Für eine faustdicke Überraschung sorgt die Wallgauer CSU: Für die Kommunalwahlen 2026 schickt sie Florian Holzer (42) ins Bürgermeisterrennen. Damit muss der amtierende Rathauschef Bastian Eiter (Wählerverein) um den Wiedereinzug ins Gemeindeamt bangen.
Florian Holzer hat seinen politischen Weg im Feuerwehrhaus gefunden — beim Törggelen der Jungen Union Anfang der 2000er-Jahre. Damals zählte die JU in Wallgau noch über 100 Mitglieder, und der CSU-Ortsverband war ebenfalls so stark besetzt. Holzer – inzwischen 42 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinde – erinnert sich gut an die damalige Zeit. „Da ging was, das hat mich begeistert.“
2008 wagte er erstmals den Schritt auf die politische Bühne und kandidierte für den Gemeinderat. Der damalige CSU-Ortsvorsitzende und spätere Bürgermeister Hansjörg Zahler musste ihn nicht lange überreden. Auch wenn der Einzug ins Gremium seinerzeit nicht gelang, hielt er an seinem Engagement fest. 2020 klappte es schließlich. Nun plant der „Café-Martl“ den nächsten Schritt: Holzer will 2026 Bürgermeister werden und den amtierenden Rathauschef Bastian Eiter (Wallgauer Wählerverein) ablösen. Seine Kandidatur verkündete er am Mittwochabend offiziell bei der Hauptversammlung der CSU im Gasthof Isartal.
Mit Florian Holzer schicken die Christsozialen eine ortsbekannte Größe ins Rennen. Seit 2002 ist er Mitglied der Jungen Union, 2009 übernahm er im Alter von 25 Jahren den Ortsverband bis 2015. Holzer will nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Wallgauer CSU wieder zu alter Stärke führen. Anfang der 2000er war der Ort das politische Aushängeschild der Christsozialen. Sogar der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber kam persönlich, nachdem Wallgau bei der Landtagswahl 2003 zum schwärzesten Ort Bayerns avancierte — fast 89 Prozent der Stimmen entfielen damals auf die CSU.
Von diesen Glanzzeiten war die Wallgauer CSU zuletzt meilenweit entfernt. Der Ortsverband schlief regelrecht ein. Nach der Amtsübergabe an Bernhard Neuner (Posthalter) im Jahr 2015, der den Posten jedoch vorzeitig niederlegte, übernahm Holzer 2021 erneut die Führung. Seither geht es wieder bergauf, wie auch Kreisvorsitzender Thomas Schwarzenberger lobt: „Mit Holzer hat die Wallgauer CSU einen sehr guten Kandidaten und gute Chancen, das Bürgermeisteramt zu gewinnen.“
Holzer möchte „neuen Wind ins Rathaus bringen und mit vollem Engagement anpacken“
Holzer hat große Pläne: „Ich möchte neuen Wind ins Rathaus bringen und mit vollem Engagement anpacken.“ Besonders die touristische Entwicklung liegt dem Vollblut-Gastronomen am Herzen. In Wallgau sei das Thema in den vergangenen Jahren eher stiefmütterlich bis gar nicht behandelt worden. Er möchte den Ort wieder attraktiver machen. Im besten Falle mit einem neuen Hotel oder ähnlichem, um dem Bettenschwund entgegenzuwirken, auch wenn er die Herausforderungen dabei kennt. Sein Ziel ist es, zumindest von gemeindlicher Seite die bestmöglichen Rahmenbedingungen für Investitionen zu schaffen.
Ein weiteres Anliegen ist die Schaffung eines Ganzjahresangebots im Fremdenverkehr. „Der Winter ist touristisch bis auf die Weihnachtsferien tot.“ Besonders die schneeärmeren Winter machen ihm Sorgen. Holzer sieht Bedarf für Freizeitangebote, die das ganze Jahr über Gäste anziehen. „Wir brauchen kreative Lösungen, um die Zwischensaison zu beleben.“ Auch die Jugend und Familien möchte er stärker in den Fokus rücken. Als Gemeinderatsreferent für diesen Bereich kennt er die Bedürfnisse und Herausforderungen genau. Die Seniorenarbeit liegt ihm ebenfalls am Herzen, nicht zuletzt aufgrund seines ehrenamtlichen Engagements im Hospizverein.
Seit 2002 ist Holzer selbstständig in der Gastronomie
Holzer weiß, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. Nach seiner Ausbildung zum Restaurantfachmann im Hotel Klosterbräu in Seefeld musste er 2001 nach dem Tod seines Vaters Martin Holzer vorzeitig nach Wallgau zurückkehren. Gemeinsam mit seinem Bruder Martin übernahm er das elterliche Café Alpenblick. 2004 eröffnete er zusätzlich die Sportsbar „Bayrish Pub“, die bis 2017 erfolgreich lief. Seit 2012 modernisiert und führt er zusammen mit seiner Frau Sissa den Betrieb, der für seine Konditorei und Eismanufaktur bekannt ist.
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Sissa Holzer war die erste, mit der Holzer über seine Bürgermeisterpläne sprach. „Als ich gefragt wurde, dachte ich zuerst, sie reißt mir den Kopf ab,“ erzählt er lachend. Doch das Gegenteil war der Fall: Sie sicherte ihm sofort volle Unterstützung zu und würde bei einer erfolgreichen Wahl das Café alleine weiterführen. „Ich bin froh, so eine wertvolle Person hinter mir zu haben.“