Der Entertainer, Moderator, Kabarettist, Kolumnist und Traumschiff-Kreuzfahrtdirektor Harald Schmidt macht erstmals öffentlich, wie viel Rente er tatsächlich bekommt: „Ungefähr 800 Euro staatlich, und 300 Euro von der bayerischen Versorgungskammer (…) Ich komme also auf ungefähr 1100 Euro brutto“, verriet er im Interview mit der FAZ.
1100 Euro klingen für einen der bekanntesten deutschen Entertainer erstaunlich wenig, ist für viele TV-Promis aber normal. Sie zahlen als Selbstständige oft keine Rentenbeiträge ein und bekommen dadurch auch kaum Rente.
Schmidt: Über die Rente muss gesprochen werden
Die Debatte könne er nachvollziehen, so Schmidt, am wichtigsten wäre für ihn aber, dass überhaupt debattiert würde – und es so Futter für seine Programme gebe: „Mir liegt das Gemeinwohl wahnsinnig am Herzen, aber ich kann am meisten für die Gemeinschaft tun, wenn ich durch zahlreiche Auftritte genügend Steuern zahle, um unser Sozialsystem zu finanzieren.“ In Richtung Politik fügt er hinzu: „Wir Bürger über 60 sind 21 Millionen. Wer sich mit uns anlegt, braucht gar keine Wahlplakate mehr aufzuhängen.“
Schmidt macht kein Geheimnis daraus, dass er weiterarbeitet. Auch deshalb interessiert ihn eine neue politische Idee besonders: die geplanten Steuerrabatte bei der Aktivrente.
Warum er von der Aktivrente nichts hat außer auf dem „Traumschiff“
Schmidt war zunächst begeistert, als er von dem CDU-Modell hörte: „Da zahlʼ ich ja gar keine Steuern mehr.“ Doch dann die Ernüchterung: Der Rabatt gilt nur für Menschen, die auf Lohnsteuerkarte arbeiten.
Schmidt arbeitet nun aber, wie viele in der Branche, fast immer freiberuflich: „Ist natürlich blöd für mich, denn wenn ich abends irgendwo auftrete, spielʼ ich ja auf Rechnung.“ Damit kann er die 2000 Euro steuerfrei im Monat nicht nutzen – außer in einem einzigen Fall, denn beim ZDF arbeitet er fest angestellt: „Beim ‚Traumschiff‘ muss ich auf Lohnsteuerkarte arbeiten. Das heißt, die ersten 2000 Euro beim ‚Traumschiff‘ sind steuerfrei.“ Im Januar dreht er von Costa Rica nach Mexiko – und profitiert dort als prominenter Kreuzfahrtdirektor tatsächlich von der neuen Regel.
„Langzeitüberlebender im Job“ und warum er unter 80.000 Euro nicht arbeitet
Schmidt beschreibt sich selbst als jemanden, der sehr genau weiß, wann sich ein Auftritt lohnt – und wann er ein Risiko ist: „Wenn Sie so ein Langzeitüberlebender im Job sind wie ich, dann brauchen Sie diesen siebten Sinn, dass Sie schon riechen, wo man sich ruiniert für 300 Euro.“
Und auch bei großen Gagen bleibt er überraschend hart: Für exklusive Abende sei er anders als manche Minister nicht zu haben – zumindest nicht für Summen, die andere beeindruckend finden würden: „Es tut mir leid, aber für 80.000 bin ich nicht zu haben“, so Schmidt gegenüber der FAZ vermutlich nicht ganz ernstgemeint.
In einem Podcast erklärte „Dirty Harry“ vor wenigen Monaten, seine erste Million mit 36 Jahren verdient zu haben. Auf die Frage, wie viele Millionen in den letzten 30 Jahren hinzukamen, sagte er: „Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen.“ Protzen würde er mit seinem offensichtlichen Reichtum aber nicht. „Ich würde nicht mit einer goldenen Rolex rumlaufen“, so Schmidt.