Das um ein Wochenende verkürzte Ruethenfest zahlt sich aus: weniger Ausgaben und trotz Zeitkürzung nur zwei Prozent weniger Umsatz. „Wir sind mit der Bilanz sehr zufrieden“, sagt Vorsitzender des Ruethenfestvereins Tobias Wohlfahrt.
Landsberg – Es war ein kleiner Aufschrei in der Bevölkerung, als der Verein 2021 mit der Verkürzung des Ruethenfestes auf ein Festwochenende liebäugelte. Der Grund: die Finanzen und der Aufwand, Letzterer kaum noch zu stemmen, Erstere im Minus, weil 2019 auch weniger Festzeichen verkauft wurden. Das hat sich 2023 geändert: „Wir haben mit 19.000 Festzeichen rund tausend mehr verkauft als 2019“, verkündete Wohlfahrt bei der Jahreshauptversammlung vergangene Woche. Dazu kommen rund 90.000 Euro Spenden und Mitgliedsbeiträge im Jahr 2022 von gut 45.000 Euro, 2023 seien es auch wegen der Erhöhung von 20 auf 30 Euro knapp 50.000 Euro gewesen. „Und wir haben 188 neue Mitglieder bekommen.“
2,5 Millionen Euro für neues Ruethenfest-Vereinsgebäude - neue Fördertöpfe
Die Festbilanz mit 140.000 Euro Plus sei wichtig für den Bau des neuen Vereinsgebäudes im Landsberger Osten, das „hoffentlich 2025 umgesetzt wird“ so Wohlfahrt. Es bietet Platz für 150 Pferde, hat eine Werkstatt sowie beheizte Büro- und Lagerräume. Das sei nötig, da man in den Räumen in der Saarburgstraße – die die Stadt nach Auszug des Vereins kaufen wird – wegen falscher und/oder mangelnder Dämmung mit Schimmel zu kämpfen habe. Für die Baukosten, die Wohlfahrt bei rund 2,5 Millionen Euro verortet, habe er erfreulicherweise einen Fördertopf aufgetan, berichtete Wohlfahrt. Die Aussichten dafür seien gut, er hoffe auf eine Förderung von zehn Prozent der Baukosten. Und einen zweiten Topf habe er „angebohrt“, mit Unterstützung von MdL Alex Dorow. Auch da sehe es gut aus – immerhin habe Ministerpräsident Söder das Fest ausnehmend gut gefallen: „Er saß weitaus länger als geplant auf der Tribüne.“ Weitere Gelder erhofft sich der Verein durch die Verpachtung der Dachflächen an die Stadtwerke Landsberg, die dort laut Wohlfahrt eine PV-Anlage planen. „Zudem steht die Stadt hinter uns“, betonte Wohlfahrt. Das hatte auch OBin Doris Baumgartl in ihrer Begrüßung versichert: „Die Stadt wird den Verein beim Neubau im Rahmen ihrer Möglichkeiten bestens unterstützen.“
Neubau im Landsberger Osten - warum keine mobilen Ställe?
Dass die Pferde im Landsberger Osten ‚stationiert‘ werden, sei obligatorisch, um sie sinnvoll auf die Spöttinger Straße zu bringen, so Wohlfahrt. Ob denn die Ställe für die Pferde nicht mobil aufgestellt werden könnten, fragte ein Vereinsmitglied? „Sie werden ja nur vier Tage alle vier Jahre genutzt.“ Da machten die Rosswirte aus Tierwohlgründen nicht mit, entgegnete der Vorsitzende. „Und die dürfen wir nicht vergraulen.“ Man werde die Ställe aber als Lagerräume nutzen.
Bei den Vorstandswahlen wurden Erster und Zweiter Vorstand (Wohlfahrt und Charly Hecht) sowie Geschäftsführerin Heike Neumeyer einstimmig wiedergewählt. Die Nachfolge von Schatzmeister Otto Wermescher tritt Annette Forstner an. Der Posten des Festzugsleiters bleibt in der Familie: Nachdem Bernhard Tobisch und sein Vater das Amt bereits 55 Jahre gemeistert haben, übernimmt jetzt Max Tobisch von seinem Vater. Forstamtsleiter Michael Siller ist weiterhin für Abzeichenverkauf und Absperrungen verantwortlich, Christine Mayer für Kostüme und Requisiten und Matthias Müller bleibt Schriftführer. Neuer Pressesprecher ist Xaver Egger (vorher Ingeborg Egger).
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