Laut Moskau greift die Ukraine eine Privat-Residenz von Wladimir Putin an. Diese liegt an einem malerischen See. Und der Kreml-Chef ließ wohl Vorkehrungen treffen.
Waldai – Es ist ein bekanntes Muster im brutalen Ukraine-Krieg. Moskau wirft den Ukrainern etwas vor. Kiew dementiert. Aber das Kreml-Regime von Wladimir Putin beharrt partout auf seiner Version der Geschichte. Diesmal sollen die Ukrainer Putins Privat-Residenz bei Waldai mit Drohnen angegriffen haben. Selbst US-Präsident Donald Trump hat sich am Sonntag (29. Dezember) dazu eingeschaltet.
Nach Angaben aus Moskau sollen die ukrainischen Streitkräfte einen Großangriff mit Langstrecken-Drohnen auf die offizielle Residenz des Machthabers in der westrussischen Oblast Nowgorod versucht haben. Juri Uschakow, außenpolitischer Berater des Kreml-Chefs, erklärte laut dpa, Putin habe Trump in einem Telefonat über den Vorfall informiert. Der Angriff sei abgewehrt worden, Schäden oder Verletzte gebe es nicht, hieß es aus Moskau.
Drohnenangriff auf Wladimir Putins Privat-Residenz? Russland beschuldigt die Ukraine
Der russische Außenminister Sergej Lawrow sprach laut AFP von einem „terroristischen Angriff“ mit insgesamt 91 Drohnen, die von der Flugabwehr zerstört worden seien. Diese Luftverteidigung hatte Putin im Jahr 2024 um das vergleichsweise kleine Städtchen Waldai (rund 16.000 Einwohnerinnen und Einwohner) Satellitenaufnahmen zufolge massiv ausbauen lassen. Es ist eine der wenigen Informationen zu der geheimen Residenz im äußersten Westen der riesigen Russischen Föderation.
Waldai liegt in der nordwestlichen Region Nowgorod, etwa auf halber Strecke zwischen Moskau und Putins Geburtsstadt St. Petersburg. Die Kleinstadt befindet sich auf dem stark bewaldeten Plateau der Waldaihöhen am sieben Kilometer langen und vier Kilometer breiten Waldaisee, landschaftlich ist die Gegend sehr naturbelassen und geradezu malerisch. Hier ließ Putin angeblich etliche russische Luftabwehrsysteme positionieren, die seinen Streitkräften vielerorts schlicht fehlen.
Unter anderem das unabhängige osteuropäische Nachrichtenportal Nexta und einige bekannte Militärblogger hatte Satellitenaufnahmen von den Flugabwehrstellungen rund um den Waldaisee veröffentlicht. Mächtige Luftabwehrbatterien wie das S-400 sollen auf den Bildern zu erkennen sein, die sich letztlich nicht unabhängig verifizieren lassen. Und auch nicht, ob just diese Luftverteidigungssysteme bei der angeblichen ukrainischen Drohnen-Welle rund 400 Kilometer nordwestlich von Moskau überhaupt zum Einsatz kamen.
Geheim-Residenz von Wladimir Putin: Moskau-Autokrat residiert im Nordwesten Russlands
Laut Bild befinden sich auf dem mehr als 28 Hektar großen Hochsicherheitskomplex mitten in dichten Nadelwäldern das Tagungszentrum des sogenannten „Waldai-Klubs“, eine Staatsresidenz zum Empfang von Gästen und ein luxuriöses Familienanwesen Putins samt Vergnügungspark für Kinder. Ebenfalls sollen Helikopter-Landeplätze, Bunker und ein geheimer Bahnhof zum Areal zählen. Wie die Bild berichtet, soll Putin hier viel Zeit verbringen, während Russlands Verluste im Ukraine-Krieg vielerorts steigen. (Quellen: dpa, AFP, Nexta) (pm)