- Das vollständige FOCUS Briefing von Tanit Koch, auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: Donald Trumps neidischer Blick nach Europa
Tanit Koch beleuchtet im aktuellen FOCUS Briefing Trumps angeblich neidischen Blick auf Europa und verweist auf Herausforderungen auf beiden Seiten des Atlantiks. In der Debatte dazu stehen sich vor allem zwei Lager gegenüber: Auf der einen Seite stehen jene, die deutlich die Schwächen der USA und Trumps Verhalten kritisieren. Auf der anderen Seite äußern viele Nutzer scharfe Zweifel an Europas aktueller Lage und heben die Probleme Deutschlands hervor – manche stellen sogar die Neidthese selbst infrage.
Kritik an Europa und Deutschland
Mit 37 Prozent macht die kritische Perspektive auf Europa und Deutschland das größte Lager aus. Viele Kommentierende hinterfragen im Kontext des Artikels, warum gerade Trump neidisch auf Europa blicken sollte. Sie äußern Zweifel an Europas Attraktivität, kritisieren wirtschaftliche und demographische Entwicklungen sowie den politischen Kurs der vergangenen Jahre. Vor allem Deutschlands Stellung wird als instabil oder wenig zukunftsfähig dargestellt. Während der Artikel versucht, Stärken Europas herauszustellen, bleibt in diesem Meinungsbild Skepsis und grundlegende Unzufriedenheit klar erkennbar.
"In Wahrheit ist nicht nur der US-Präsident, sondern auch Putin extrem neidisch auf unsere Stärken. Jeder mit einem Funken Restverstand weiß, Europa ist nach wie vor der attraktivste Kontinent." Zum Originalkommentar
"Naja, wenn ich mir die demographische Entwicklung anschaue und den gescheiterten Versuch mit illegaler Migration, daran etwas zu ändern, dann muss man Trump recht geben, dass das Europa in 20 Jahren kulturell anders geprägt sein wird, als wir es heute kennen. Von der wirtschaftlichen Entwicklung sieht es auch nicht besser aus." Zum Originalkommentar
Kritik an Trump und USA
In dieser Perspektive, die 28 Prozent der Kommentare ausmacht, beleuchten die Leser kritisch die Zustände in den USA und insbesondere das Verhalten von Donald Trump. Sie führen soziale Missstände, problematische Regierungsführung und eine schwache gesellschaftliche Stabilität an. Trumps Kritik an Europa wird häufig auf einen Versuch zurückgeführt, von eigenen Problemen abzulenken. Im Vergleich zu Europa, so die Mehrheit dieses Lagers, ist die Situation in Amerika keineswegs besser.
"Tja Frau Koch, sollte der Zustand, den Sie hier beschreiben, real sein, dann könnte man verstehen, warum Trump so handelt, wie er handelt! Er muss sein Land „retten“!" Zum Originalkommentar
"Treffende Beschreibung der Zustände in den USA. Leider macht das die Zustände in Europa, ganz besonders in Deutschland, nicht besser!" Zum Originalkommentar
""Sind Sie heute auch aufgewacht, ohne den leisesten Anflug von zivilisatorischer Auslöschung oder kulturellem Verfall?" Schon bin ich raus! Aber ich finde, man kann politisch gesehen die USA mit Deutschland nicht vergleichen. Ein US-Präsident hat wirklich Macht, was kann ein Bundeskanzler denn wirklich im Alleingang entscheiden? Dass beide politischen Systeme keine direkte Demokratie mehr sind, liegt aber auch auf der Hand. Man muss sich das amerikanische Wahlsystem anschauen und was ist in Deutschland? Hier regiert eine Partei, die gerade mal 14 Prozent der Wählerstimmen bekam. Das ist für mich auch keine Demokratie. Und es gäbe noch viel mehr dazu zu sagen." Zum Originalkommentar
Skepsis gegenüber Trump-Neidthese
Die skeptische Sicht auf die sogenannte Trump-Neidthese äußern 15 Prozent der Leser. Die Kommentare fragen, worauf Trump neidisch sein sollte, und halten die Darstellung des Autors für unsachlich oder verzerrt. Es wird auf wirtschaftliche und migrationspolitische Erfolge in den USA während Trumps Amtszeit verwiesen. Zudem zweifeln sie die Attraktivität Europas an und hinterfragen die Substanz der Argumentation im Artikel.
"Neidisch auf viele Urlaubstage … glaub ich nicht." Zum Originalkommentar
"Wer ist denn nicht "neidisch" auf Deutschland? Da läuft doch alles traumhaft." Zum Originalkommentar
Kritik an Medien und Berichterstattung
Mit einem Anteil von neun Prozent steht die Medienkritik im Mittelpunkt. Viele Leser werfen den Medien vor, insbesondere Trump und die USA tendenziös darzustellen und gleichzeitig die Probleme in Europa zu verharmlosen. Die Berichterstattung wird hier als wenig ausgewogen oder sogar propagandistisch empfunden. Im Kontext des Artikels wünschen sich diese Stimmen mehr objektive Information und weniger Zuspitzung.
"Erst vorgestern meinte man in den ÖR-Nachrichten süffisant darauf hinweisen zu müssen, dass die "desaströse Wirtschaftspolitik" von Trump dafür verantwortlich sei, dass die USA nur noch ein Wirtschaftswachstum von 2 Prozent hätten. Böser Trump, allerdings hätte unsere Wirtschaft wohl eher nichts dagegen, wenn diese mit solchen "amerikanischen Verhältnissen kämpfen" müsste. Und vor einer Woche wurde im ÖR allen Ernstes verkündet, dass sich der Kurs des Rubels "im freien Fall" befindet. Na ja, das kann man zwar kritiklos glauben, aber auch mit einem Mausklick selbst überprüfen." Zum Originalkommentar
Skepsis gegenüber Europa Zukunft
Diese Perspektive wird von neun Prozent der Leser vertreten. Die Nutzer äußern anteilige Sorgen über Europas zukünftige Position im globalen Vergleich. Besonders Migration, wirtschaftliche Dynamik und das Verhältnis zu den USA werden diskutiert. Im Artikel beschriebene Sozial- und Innovationssysteme werden in Frage gestellt, teils mit Vorschlägen, wie Europa sich neu positionieren sollte.
"Nun, wenn die USA bis zum Bauch im Sumpf stecken, dann steckt Europa doch schon bis zum Kinn dort drin. Nur im Gegensatz zu Europa kann sich die USA ganz alleine verteidigen. Kann das Europa auch ohne die USA?" Zum Originalkommentar
"Frau Koch, Sie haben völlig recht. Die große Frage für uns ist nun, wie wir ohne die USA klarkommen, insbesondere, wie wir uns vor Putins Imperialismus schützen. Ich halte ein Bündnis mit China für möglich." Zum Originalkommentar
Sonstige Stimmen
Mit etwa zwei Prozent findet sich hier eine kleine Gruppe von Beiträgen, die sich nicht klar einer Perspektive zuordnen lassen. Sie greifen verschiedene oder allgemeine Themen auf, liefern jedoch keinen klaren Bezug zum Hauptthema.
"Ohne Menschen, die Menschheit wäre die Erde ein unbewohnter, unberührter, nicht ausgeraubter, verwüsteter ... Planet. Vor allem aber hätten sich hier weder irgendwelche Wirtschaftssysteme noch Staaten (außer Insektenstaaten) bilden können. Wie hatte all das denn ohne Menschen überhaupt zustande kommen können? So viel zum Selbstbewusstsein westlich geprägter Individuen! Seit wann besitzt ein vollkommen immobiles Territorium, wie ein Staat, ein Selbstbewusstsein? Ach stimmt, so etwas ist in einer sich selbst geschaffenen Parallelwelt grundsätzlich möglich. Wie soll es denn darin nun weitergehen? Mauer drum?! Besitzen westliche Individuen überhaupt ein Selbstbewusstsein, was ihnen klar "sagen" würde, ohne Menschen weder Staaten, noch ein Wirtschaftssystem, noch irgendwelche anderen Dinge?" Zum Originalkommentar
Diskutieren Sie mit: Wer hat den besseren Blick?
Die Diskussion zeigt: Die Bewertung transatlantischer Probleme ist hoch emotional und vielschichtig. Wie sehen Sie die Kritik an Europa und den USA – und denken Sie, Trump blickt wirklich neidisch nach Europa? Teilen Sie Ihre Sicht – wir sind gespannt auf Ihren Standpunkt.Die Fakten am Morgen
Das FOCUS Briefing von Tanit Koch und Thomas Tuma. Kompakt die wichtigsten Informationen aus Politik, Wirtschaft und Wissen ab jetzt werktags immer um 6 Uhr in Ihrem Postfach.