Zwei Monate lang stand ein mobiler Pumptrack am Volksfestplatz Hausham. Er kam so gut an, dass sich die Kinder und Jugendlichen hier nun eine feste Anlage wünschen.
Hausham – Das Briefpapier war fast zu klein, um allen „begeisterten Haushamern“ genug Platz zum Unterschreiben zu geben. Doch die jungen Radler zeigten sich so beweglich wie im Sattel und kritzelten ihre Vornamen einfach überall dort hin, wo noch ein bisschen Weiß war auf dem DIN A4-Blatt. Ihre Botschaft an Bürgermeister Jens Zangenfeind verwässert dies nicht – im Gegenteil: Der Rathauschef hat ein „enorm großes Interesse von Kindern und Jugendlichen“ an einem Pumptrack in Hausham erkannt. „Das wollen und müssen wir auch unterstützen.“
Wie berichtet, hat die Gemeinde dies in den vergangenen Monaten bereits getan. Weil der eigentlich als Leader-Förderprojekt geplante Pumptrack-Bau in der Haidmühl zunächst von wasserschutzrechtlichen Fragen ausgebremst wurde und zuletzt wegen eines Formfehlers im Zuschussantrag auch noch eine ablehnende Antwort vom zuständigen Amt in Rosenheim kassierte, schuf die Gemeinde kurzerhand eine temporäre Alternative: Zwei Monate lang stand ein mobiler Pumptrack aus Kunststoff-Fertigteilen auf dem Volksfestplatz. Für Organisation und Finanzierung sorgte die kommunale Jugendpflegerin Lena Renner, die Firma Trailements des Fischbachauers Andi Wittmann kümmerte sich um die Umsetzung.
„Begegnungsort für Jung und Alt“
Ein Volltreffer, wie aus dem Schreiben der Kinder und Jugendlichen an den Bürgermeister hervorgeht. Der Pumptrack sei zu einem „echten Begegnungsort geworden, an dem Jung und Alt zusammenkommen“. Zum Radeln, Rollern, Ratschen und Spielen. Kinder verschiedenster Altersgruppen würden sich kennenlernen und neue Kontakte knüpfen, auch die Eltern kämen ins Gespräch. Es sei beeindruckend, wie sehr die Bürger „von diesem doch so einfachem Bauwerk profitieren“. In Kombination mit dem Spielplatz und dem neuen Boule-Platz sei am Volksfestplatz ein „belebtes Zentrum“ in Hausham entstanden. Umso mehr bedauere man, dass der Pumptrack nun wieder abgebaut werden soll – und hoffe, dass perspektivisch eine dauerhafte Lösung an dieser Stelle gefunden wird.
Eine Bitte, die bei Zangenfeind offene Türen einrennt. Denn der Neubau in der Haidmühl ist in den vergangenen Wochen nicht wahrscheinlicher geworden – im Gegenteil. Wie der Bürgermeister mitteilt, hat die Leader-Förderstelle auch den Widerspruch der Gemeinde abgewiesen. Damit bliebe nur noch der Klageweg. Oder eben die Suche nach einer Alternative. Grundsätzlich sei der Volksfestplatz hier eine mögliche Variante, allerdings mit einer für Zangenfeind wichtigen Einschränkung: Das Haushamer Volksfest müsse als Traditionsveranstaltung weiterhin hier stattfinden können und dies auch mit einem „ansprechenden Fuhrpark“.
Unterschriftenliste an Bürgermeister übergeben
Dennoch nimmt der Rathauschef die Unterschriftenliste sowie die weiteren positiven Zuschriften in Sachen Pumptrack ernst. Tatsächlich plane man seit Längerem, am Volksfestplatz mit Erweiterung des bestehenden Spielplatzes, neuen Sportgeräten und Sitzgelegenheiten, einer öffentlichen Toilettenanlage mit Radreparaturstation sowie gegebenenfalls einer kleinen Kneippanlage an der Schlierach eine „Freizeitanlage“ zu schaffen. Aktuell laufe die Kostenermittlung sowie die Suche nach etwaigen Förderprogrammen. Das letzte Wort habe dann natürlich der Gemeinderat, nicht zuletzt wegen der dafür nötigen finanziellen Ressourcen.
Neben der Unterstützung durch die kommunale Jugendpflegerin freut sich Zangenfeind auch über sportlichen Zuspruch. Die in Hausham wohnhafte Mountainbikerin Sophia Hollweck-Lammer, die unter anderem 2023 einen bayerischen Meistertitel einfuhr, setze sich ebenfalls für einen Pumptrack in ihrer Heimatgemeinde ein. Zangenfeind hofft, sie als Botschafterin für das Projekt gewinnen zu können. Dass es jede Anstrengung wert sei, sich für Sportangebote für junge Leute einzusetzen, zeige auch der im Frühjahr eröffnete neue Mountainbike-Trail „Coal Chamber“ am Brenten: „Er ist ein voller Erfolg.“
Der mobile Pumptrack wird nach seinem Abbau zunächst nach Österreich wandern. Wie Renner verrät, wird er danach auch noch an zwei Standorten im Landkreis Miesbach Station machen.