11 Naturheilmittel ersetzen eine Apotheke – die meisten haben Sie zuhause

Die 11 Naturheilmittel sind

  1. Lein (Öl und Samen)
  2. Honig
  3. Rosmarin
  4. Kamille
  5. Salz
  6. Zitrone
  7. Thymian
  8. Wasser
  9. Apfelessig
  10. Ingwer
  11. Heilerde

Daraus lassen sich mehr als 200 Rezepturen für innere wie äußere Anwendungen entwickeln. Häufig haben Sie diese Dinge bereits zu Hause und können viele Beschwerden frühzeitig angehen – bevor lange Wartezeiten im Arztzimmer oder teure Medikamente notwendig werden.

Manche Universitätsprofessoren listen unzählige Studien zu Kräutern wie Kurkuma oder Ingwer auf und untermauern damit die Wirksamkeit traditioneller Rezepte. Es ist spannend, dass altbewährte Anwendungen in modernen Untersuchungen überzeugen und zum Teil sogar biochemisch erklärbar sind.

Damit soll keineswegs die Bedeutung medizinischer Versorgung infrage gestellt werden, doch vieles lässt sich selbst in den Griff bekommen. Vieles wussten bereits unsere Großmütter, und es ist erfreulich, wie preiswert und nachhaltig diese Ansätze sein können.

Lein: Blau blühendes Kraftpaket

Blau blühender Lein gilt als äußerst kraftvoll. Sein Öl enthält große Mengen an alpha-Linolensäure, die Herz, Blutdruck und Gefäße unterstützen soll – in keiner anderen Ölquelle steckt so viel davon. Die Schalen der Leinsamen liefern zusätzlich Ballaststoffe und Lignane, die als pflanzliche Hormone unter anderem eine krebshemmende Wirkung haben könnten. 

So wird angenommen, dass eine lignanreiche Ernährung das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen – etwa an Speiseröhre, Magen-Darm-Trakt oder an der Brust nach der Menopause – senken kann. Ein nützlicher Tipp ist, die Leinsamen frisch zu schroten, um bestmögliche Effekte zu erzielen. Zu den gängigen Anwendungen zählen die Unterstützung sonniger Gefäße (entzündungshemmend), eine verbesserte Darmtätigkeit, Phytoöstrogene bei Wechseljahresbeschwerden sowie Leinsamenpäckchen gegen Furunkel.

Honig: Enzyme und Propolis im Fokus

Honig wird schon in altägyptischen medizinischen Schriften mit über 500 verschiedenen Einsatzmöglichkeiten erwähnt. Auslöser für die antibakterielle und verdauungsfördernde Wirkung sind insbesondere die Enzyme im Bienenspeichel. Zusätzlich verwenden Bienen harzige Substanzen aus Baumrinden und Knospen, besser bekannt als Propolis, um ihre Waben keimfrei zu halten. Propolis besteht aus über 270 Inhaltsstoffen und gilt als bewährtes natürliches Abwehrmittel. 

Häufige Anwendungen umfassen Propolis gegen Fußpilz oder Herpes, Bienenwachswickel für Kinder und Honig selbst gegen Halsschmerzen. Studien zeigen zudem, dass Honig Kindern beim Einschlafen helfen kann, wenn er statt Hustensaft gegeben wird. Er sollte jedoch nur in warmes Wasser gerührt werden und nicht für Kinder unter einem Jahr verwendet werden.

Rosmarin und Kamille: Traditionell bewährt

Rosmarin ist eng verbunden mit Mythologie und Geschichte. Die Griechen weihten ihn der Liebesgöttin Aphrodite, während er im alten Ägypten als Grabbeigabe für eine angenehmere Reise der Verstorbenen ins Jenseits galt. Selbst Schülerinnen und Schüler des Sokrates trugen Rosmarinkränze, um beim Auswendiglernen konzentrierter zu sein. Untersuchungen in München unterstrichen später die stärkende Wirkung bei Erschöpfung und die schmerzlindernde Kraft. Die Rosmarinsäure ist inzwischen gut erforscht: Sie wirkt gegen diverse Keime, hemmt Entzündungen, reguliert den Blutzucker, fördert das Mikrobiom und könnte auch bei Alzheimer unterstützen. Zusätzlich gilt Rosmarin als Muntermacher und kann etwa bei Haarausfall helfen. Laut einer Studie kann ein Rosmarinpräparat ähnliche Effekte wie das gängige Haarwuchsmittel Minoxidil haben.

Die Kamille gehört zur Familie der Gänseblümchen. Täglich werden weltweit etwa eine Million Tassen Kamillentee getrunken. Traditionell wird sie oft bei Magen-Darm-Beschwerden, Haut- und Schleimhautproblemen sowie Atemwegsinfektionen genutzt. Auch bei Menstruationsschmerzen wird sie angewendet. Forschungen ergaben, dass Kamillenextrakt bei Neurodermitis eine vergleichbare Wirkung haben kann wie 0,25-prozentige Kortisonsalbe. Generell ist die echte Kamille eher selten allergen.

Salz, Zitrone und Thymian: Wohlbefinden aus der Küche

Salz war einst so kostbar, dass man es „Weißes Gold“ nannte. Der Spruch „Ist das Essen versalzen, ist der Koch verliebt“ geht auf die Annahme zurück, Salz steigere angeblich die Leidenschaft. Aktuelle Forschungen zeigen interessante Zusammenhänge für das Immunsystem, weil Salz die Schlagkraft bestimmter T-Zellen gegen Krebszellen erhöhen kann. Historisch verwies Paracelsus auf die wohltuende Wirkung von Solebädern, zum Beispiel bei Hauterkrankungen. Häufige Anwendungen: Ein Salzbad für Arthritis (etwa in Form von Handbädern), Gurgeln bei Halsschmerzen, Fußbäder zur Anregung oder eine Lebermassage mit 26-prozentiger Sole.

Die Zitrone wurde im 18. Jahrhundert entscheidend erforscht: Der Arzt James Lind entdeckte in Versuchen, dass das Vitamin C darin Seeleute vor Skorbut bewahrt. So konnte Captain Cook die Welt umsegeln, ohne dass seine Crew an Skorbut erkrankte. Die Zitrone wird oft für schöne Haut und als natürlicher Blutdrucksenker empfohlen. Verschiedene Studien deuten zudem auf einen potenziell positiven Effekt bei Herzproblemen hin.

Thymian setzte man schon im alten Ägypten zum Einbalsamieren ein. Hildegard von Bingen beschrieb ihn als Mittel bei Keuchhusten. Tatsächlich bewährt er sich bis heute bei Atemwegserkrankungen verschiedenster Art, sei es Husten, Halsschmerzen oder Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Neben seiner Wirkung gegen Bakterien zeichnet sich Thymian durch einen hohen ORAC-Wert aus, was bedeutet, dass er stark antioxidativ wirkt und die Zellalterung bremsen kann.

Wasser, Apfelessig und Ingwer: Multitalente der Natur

Hippokrates beschrieb bereits die medizinischen Möglichkeiten von Wasseranwendungen. Im Mittelalter kam es oft als Heilmittel gegen Epidemien zum Einsatz, vermutlich auch aus Mangel an Alternativen. Später entwickelte Kneipp daraus ein ganzes Therapiekonzept. Viele Wasseranwendungen dauern nur wenige Sekunden, wie ein kaltes Armbad, das das Immunsystem anregen und wach machen kann. Untersuchungen deuten außerdem darauf hin, dass solche Kneipp-Anwendungen sogar Wechseljahresbeschwerden abmildern oder bei Herzrhythmusstörungen helfen können, etwa indem ein Glas kaltes Wasser für kurze Zeit die Herzfrequenz verändern kann.

Essig entstand früher, wenn Luft in undichte Fässer gelangte oder alkoholische Getränke zu lange standen. Apfelessig diente nicht nur zum Würzen und Konservieren, sondern auch als Heilmittel in verschiedenen Kulturen. Die Essigsäuren, Milchsäurebakterien, sekundären Pflanzenstoffe und Enzyme fördern unter anderem die Verdauung und wirken antimikrobiell. Manche kleine Studien legen nahe, dass Apfelessig regulierend auf den Blutzuckerspiegel wirken und beim Abnehmen unterstützen kann. Er kräftigt auch das Mikrobiom. Übliche Anwendungen sind die Gewichtskontrolle, Hilfe bei Diabetes und eine Stimulation der Immunfunktion.

Ingwer enthält rund 500 Inhaltsstoffe, von denen Gingerol und Shogaol ganz besonders wichtig sind. Sie hemmen den Entzündungsbotenstoff Prostaglandin, was Ingwer ähnlich wirken lässt wie bekannte Schmerzmittel, jedoch weitgehend ohne deren Nebenwirkungen. Akzeptiert ist Ingwer vor allem bei Magengeschwüren und rheumatischen Beschwerden. Sogar das Deutsche Arzneibuch empfiehlt ihn bei Völlegefühl, Magenkrämpfen, Bauchschmerzen und Reisekrankheit.

Gut belegt ist Ingwer zudem als natürlicher Hustenstiller bei Erkältungen, bei Kopfschmerzen und Migräne, bei Menstruationsbeschwerden sowie im Rahmen von Verdauungsproblemen. Er regt den Stoffwechsel und das Immunsystem an und ist sowohl frisch als auch in Pulverform verfügbar. Typische Anwendungen umfassen Ingwerwickel und den inneren Gebrauch als „natürliches Schmerzmittel“, besonders bei Arthritis, Rheuma oder anderen Entzündungen.

Heilerde: Mehr als eine Pampe

Heilerde ist weit mehr als ein geschmacklich gewöhnungsbedürftiger Brei. Sie bietet bemerkenswerte Effekte: Innerlich kann sie hohes Cholesterin binden, Sodbrennen lindern und bei Durchfall helfen. Äußerlich wirkt sie bei Akne und soll auch Gelenkschmerzen mildern. Die sogenannte Geophagie, also das Essen von Erde, ist weltweit verbreitet. Aus historischen Aufzeichnungen geht hervor, dass sogar ein Gerichtsmediziner einst mithilfe weißer Erde gegen Cholera vorging. Typische Anwendungen von Heilerde sind ihre Einsatzmöglichkeiten als Cholesterinsenker, bei Magen-Darm-Problemen, Sodbrennen, in kalten oder warmen Umschlägen für Gelenke sowie bei Akne.

Dr. med. Franziska Rubin ist Ärztin, Bestsellerautorin und TV-bekannt. Mit Vorträgen, Podcasts und Videos macht sie Naturmedizin alltagstauglich – fundiert, verständlich und mit Herz erklärt. Sie ist Teil unseres EXPERTS Circles. Die Inhalte stellen ihre persönliche Auffassung auf Basis ihrer individuellen Expertise dar.