Feuerwehr probt Ernstfall: Leerstehendes Haus wird Übungsstätte

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Das leerstehende Wohnhaus an der Weidachstraße 5 nutzt die Peitinger Feuerwehr in den nächsten Wochen für Übungszwecke. © Hans-Helmut Herold

In den kommenden Wochen wird die Peitinger Feuerwehr des Öfteren in die Ortsmitte ausrücken. An der Weidachstraße haben die Ehrenamtlichen ein leerstehendes Wohnhaus als Übungsgebäude zur Verfügung gestellt bekommen.

Üben für den Ernstfall, das gehört auch für die Peitinger Feuerwehr zum alltäglichen Geschäft. Schließlich soll jeder Handgriff sitzen, wenn die Ehrenamtlichen ausrücken, um ein brennendes Gebäude zu löschen. Am besten proben lässt sich das, wenn das erdachte Szenario möglichst nah an der Realität ist.

Schon 2021 griff man bei der Feuerwehr deshalb dankbar zu, als sich damals die Gelegenheit bot, ein leerstehendes Wohnhaus an der Bergwerkstraße vor dem Abriss für Übungen zu nutzen. Vier Jahre später bietet sich diese Möglichkeit nun erneut. Eingefädelt hat sie Kommandant Klaus Straub.

Das auserkorene Objekt, es befindet sich mitten im Ortszentrum an der Weidachstraße, wo auch Straub zu Hause ist. „Es ist mein Nachbarhaus“, sagt der Kommandant. Und es gehört sozusagen seit kurzem zum Familienbesitz. „Meine Frau hat es gekauft.“ Straub wäre nicht Straub, hätte er nicht sogleich das Potenzial des leerstehenden Wohnhauses als Übungsstätte für seine Wehr erkannt. „Vom baulichen Zustand muss es eh abgerissen werden.“

So werden die Ehrenamtlichen am Mittwochabend, 19. Februar, zum ersten Mal in die Weidachstraße zum Haus mit der Nummer 5 ausrücken, um den Ernstfall zu proben. Insgesamt sind in den nächsten Wochen bis zum 17. April sieben Übungstermine angesetzt. Rund zwei Stunden sind für die Einsätze angesetzt. Der Startschuss fällt jeweils um 19.30 Uhr. Dass die Übungen in den Abendstunden stattfinden, hat laut Straub den einfachen Grund, dass die ehrenamtlichen Mitglieder der Wehr berufsbedingt nur abends Zeit haben.

Für die Anwohner in der Straße bringen die Übungseinsätze Einschränkungen mit sich. Um zu verhindern, dass geparkte Autos beschädigt würden, werde man an den Abenden Halteverbotsschilder vor dem Gebäude aufstellen, kündigt Straub an. Weil die Straße zu eng ist, um während der Übung ein Vorbeifahren zu ermöglichen, müssen Autofahrer zudem eine Umleitung in Kauf nehmen. Auch mit zusätzlichem Licht, das die Feuerwehr braucht, um den Einsatzort auszuleuchten, sowie Lärm und Übungsrauch sei in diesem Zeitraum zu rechnen.

Anwohner bereits informiert

Straub hofft dennoch auf Verständnis bei den Nachbarn für die Übungen, die für die Feuerwehr enorm wichtig seien. Schließlich ließen sich in einem solchen Gebäude für die Einsatzkräfte unterschiedliche Szenarien unter realen Bedingungen schaffen, so der Kommandant. „Wir können etwa einen Dachstuhlbrand oder einen Kellerband simulieren, jeweils mit oder ohne einer zu rettenden Person.“ Ein weiterer Vorteil: Dadurch, dass das Wohnhaus am Ende abgerissen werde, sei es nicht so schlimm, wenn beim Einsatz etwas beschädigt werde.

Mit einem Schreiben hat die Feuerwehr die Anwohner am vergangenen Wochenende über die geplanten Übungen bereits vorab informiert. So soll Ärger wie vor vier Jahren diesmal vermieden werden. Damals beschwerten sich Nachbarn des Übungshauses über Lärm- und Geruchsbelästigung und darüber, dass sie nicht vorab von den Übungen erfahren hatten.

Die Unterstützung der Gemeinde ist den Ehrenamtlichen jedenfalls wie damals auch diesmal sicher. „Da die hohe Qualifikation unserer Feuerwehr ein sehr hohes Gut für die gesamte Bevölkerung darstellt, stehen wir als Gemeinde voll hinter solchen Übungen an leerstehenden Häusern“, betont Bürgermeister Peter Ostenrieder. Man bitte daher um Verständnis bei den Anliegern. „Schon im Voraus sagen wir ein herzliches Vergelt‘s Gott dafür.“

Die Übungen der Peitinger Feuerwehr in der Weidachstraße finden statt am 19., 20., und 25. Februar, am 10., 13. und 19. März, sowie am 17. April jeweils von 19.30 bis 21.30 Uhr. Zuschauer sind willkommen.

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