Das Keramik-Eldorado direkt am Ammersee vom 9. bis 12. Mai wird immer internationaler. 166 Töpferwerkstätten aus 14 Ländern haben sich angemeldet, darunter erstmals Teilnehmer aus Litauen, Georgien und sogar Usbekistan, der ehemaligen sowjetischen Teilrepublik. Erleichtert konnte Marktleiter Wolfgang Lösche bei der Pressekonferenz zum Großereignis vermelden, dass Keramiker Ilkom Bobomurodov aus der Region Samarkand nach langem Ringen mit den Behörden gerade sein Visum erhalten hat und anreisen darf.
Dießen - Er kommt aus der Gegend an der Seidenstraße, die durch die zinnglasierte Majolika-Technik auf den leuchtenden Fließen an Moscheen und Koranschulen weltberühmt ist. Lösche: „Damit signalisiert unser Markt einmal mehr ein international gemeinsames kulturelles Zeichen der Völkerverständigung!“ Da Bobomurodov weder Deutsch noch Englisch spricht, wird Lösche seinen Stand zwischen zwei gerne dolmetschenden Töpfern aus Ostdeutschland platzieren, die seinerzeit Russisch als Pflichtfremdsprache gelernt haben.
Dießener Töpfermarkt ab 9. Mai - viele junge Töpfer
Was Wolfgang Lösche besonders freut, waren die vielen Neuanmeldungen von jungen Töpfern. Zum Teil waren sie schon als Studenten der Kunsthochschule Burg Giebichenstein aus Halle an der Saale in Dießen vertreten. Romina Ried, eine ehemalige Studentin, hat sich sogar so in die Marktgemeinde verliebt, dass sie ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt hierher verlegt hat. Bürgermeisterin Sandra Perzul will sie an ihrem Stand persönlich als Neubürgerin begrüßen.
Auch zur Brennofenfirma Rohde, die den mit 5.000 Euro datierten Dießener Keramikpreis sponsert, konnte Wolfgang Lösche Neues vermelden. Der 1982 gegründete Familienbetrieb tüffelt gerade an einer absoluten Weltneuheit, einem solarbetriebenen Brennofen. Mehr darüber will Benjamin Rohde bei der Siegerehrung des Keramikpreises am 9. Mai im Traidtcasten beim Marienmünster verraten.
Am zentralen Ausstellungspavillon zwischen Dampfersteg und Kiosk geht es heuer nicht nur um exklusive Trinkgefäße für Wein, Bier, Saft oder Cidre. Gleich nebenan baut Schauspieler und „Café Lotte Kern“-Gastronom Luis Lüps eine Cidre-Bar auf. Zusammen mit seiner Partnerin Sina Setzer schenkt er den selbst produzierten Ammersee-Cidre „Süper Brüt“ aus. Bei der Pressekonferenz durfte er mit dem Urteil „Hervorragend“ bereits getestet werden.
Als Hommage an die französischen Töpfer, die seit Jahren stark auf dem Dießener Markt vertreten sind, bezeichnete Wolfgang Lösche die Sonderausstellung im Kulturforum Blaues Haus. Hier präsentieren 22 Werkstätten des Keramikzentrums La Borne ganz besondere Werke. Ebenfalls empfahl er einen Abstecher in den Taubenturm des Heimatvereins, wo der verstorbenen Keramik-Künstlerin Barbara Hast gedacht wird.
Bürgermeisterin Sandra Perzul freut sich trotz des Ausnahmezustands mit über 50.000 Besuchern sowie ausgebuchten Hotels und Fremdenzimmern auf den 22. Töpfermarkt, den sie an Christi Himmelfahrt um 10 Uhr zusammen mit Wolfgang Lösche und der Schauspielerin Victoria Mayer als Schirmherrin offiziell eröffnen wird. Schlaue Keramik-Sammler sind bereits ab acht Uhr unterwegs, um sich die besten Stück zu reservieren.
Was das leibliche Wohl betrifft, konnte Sandra Perzul mit Neuigkeiten aufwarten. Erstmals werden die „Ziegenbande“ aus Utting und das „Kartoffelwerk Salzinger“ aus Landsberg ihre Spezialitäten im Zelt und Biergarten an der Rialtobrücke servieren. Wie gewohnt werden die Ammersee-Fischer Gastl und Rauch gleich nach dem Dampfersteg Fischsemmeln, geräucherte Renken und mehr anbieten. Und ein Stückchen weiter gibt es von der Feuerwehr Bratwürste und vom Trachtenverein Kaffee, Kuchen und Schmalzgebäck. Den Vereinen dankte Sandra Perzul ausdrücklich für ihre Mitwirkung. So kümmern sich die Feuerwehren Riederau und St. Georgen, der MTV, die Wasserwacht und die Königlich Privilegierten Feuerschützen um die Sonderparkplätze an der Jägerallee und den Ortseinfahrten Nord und West. Von hier starten die Shuttlebusse zum Marktgeschehen.
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Gedankt wurde auch Angelika Maxerath vom Hauptamt der Gemeinde, die sich seit 2008 im Hintergrund um die umfangreiche Detail-Organisation des Töpfermarktes kümmert. Ab kommenden Jahr wird diese Aufgabe Edith Petry übernehmen.