Sonne und blauer Himmel: Gelungener Start des Dießener Töpfermarktes

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Das Wetter spielte mit: Gelungener Start des Dießener Töpfermarktes

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Offizielle Eröffnung des Dießener Töpfermarktes: Haindling-Star Hans-Jürgen Buchner, Bürgermeisterin Sandra Perzul, Landrat Thomas Eichinger, Landsbergs Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl und MdL Gabriele Triebel (von links). © Roettig

Der Dießener Töpfermarkt hat einen perfekten Start hingelegt. Ex-Keramiker und Haindling-Star Hans-Jürgen Buchner ist Schirmherr.

Dießen - Auftakt nach Maß: Nach den Wetterkapriolen der vergangenen Tage herrschten zum Start des 25. Dießener Töpfermarktes ideale Temperaturen und teilweise blitzte der weißblaue Himmel über das bunte Treiben direkt am Ammersee. Die Veranstalter sind optimistisch, dass das Wetter bis zum Sonntag so bleibt.

Start des Dießener Töpfermarkts: knapp 170 Stände mit Keramik aus ganz Europa

Bereits vor der offiziellen Eröffnung am Christi Himmelfahrtstag um 10 Uhr herrschte dichtes Gedränge zwischen den 168 Ständen der Aussteller aus zwölf Ländern wie Frankreich, Italien, Slowenien, Belgien, den Niederlanden, Usbekistan und erstmals nach dem Brexit wieder aus England. Nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ waren auch schon Keramik-Sammler unterwegs, um die besten Stücke zu sichten. Denn der Markt in Dießen ist längst zu der Top-Marke in der Europäischen Töpferszene geworden, was die Besucherzahlen von stets weit über 50.000 beweisen.

Besuch beim ersten englischen Aussteller Tom Knowles Jackson (rechts) seit dem Brexit: Bürgermeisterin Sandra Perzul, Ulrike Böglmüller, Schirmherr Hans-Jürgen Buchner und Markleiter Wolfgang Lösche (von links).
Besuch beim ersten englischen Aussteller Tom Knowles Jackson (rechts) seit dem Brexit: Bürgermeisterin Sandra Perzul, Ulrike Böglmüller, Schirmherr Hans-Jürgen Buchner und Markleiter Wolfgang Lösche (von links). © Roettig

Traditionell wurden die Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Touristik im Rahmen einer Seerundfahrt auf der „Utting“ von Stegen nach Dießen geschippert, wo sie von Musikanten und einer Kindertanzgruppe des Heimat- und Trachtenvereins „D’Ammertaler Dießen/St. Georgen“ empfangen wurden. Darunter aus dem Bayerischen Landtag Gabriele Triebel und Ludwig Hartmann, Landrat Thomas Eichinger, die Ammersee-Bürgermeister von Utting, Schondorf und Herrsching sowie Landsbergs Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl.

Dabei natürlich auch der laut Dießens Bürgermeisterin Sandra Perzul „optimalste Schirmherr überhaupt“, nämlich „Haindling“-Star Hans-Jürgen Buchner (80) mit seiner Frau Ulrike Böglmüller. Er war vor seiner erfolgreichen Musikkarriere Keramiker und mit 21 Jahren Bayerns jüngster „Meister für Töpferei und Bildhauerei“. Den Meisterbrief bekam er in der renommierten Landshuter Keramikschule ausgehändigt, die seit vielen Jahren am Dießener Markt teilnimmt. Für Fans zum Vormerken: Am 25. Juli kommt Buchner nochmals nach Dießen. Mit seiner Gruppe Haindling spielt er in den Seeanlagen ein Open-Air-Konzert. Es ist zwar schon seit Weihnachten ausverkauft, aber bestens hören kann man ihn auch rund um das Bühnenareal.

Fachkundige Begutachtung: Ulrike Böglmüller, Bürgermeisterin Sandra Perzul, Schirmherr Hans-Jürgen Buchner und Marktleiter Wolfgang Lösche (von links).
Fachkundige Begutachtung: Ulrike Böglmüller, Bürgermeisterin Sandra Perzul, Schirmherr Hans-Jürgen Buchner und Marktleiter Wolfgang Lösche (von links). © Roettig

Dieser Tipp kam von Bürgermeisterin Perzul, die ihren Schirmherrn herzlich begrüßte. Nach dem Eintrag in das Goldene Buch der Marktgemeinde erzählte Hans-Jürgen Buchner launig von seinen Anfängen als selbständiger Keramiker. In der Werkstatt wollte er nicht ständig Jimmy Hendrix hören, also habe er mit 38 Jahren beschlossen, seine Musik selbst zu machen. Schließlich hatte er schon mit vier Jahren Klavier gelernt und mit 13 Trompete. Bereits für seine ersten Aufnahmen erhielt er den Deutschen Schallplattenpreis und seitdem trat die Töpferei in den Hintergrund. Um so mehr freue er sich auf den Marktbummel mit seiner Frau, die als eine von 16 Auszubildenden bei Buchner das Töpfern gelernt hat. „Vom Lehrling zu seiner Chefin“, wie sie dazu fröhlich zwinkernd sagte.

Start des Töpfermarktes Dießen - Haindling, der Keramikmeister

Wieder an Land hat Buchner natürlich den Stand der Landshuter Keramikschule besucht und mit den Schülern gefachsimpelt. Und obwohl seine drei Häuser im niederbayerischen Haindling nach eigenen Aussagen voll sind mit früheren Keramikarbeiten von ihm und seiner Frau, konnte er bei einigen Ausstellern nicht widerstehen und kaufte ein. Was als Rundgang mit Marktleiter Wolfgang Lösche, Bürgermeisterin Perzul und zahlreichen Gemeinderäten angedacht war, wurde so zum Einkaufsbummel. Immer wieder unterbrochen von Haindling-Fans, die um Selfie und Autogramme baten, was er geduldig mitmachte.

Nächste Station nach dem Eröffnungsrundgang für Buchner & Co. war das Kulturforum „Blaues Haus“. Hier wurde der erstmals von der Keramikbedarf-Firma Andrea Wolbring ausgelobte Förderpreis für junge Keramiker bis zu 35 Jahren verliehen. Über das Preisgeld von 2.500 Euro für ihr Werk „Stille Feuer“ freute sich Nora Arrieta aus Höhr-Grenzhausen. Die Jury lobte ihre Keramiken als „materialisierte Bilderflut“, wobei die anspruchsvollen Glasuren eine physische Präsenz bekämen. Die preisgekrönte Arbeit rege zum Nachdenken an über die Bedeutung der brennenden Feuerzeuge und erloschenen Flammen.

Glücklich über ihren Sieg bei den „Farbspielen“ zeigt sich Elke Sada aus Leipzig, links im Bild mit Preisstifter Benjamin Rohe. Rechts freuen sich mit ihr Bürgermeisterin Sandra Perzul und Marktleiter Wolfgang Lösche.
Glücklich über ihren Sieg bei den „Farbspielen“ zeigt sich Elke Sada aus Leipzig, links im Bild mit Preisstifter Benjamin Rohe. Rechts freuen sich mit ihr Bürgermeisterin Sandra Perzul und Marktleiter Wolfgang Lösche. © Roettig

Den Abend des ersten Messetages verbringen die meisten Ausssteller seit 25 Jahren quasi als „Familienfeier“ im Traidtcasten beim Marienmünster. Hier findet die Preisverleihung des von der Brennofenfirma Rohde gestifteten und mit 5.000 Euro dotierten „Dießener Keramikpreises“ statt. Die Jury einigte sich aus den vielen Bewerbungen zum Thema „Farbspiele“ auf die Leipziger Keramikerin Elke Sada, die im Jahr 2011 bereits einmal gewonnen hatte. Ihre beiden rundlichen Arbeiten sind durchbrochen und geben den Blick ins Innere frei, was eine Fülle von Assoziationen möglich mache, wie die Jury betonte. Es bleibe dem Betrachter überlassen, ob er ein Karussell, eine Arena, das Colosseum oder ein Theater sieht. Es sei auf jeden Fall ein Spielplatz der Farben, Formen und Gefühle.

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