Hausham plant geförderte Pumptrack-Anlage am Volksfestplatz

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Ein echter Renner war der mobile Pumptrack am Volksfestplatz Hausham. © Christian Scholle

Der Gemeinderat prüft den Bau einer neuen Freizeitanlage mit Spielplatz und WC, nachdem Fördergelder die Kosten stark senken könnten. Doch die CSU sorgt sich ums Volksfest.

Hausham – Es gehört schon eine Portion Mut dazu, als Praktikantin im Rathaus vor dem Gemeinderat zu sprechen. Doch Sophia Hollweck (15) war nicht gekommen, um ihren Lebenslauf aufzuhübschen. Die Haushamerin stand als bayerische Mountainbike-Meisterin 2023 – stilecht im Radltrikot – im Sitzungssaal, um mit weiteren Kindern und Jugendlichen und Unterstützung der kommunalen Jugendpflegerin Lena Renner für den lang ersehnten Bau eines Pumptracks zu werben. Und das nicht mehr wie einst geplant in der Haidmühl, sondern am Volksfestplatz.

Den Standortwechsel hatte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) zuvor mit dem unrühmlich an einem Formfehler gescheiterten Leader-Projekt in der Haidmühl erklärt. Statt einer Klage oder eines erneuten Antrags habe man bei der Regierung von Oberbayern eine Bezuschussung durch die Städtebauförderung angefragt. Auch weil der im Sommer am Volksfestplatz aufgebaute mobile Pumptrack so gut ankam und sogar zu einer Unterschriftenliste für einen dauerhaften Verbleib führte.

In Kombination mit einer neuen WC-Anlage und einem Kleinkindspielplatz war schnell das Gesamtpaket einer Freizeitanlage geschnürt, für das die Regierung einen Zuschuss von 80 Prozent in Aussicht stellte. Dies würde die Gesamtkosten von 497 000 Euro auf circa 100 000 Euro drücken, erklärte Zangenfeind. Weitere 20 000 Euro aus einer Stiftung sowie Geld aus privaten Nachlässen stünden in Aussicht. „Wir könnten es uns also trotz der klammen Haushaltslage leisten.“ Renner versicherte, weitere Fördertöpfe zu suchen.

Pumptrack mit zwei Strecken

Stefan Vohburger vom Stadtplanungsbüro NRT und Andi Wittmann von der Firma Trailements stellten das Konzept noch genauer vor. So soll der Kleinkinderbereich mit Sandfläche und Spieltischen (teils barrierefrei) sowie einer Aufenthaltsfläche und neun Fahrradständern direkt südlich an den bestehenden Spielplatz angrenzen. Auf gleicher Höhe soll am Volksfestplatz die neue WC-Anlage gebaut werden, allerdings aus Kostengründen nur noch mit Herren-, Damen- und Behindertentoilette inklusive Wickelmöglichkeit und ohne Extras wie Duschen.

Wiederum nördlich daran soll laut Wittmann der Pumptrack folgen. Mit einer Kinder- und Anfängerstrecke mit 38 Meter Länge sowie einer 74 Meter langen Hauptlinie für Fortgeschrittene und Erwachsene und einer 46 Meter langen Spur für Sprünge. Für jede Alters- und Könnerstufe sowie für Mountainbikes, Roller, Skateboards oder Inlineskates soll etwas geboten sein, betonte Wittmann. Ein cooler, sicherer, zur Bewegung anregender und sozialer Treffpunkt, schwärmte Hollweck. „Da legt auch meine Generation mal für vier Stunden das Handy weg.“

Während Thomas Danzer (SPD), Katharina Stiller (Grüne) und der bekennende Pumptrack-Nutzer Sascha Privitera (Grüne) den Standort begrüßten, sorgte sich die CSU-Fraktion um den Parkplatz. „Das ist der letzte Bereich für größere Veranstaltungen in Hausham“, sagte Georg Eham (parteilos). Ob fürs Volksfest oder gut besuchte Events im benachbarten Glück-Auf-Saal wie etwa Elferratssitzungen der Crachia: „Das dürfen wir uns nicht für immer verbauen.“ Als „absolut falsch“ bezeichnete Markus Czernik (CSU) den Standort, der auch als Schneeablage genutzt werde. Elisabeth Leidgschwendner (CSU) warnte davor, den Kindern ein „nicht einlösbares Versprechen“ zu machen. Einen Alternativstandort gegenüber beim Boule-Platz regte Tom Leidgschwendner (CSU) an.

Volksfest hat weiter Platz

Da habe der Pumptrack keinen Platz, erklärte Vohburger. Wohl aber das Volksfest neben dem Pumptrack, wie Bauamtsleiterin Petra Sperl ermittelt hatte. Nur die Lkw der Schausteller müssten woanders parken. Als „lösbar“ bezeichnete auch der langjährige Volksfestorganisator Christian Baur (FWG) die Folgen der laut Zangenfeind von 190 auf 150 reduzierten Stellplatzzahl. Der Skiclub mit seinem Weinzelt würde angesichts eher rückläufiger Besucherzahlen sogar ein „gemütliches Zusammenrücken“ begrüßen, wusste Privitera.

Am Ende setze sich – gegen die sechs Stimmen der CSU-Fraktion – die Argumentation von Michael Ertl (SPD) und Dritter Bürgermeisterin Ria Röpfl (FWG) durch, den Zuschussantrag einfach mal zu stellen. Damit gehe ja noch keine Verpflichtung zum Bau einher. Die Jugendlichen spendeten kräftig Applaus, den Zangenfeind aber vorsichtshalber etwas einbremste. „Das heißt noch nicht, dass wir den Pumptrack wirklich bauen.“