Wie reagiert die Welt auf Trumps „Abrissbirnen“-Politik? Die Reden der Münchner Siko von Merz, Rubio & Co. – jetzt live im TV und Stream sehen.
München – Die Augen der Welt sind auf München gerichtet, doch die Stimmung ist eisig. Im noblen Bayerischen Hof, wo sich die Mächtigen der Welt versammeln, liegt ein Wort in der Luft, das die Sorgen auf den Punkt bringt: „Abrissbirne“. Gemeint ist die Politik von US-Präsident Donald Trump, die das globale Gefüge zu zerreißen droht. Heute eröffnet Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) – und muss eine Antwort für ein verunsichertes Europa finden. Selten war ein Auftakt so brisant. So sehen Sie die Rede live im TV und im Livestream.
Schon im Vorfeld der Konferenz hat Kanzler Merz die Richtung vorgegeben. In einer Regierungserklärung im Bundestag forderte er, Europa müsse lernen, „die Sprache der Machtpolitik zu sprechen“, um sich zu behaupten. Doch was das konkret bedeutet – etwa ein eigener atomarer Schutzschirm oder eine stärkere wirtschaftliche Abkopplung von den USA –, ließ er bisher offen. Von seiner Eröffnungsrede bei der Siko 2026 in München werden erste Antworten erwartet.
Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) heute live: Alle Infos zur Übertragung im TV und Livestream
Für alle, die den Auftakt der Konferenz und die Rede von Bundeskanzler Merz auf der diesjährigen Sicherheitskonferenz in München (MSC) nicht verpassen möchten, gibt es heute mehrere Möglichkeiten, live dabei zu sein. In unserem Live-Ticker zur Siko 2026 halten wir Sie permanent über die Entwicklungen auf dem Laufenden, auch über die Kanzler-Rede. Daneben können Sie die Konferenz auch auf verschiedenen Kanälen im TV und im Livestream verfolgen, wie der Bayerische Rundfunk berichtet.
- Ereignis: Eröffnung der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 durch Bundeskanzler Friedrich Merz
- Datum: Freitag, 13. Februar 2026
- Sender: Phoenix, tagesschau24
- Livestream: BR24, phoenix.de, tagesschau.de
Die Übertragung der Sicherheitskonferenz wird von den großen Nachrichtensendern umfassend begleitet. Phoenix und tagesschau24 werden voraussichtlich mit Sondersendungen und Themenschwerpunkten berichten. Das bedeutet, dass das Publikum nicht nur die Reden live sehen, sondern auch Analysen von Fachleuten und Schalten zu Korrespondentinnen und Korrespondenten erwarten kann. Wer das Geschehen durchgehend und ohne Unterbrechung verfolgen will, kann auf die Livestreams auf BR24, phoenix.de und tagesschau.de zurückgreifen. Diese bieten in der Regel den direkten, unkommentierten Zugang zum Konferenzsaal.
Wer kommt? Hier die wichtigsten Teilnehmenden der MSC 2026 im Überblick
Außer Bundeskanzler Merz werden laut der Nachrichtenagentur dpa mehr als 60 Staats- und Regierungschefs erwartet. Auf diese Personen wird man besonders achten müssen:
- Friedrich Merz (Bundeskanzler): Eröffnet die Konferenz am Freitagnachmittag.
- Marco Rubio (US-Außenminister): Seine mit Spannung erwartete Rede steht am Samstagmorgen auf dem Programm.
- Gavin Newsom (Gouverneur von Kalifornien): Gilt als Hoffnungsträger der Demokraten und als Gegenspieler Trumps. Ein Treffen mit Kanzler Merz ist geplant.
- Trump-Gegnerinnen: Auch die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton, die Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez und die Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer, sind in München.
- Reza Pahlavi (Iranischer Oppositioneller): Der Sohn des letzten Schahs wird als prominenter Kritiker der iranischen Führung auf der Konferenz sprechen.
- Wolodymyr Selenskyj (Präsident der Ukraine): Spielt in diesem Jahr eine weniger zentrale Rolle als in den Vorjahren. Der Krieg in der Ukraine bleibt aber ein wichtiges Thema.
Sicherheitskonferenz heute live: Was sagt Trumps Gesandter Marco Rubio zum „Abrissbirnen-Vorwurf“?
Der Begriff der „Abrissbirne“ wurde maßgeblich geprägt vom langjährigen Konferenzleiter Wolfgang Ischinger, der Anfang der Woche einen MSC-Report zum Zustand der Weltordnung vorlegte. Der darin verwendete Abrissbirnen-Begriff sorgte für viel Aufregung. Er beschreibt die Sorge vor einer gezielten Demontage der liberalen Weltordnung durch die US-Regierung unter US-Präsident Donald Trump.
Gemeint ist damit nicht nur die Infragestellung von Allianzen wie der NATO, sondern auch der Rückzug aus internationalen Abkommen und Organisationen. Diese Politik, so die Befürchtung, schaffe ein Machtvakuum und führe zurück in eine Welt, in der das Recht des Stärkeren gilt. Während Kanzler Merz heute die Konferenz eröffnet, richtet sich der Blick bereits auf den Samstag. Dann wird die Rede von US-Außenminister Marco Rubio erwartet. Viele fragen sich, ob er den konfrontativen Kurs von US-Vizepräsident JD Vance aus dem Vorjahr fortsetzen wird, der den Verbündeten laut dpa eine „Ausgrenzung der Opposition“ vorwarf. In diesem Jahr werden auch Vertreter der AfD auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu Gast sein.
Die Europäer erhoffen sich von Rubio hingegen ein klares Bekenntnis zur NATO. Die Spannung wird zusätzlich dadurch erhöht, dass Kanzler Merz am Rande der Konferenz auch Trumps prominenten Gegner, den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom, treffen will. Das Treffen dürfte in Washington für Verstimmung sorgen und unterstreicht die Zerrissenheit der transatlantischen Beziehungen. (Quellen: AFP, dpa, Deutsche Welle, Bayerischer Rundfunk) (jek)