten Zahlen überhaupt die wirkliche Verbreitung der E-Mobilität widerspiegeln.
"800 km bei normaler Fahrt und im Winter, und bezahlbar, mal sehen, wann dieses E-Auto kommen wird. Ach ja, Laden in 5 bis 10 min, um dann wieder 800 km weit zu kommen, das wäre auch ein Gamechanger." Zum Originalkommentar
"Die E-Auto-Industrie wächst nicht "von alleine". Wir hatten hundert Jahre lang Zeit. Bevor die Ideologie durchgriff, kam praktisch niemand auf die Idee, ein elektrisches Auto zu fahren. Das E-Auto ist dem Verbrenner praktisch in allen Punkten unterlegen: Die Reichweiten sind geringer, die Ladezeiten länger, die Ladeinfrastruktur schlecht, die politischen Abhängigkeiten für die benötigten Rohstoffe noch einmal vielfach schlimmer als bei Verbrennern. Die Autos sind schwer und nur schlecht wiederverkaufbar. Zudem zerstört diese Ideologiepolitik die heimische Wirtschaft. Es ist ein Ideologieprojekt, von dem der ein oder andere Eigenheimbesitzer dank Subventionen auf Kosten der Allgemeinheit profitiert. Es würde sich aber nie durchsetzen, wenn man die Verbrenner nicht kaputt machen würde." Zum Originalkommentar
"E-Autos sind mittlerweile schon auf einem guten Weg, was Verbrauch, Reichweite und Preise angeht. Wir hätten noch weitere 10 Jahre Zeit, um die Technik auf das nächste Level zu bringen, um auch die restlichen Skeptiker zu überzeugen. Warum sollte Deutschland das nicht schaffen? Das Aus vom Verbrenner-Aus ist der falsche Schritt." Zum Originalkommentar
Zustimmung zur Marktwirtschaft und Wettbewerb
Mit neun Prozent spricht sich dieser Teil der Community für offenen, fairen Wettbewerb und gegen staatliche Bevormundung aus. Die Kommentierenden plädieren für Technologieoffenheit und die Überlassung der Entscheidung an Verbraucher und Markt anstatt an politische Vorgaben. Argumentiert wird, dass sich das bessere Produkt durchsetzen werde, ohne dass es Verbote brauche. Auch das traditionelle Verständnis von Marktwirtschaft wird wiederholt betont.
"Gegen einen fairen Wettbewerb der technischen Systeme hat niemand etwas, der bei klarem Verstand ist." Zum Originalkommentar
"Das Bessere wird sich durchsetzen. Und nicht für jeden ist das Bessere das, was es für einen anderen ist. Entscheiden wird es der Markt. Genau so soll es sein." Zum Originalkommentar
"Eine sehr gute Entscheidung! Endlich bekommen die Menschen ihren nötigen Freiraum, welchen sie zu ihrer eigenen Entscheidungsfindung benötigen! Ohne Vorschriften, ohne Begrenzungen und ohne Gegängel." Zum Originalkommentar
Kritik an Umwelt- und Klimapolitik
Acht Prozent der Nutzer kommentieren mit Kritik an CO2-Maßnahmen und der Umweltpolitik rund um das Verbrenner-Aus. Thematisiert werden die Wirksamkeit von CO2-Reduktion, die tatsächliche Bilanz von E-Autos und E-Fuels sowie die Belastungen durch Steuern oder Subventionen. Viele Nutzer stellen insbesondere die soziale Fairness der Klimapolitik infrage und bezweifeln, wie gerecht und effektiv sie umgesetzt wird.
"Solange meine 400 Diesel-PS mit im Schnitt 6 l/100 km und damit 10 €/100 km mit Edeldiesel von SH… mir bei 700 Nm jeden Fahrspaß bis 250 km/h und 1.000 km Reichweite genießen lassen ….. brauche ich keinen Elektrokarren voller seltener Erden und der damit verbundenen CO2-Lüge. " Zum Originalkommentar
"Kann ich nachvollziehen. OK. Wie ist es denn mit den zu senkenden CO2-Emissionen? Da steht Deutschland doch am Pranger und es drohen Milliarden Strafzahlungen an unsere ach so tolle EU." Zum Originalkommentar
"Der Sprit geht wegen der CO2-Steuer bald richtig steil und die Wartungskosten sind beim Verbrenner astronomisch geworden. E-Autos werden sich durchsetzen." Zum Originalkommentar
"Die Bio-Sprits kosten mehr als das 10-Fache der aktuellen Kosten und es gibt nur ein paar Versuchsanlagen, die nur ein paar hundert Liter liefern können. Dazu kommt der schlechte Wirkungsgrad beim Verbrennen. Das wäre alles kein Problem, wenn wir Energie kostenlos zur Verfügung hätten, da das aber nicht der Fall ist, sollten wir uns auf das konzentrieren, was wir können: Effizienz." Zum Originalkommentar
Skepsis gegenüber E-Auto Marktanteilen
Fünf Prozent der Kommentare äußern insbesondere Zweifel an den kommunizierten Marktanteilen von Elektroautos. Nutzer beanstanden fehlerhafte Darstellungen zwischen Neuzulassungen und Gesamtbestand und vermuten absichtliche Schönfärberei durch Händlermanipulationen. Die Kommentierenden fordern seriösere und nachvollziehbare Statistiken und bringen Beispiele aus ihrem Alltag ein, um die Diskrepanz zwischen offiziellen Zahlen und wahrgenommener Realität zu betonen.
"Der Anteil der E-Autos beträgt in Deutschland aktuell ca. 3,5 %. Der Anteil der NEU zugelassenen KFZ beträgt aktuell ca. 21 %." Zum Originalkommentar
"Die 20 % E-Autos entsprechen nicht der Realität. Autohäuser melden E-Autos an, um die Verkaufszahlen nach oben zu treiben. Dann stehen die Autos auf Halde und warten auf Käufer." Zum Originalkommentar
"20 % E-Autos? Wo sind die? Wer fährt die? In meinem, zugegebenermaßen dörflichen Umfeld, kenne ich ein paar grüne E-Autos. Aber beileibe keine 20 %." Zum Originalkommentar
Sonstige Stimmen
Mit zwölf Prozent finden sich in diesem Bereich Kommentare, die sich entweder nicht eindeutig einem Standpunkt zuordnen lassen oder verschiedene Themen nur kurz anschneiden. Die Kommentare sind oft von allgemeiner Skepsis, Alltagserfahrungen oder unspezifischen Bemerkungen geprägt. Auch ironische und lose mit den Schwerpunktthemen verknüpfte Aussagen treten hier auf.
"Was heißt jetzt die 90%-Regelung, von 100 verkauften Autos dürfen 10 einen Verbrennermotor haben? Ja, ist denn schon Weihnachten?" Zum Originalkommentar
"Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär..." Zum Originalkommentar
"Uschi bekommt so langsam Angst um ihre schöne Position." Zum Originalkommentar
Die Leser haben viele Argumente ausgetauscht – nun sind Sie dran: Ist das Ende des EU-Verbrenner-Verbots wirklich ein Sieg für Verbraucher, Technik und Markt oder fürchten Sie neue Unsicherheiten? Diskutieren Sie mit und teilen Sie Ihre Einschätzung zur Zukunft des Autolandes Deutschland und der Freiheit bei der Antriebswahl in den Kommentaren!