Forscher haben eine bemerkenswerte Entdeckung bei mutierten schwarzen Fröschen in der Sperrzone von Tschernobyl gemacht. Diese Erkenntnis könnte den Weg zur Rückkehr der menschlichen Zivilisation in das verstrahlte Gebiet ebnen.
Tschernobyl: Alterungsrate nicht durch Strahlung beeinflusst
Die britische Boulevardzeitung „The Sun“ berichtet, dass Forscher herausgefunden haben, dass die Schwarzen Frösche von Tschernobyl genauso lange leben wie ihre grünen Artgenossen und dass ihre Alterungsrate nicht durch die Strahlung beeinflusst wird.
„Die Altersstruktur und das Durchschnittsalter, die wir in Tschernobyl festgestellt haben, ähneln denen anderer Populationen der Art in Osteuropa oder dem Nahen Osten“, erklärt Dr. Germán Orizaola von der Universität Oviedo in Spanien.
Tschernobyl-Frösche könnten bedeuten, dass Sperrzone bald wieder bewohnbar ist
Die „Sun“ erläutert weiter, dass der erhöhte Melaningehalt in der Haut der Tschernobyl-Frösche sie vor Strahlung schützt.
Dr. Orizaola fügte hinzu: „Mehr als 90 Prozent des radioaktiven Materials, das durch den Unfall freigesetzt wurde, ist bereits zerfallen und aus der Zone verschwunden.“ Dies könnte bedeuten, dass die Sperrzone bald wieder für Menschen bewohnbar ist.
Tschernobyl heute: Auswirkungen der Katastrophe von 1986
Am 26. April 1986 ereignete sich im Kernkraftwerk Tschernobyl eine der größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte. Bei einer geplanten Abschaltung des Reaktors 4 kam es aufgrund technischer oder Bedienfehler zu einer Explosion, wodurch radioaktive Strahlung freigesetzt wurde.
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Drei Tage nach dem Unfall berichteten die sowjetischen Behörden über das Ereignis, als sich bereits eine radioaktive Wolke über Teile Europas ausgebreitet hatte. Besonders betroffen waren die sogenannten Liquidatoren, die mit den Aufräumarbeiten am Unglücksort beschäftigt waren.
Nach der Katastrophe wurde ein provisorischer Sarkophag über dem explodierten Reaktor errichtet, der im Jahr 2019 durch eine neue, 30.000 Tonnen schwere Schutzhülle ersetzt wurde. Diese Konstruktion, die etwa 1,5 Milliarden Euro gekostet hat, soll das radioaktive Material für weitere 100 Jahre sicher einschließen. Touristen besuchen heute die Sperrzone um Tschernobyl, trotz weiterhin bestehender Gefahren durch radioaktive Strahlung.
- Die Katastrophe: Am 26. April 1986 explodierte Reaktor 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl, was radioaktive Strahlung freisetzte, die etwa 400-mal stärker war als die von Hiroshima.
- Betroffene Gebiete: Rund 350.000 Menschen wurden evakuiert, und eine 30-Kilometer-Sperrzone um das Kraftwerk wurde eingerichtet.
- Langzeitfolgen: Schätzungen zufolge führten strahlenbedingte Krankheiten zu 4000 bis 93.000 zusätzlichen Todesfällen, während die Region bis heute kontaminiert bleibt.