Neuer Kindergarten in Au: Pläne nehmen Form an – Seitenhieb auf Initiatoren des Bürgerbegehrens

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So könnte es aussehen: Hinter dem Kindergartengebäude (rot) erstreckt sich ein etwa 1500 Quadratmeter großer Außenbereich. 22 Parkplätze für Personal und Eltern entstehen direkt an der Schlesischen Straße. Der Parkplatz unterhalb besteht bereits. © Plan: Dunst

Die Planungen für den neuen Kindergarten in Au werden langsam konkret. Der Gemeinderat hat die Situierung der Parkplätze auf dem Gelände festgelegt – und das nicht ohne einen Seitenhieb auf die Gegner des Neubaus.

Au/Hallertau – Die Zukunft des Kindergartens Maria de la Paz treibt die Auer weiter um. An diesem Mittwoch findet erneut eine Informationsveranstaltung der Gegner des Neubaus an der Schlesischen Straße statt. Bei einer solchen hat, wie berichtet, der Auer Architekt Carol Lorenz bereits Mitte März drei Varianten vorgestellt, wie das Gebäude am Klosterberg seiner Meinung nach umgebaut werden könnte, um den Betreuungsbedarf auch ohne Neubau zu decken.

Vier Varianten zur Auswahl

In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung am Dienstag bekräftigte Bürgermeister Hans Sailer jedoch, dass der Marktrat nach eineinhalb Jahren Überlegungen den Beschluss zum Neubau im Mai 2022 einstimmig gefasst habe und man seither in die Planung eingestiegen sei – unter anderem mit einem europaweit ausgeschriebenen VGV-Verfahren. Als nächsten Schritt mussten die Räte nun die Parkplätze festlegen und die Gebäudesituierung auf dem ehemaligen Bauhof-Areal beschließen.

Dazu war Martin Dunst vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Schorndorf (Oberpfalz) geladen. „Wir haben ergebnisoffen in alle Richtungen geplant und überlegt“, betonte er. Letztlich wurden vier Varianten erarbeitet. Die erste siedelt das neue Kindergartengebäude ungefähr so wie das bestehende Bauhofgebäude an, dahinter erstreckt sich eine gut 1500 Quadratmeter große Spielfläche. Auf der Westseite des Kindergartenareals entstehen für Personal und Eltern 22 schräge Parkplätze, um Platz zu sparen. Den Hol- und Bringverkehr entzerrt man dadurch, dass die Autos von der einen Seite ein- und von der anderen ausfahren.

Kindergarten soll nicht „in einem großen Kreisverkehr liegen“

Variante zwei sieht den Parkplatz oberhalb des Gebäudes vor, wurde jedoch sofort verworfen. „Der Architekt hat diese Option inzwischen ausgeschlossen, weil die Außenspielfläche zu klein wäre“, erklärte Dunst. Die Varianten drei und vier sehen den Parkplatz nordwestlich beziehungsweise nordöstlich vom Gebäude vor. In beiden Fällen würde die Straße entlang der Außenfläche führen. Der Garten würde somit „in einem großen Kreisverkehr liegen“. Demnach sprach sich der Planer für die erste Variante aus – und rannte damit offene Türen ein.

„Es ist gut, wenn der Garten an mindestens zwei Seiten ohne Verkehr ist“, sagte Martin Linseisen (CSU/PfW). Beatrix Sebald (FWG) erklärte, dass die Varianten drei und vier keine gute Option seien, weil sonst die Kinder der Grundschule schräg gegenüber die Straße kreuzen müssten.

Gedanken über Photovoltaik noch zu früh

Barbara Prügl (GOL) fand Variante eins ebenfalls am schönsten. „Obwohl ich mich freue, dass man mal umdenkt und in alle Richtungen überlegt.“ Deutliche Worte fand Michael Hillebrand (CSU/PfW): „Ich bin auch für die erste, bin aber froh, die anderen drei auch zu sehen. Nicht, dass man uns wieder vorwirft, wir würden uns zu wenig Gedanken machen.“ Wie man an diesem Beispiel sehe, „informieren wir uns und diskutieren wir schon“, sagte er – ein Seitenhieb in Richtung der Initiatoren des Bürgerbegehrens für den Erhalt des Kindergartens im Gebäude am Klosterberg.

Lucia Schmidmair-Kaindl (CSU/PFW) regte an, die Parkplätze so zu konzipieren, dass man sie später überdachen und mit Photovoltaik ausstatten könne. „Das ist ja unser Plan, dass wir das so früh wie möglich auf unsere Liegenschaften bringen.“ Ihr Fraktionskollege Florian Schwaiger hielt davon jedoch nichts: „Wir bauen ein Gebäude mit 850 Quadratmeter Grundfläche. Wenn uns das nicht langt, dann weiß ich auch nicht. Da hab ich lieber einen Parkplatz mit ein bisschen Grün“, sagte er und erntete dafür Zuspruch von Michael Hagl (GOL). „Da sind wir schon zu sehr im Detail“, erklärte Rathauschef Sailer. Letztlich sprach sich das Gremium fast unisono für die erste Variante aus. Nur Martin Hellerbrand (CSU/PfW) votierte dagegen.

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